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		<title>Diskussionen in der Partei DIE LINKE. Hamburg</title>
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			<title>Diskussionen in der Partei DIE LINKE. Hamburg</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 03 Mar 2010 12:42:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Ein Finanzsenator tritt zurück – Menetekel für Schwarz-Grün?</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//ein-finanzsenator-tritt-zurueck-mentekel-fuer-schwarz-gruen.html</link>
			<description>Der Hamburger Finanzsenator Freytag, hat das Handtuch geworfen und tritt sowohl als Senator wie...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="anreisser">Der Hamburger Finanzsenator Freytag, hat das Handtuch geworfen und tritt sowohl als Senator wie auch als Chef der hanseatischen CDU zurück. Nach der übereinstimmenden Einschätzung vieler Beobachter war das für ihn der letztmögliche Zeitpunkt für einen geordnete Rückzug und allzu starke Beschädigung seiner Person. Denn Freytag stand als Finanzsenator und Parteichef schon seit langer Zeit im Kreuzfeuer der Kritik. Und: Rücktrittsforderungen gab es nicht nur von Seiten der linken politischen Opposition.</p>
Der aktuelle Anlass für Freytags Demission ist sicherlich in den desaströsen Wahlumfrageergebnisse für die Hamburger CDU zu sehen, denen er sich als Parteichef stellen musste. Danach stürzt die Hamburger CDU zwei Jahre nach Gründung des schwarz-grünen Bündnisses in der WählerInnengunst regelrecht ab. Sie büßt gegenüber der Bürgerschaftswahl 2008 fast 12% an Zustimmung ein und liegt mit 31% nur mehr knapp über ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl (27,9%). Der grüne Bündnispartner gewinnt zwar 6,4% hinzu, in der Summe aber hat das schwarz-grüne Vorzeigeprojekt die für eine Mehrheit notwendige Unterstützung verloren.
Der Absturz der CDU hat zum einen damit zu tun, dass die finanzielle Lage Hamburgs heute – anders als noch vor zwei Jahren – desaströs ist, die Stadt sich am Rande der Handlungsfähigkeit bewegt. Außer den aufgelaufen Schulden von 25 Mrd. Euro sind bei der Verschuldung der Stadt diverse Schattenhaushalte zu berücksichtigen. Bereits Ende 2007 hatten die Sondervermögen und Ausgliederungen (Sondervermögen Hafen und Stadt etc.) aus dem Haushalt ein Volumen von 2,1 Mrd. Euro. Hinzu kommen jetzt das Sondervermögen Konjunkturstabilisierungsfonds (5,7 Mrd. Euro) und Schulbau (4 Mrd. Euro). Ein weiteres Sondervermögen ist für den Universitätsbereich in Planung (ca. 2 Mrd. Euro). In der Summe sind damit 13,8 Mrd. Euro an Schulden in Schattenhaushalten versteckt. Für diese Explosion der öffentlichen Schulden trägt der Finanzsenator die politische Verantwortung.
In der illusionären Erwartung einer fortdauernden Prosperitätskonstellation und noch größerer Haushaltsreserven wurden beim Abschluss der schwarz-grünen Koalitionsvertrages reichlich teure Leuchtturmprojekte auf den Weg gebracht, deren Finanzierung sich nun als finanzpolitischer Bumerang erweisen. Sie waren nicht nur schlecht geplant (die Mehrkosten summieren sich inzwischen auf fast 1 Mrd. Euro), sondern haben für die Regionalökonomie, für zukunftsorientierte Wirtschaftsstruktur und Arbeitsplätze, viel zu wenig gebracht.
Die dramatische Wirtschafts- und Finanzkrise hat dieser Politik des „Wachsens mit Weitsicht“ (Motto des schwarz-grünen Senats) endgültig den Boden entzogen. Steuermindereinnahmen in Höhe von 6 Mrd. Euro bis 2014, wachsende Sozialausgaben und die Leuchtturmpolitik haben die finanziellen Reserven der Stadt im Nu in Nichts aufgelöst und zwingen die schwarz-grünen Koalitionäre in eine Neuverschuldung, die das Land an den Rand des Abgrunds drängt. Die Hoffnung ist, dass es 2011 ökonomisch wieder aufwärts geht. Dem Finanzsenator Feytag war die Fragwürdigkeit dieser Hypothese durchaus bewusst. Vor wenigen Tagen hat er die Konsequenzen offen ausgesprochen: „Wenn wir über 2010 im Tal bleiben sollten, dann Gnade uns Gott. Dann brechen alle Säulen zusammen, auf denen die langfristige Finanzierung der Stadt beruhen.“ Auch das sicherlich ein ausreichender Grund für einen Rücktritt.
Der Illusionsfaktor dominiert aber nicht nur die „normale“ Haushaltspolitik des schwarz-grünen Senats, sondern auch die großen finanziellen Engagements und Risiken, die der Senat in den letzten Jahren eingegangen ist. Dies betrifft insbesondere die HSH Nordbank und Hapag Llloyd. Senator Freytag war dabei sozusagen die Verkörperung dieser Illusionsfaktors. Bei der HSH Nordbank hat er die Milliardensummen, die Hamburg und Schleswig Holstein in dieses marode Unternehmen gesteckt haben (zuletzt 3 Mrd. Euro frisches Kapital und 10 Mrd. Euro Bürgschaften) stets mit Schönwetterbotschaften legitimiert. Noch im Herbst 2008 hat er sich zu der Behauptung verstiegen, die Landesbank sei trotz riesiger Verlust und hohem Abschreibungsbedarf „im Kern“ gesund. 
Die Rolle des Schönfärbers und Nebelstreuers, die Freytag an vorderster Stelle gespielt hat, ist natürlich nervenaufreibend und „persönlich belastend“ – vor allem wenn das ganze Ausmaß etwa des finanziellen Desasters bei der HSH Nordbank nicht mehr unter dem Deckel gehalten werden kann. Freytags Rolle bei der Vertuschung der wahren Situation der Landesbank schon während des Bürgerschaftswahlkampfs 2007/2008 ist aktuell auch Gegenstand der Untersuchungen des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses in der Hamburgischen Bürgerschaft.
Der zweite Faktor, der den dramatischen Vertrauensverlust der Hamburger CDU erklärt, ist, dass die partielle Modernisierung christdemokratischer Politik (Bildung, Migration, Ökologie), die Voraussetzung für die schwarz-grüne Koalition war, innerhalb des bürgerlichen Lagers von Beginn an umstritten war. Vor allem die Schulreform mit der sechsjährigen Primarschule als Kern, hat den Protest in erster Linie der gehobenen sozialen Milieus hervorgerufen, die den aus ihrer Sicht für sie günstigeren Status Quo verteidigen wollen, und zwingt den Senat jetzt in eine Front mit der LINKEN und der SPD, um das Projekt zu retten. Darüber kommt es im Sommer zu einem Volksentscheid.
Für den Absturz der Hamburger CDU, die Zerbröselung von Wählerbasis und Repräsentationsstrukturen und die mehr und mehr offen ausgetragenen auch politisch-programmatischen Differenzen im Hamburger Landesverband, trägt in erster Linie auch der Parteichef die Verantwortung. Freytags Rücktritt ist daher auch als das Eingeständnis zu nehmen, dass er keinen Plan hat, wie die Kräfte innerhalb der Partei, die auf Modernisierung und soziale Inklusion setzen und die, die auf der unbedingten Verteidigung von Privilegien beharren, in Zukunft noch zusammenzuhalten sind.
Die Hamburger FDP kann von dieser misslichen Entwicklung der bürgerlichen Schwesterpartei nur sehr begrenzt profitieren, weil sie mit ihren seit Jahren anhaltenden Querelen eher Anlass zum Spott, denn Sammelbecken für unzufriedene BürgerInnen ist. Die Gefahr ist vielmehr, dass sich am rechten Rand der CDU eine neurechte Formation entwickelt. Die Scheurl-Kampagne „Wir wollen lernen“ mit ihrer unbedingten Verteidigung von Bildungsprivilegien und dem Impetus der Anti-Bürgerschaftsparteien-Bewegung hatte durchaus rechtspopulistische Züge.
Schlussfolgerung: Der Rücktritt von Senator Freytag ist ein weiteres Indiz dafür, dass Schwarz-Grün keine überzeugenden Zukunftsaussichten hat. Nimmt man den Konflikt über die Modernisierung des Bildungssystems im Kern aber ernst, entscheidet sich über dessen Ausgang die Reformfähigkeit der bundesdeutschen Gesellschaft.]]></content:encoded>
			<category>Schwarz-Grün</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>bernhard.mueller@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 12:42:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schulkampf in Hamburg</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//schulkampf-in-hamburg.html</link>
			<description>So kommt es denn nun wohl in Hamburg zum Volksentscheid im Juli. Erstmals haben Wähler das Wort,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="anreisser">So kommt es denn nun wohl in Hamburg zum Volksentscheid im Juli. Erstmals haben Wähler das Wort, über die Richtung einer Schulreform zu entscheiden: Soll die flächendeckende Einführung der Primarschule, also das gemeinsame Lernen in einer Schule für Alle bis Kl. 6, erfolgen oder nicht. Erforderlich wird dieser Volksentscheid durch fünf Faktoren:</p>
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li><p>Vor      Jahren, mitten im Bürgerschaftswahlkampf 2007/2008, setzte die Initiative      „Eine Schule für Alle“, unterstützt von DGB, GEW, DIE LINKE, GAL und      Wissenschaftlern die Frage der Schulstrukturreform zur Überwindung der      Dreigliedrigkeit auf die politische Agenda der Hansestadt. Man ging in die      Stadtteile und sammelte Unterschriften. Die GAL führte den Wahlkampf mit      „Neun macht klug“, DIE LINKE mit „Eine Schule für Alle bis Kl. 10.“ Die      Initiative scheiterte an der letzten Hürde vor dem Volksentscheid, u. a.,      weil zwischenzeitlich die GAL mit der CDU den neuen Koalitionssenat      bildete und sich aus der Arbeit der Initiative zurückzog.</p></li><li><p>Die neue      schwarz-grüne Landesregierung einigte sich auf einen Schulkompromiss: Eben      die Primarschule, ab Kl. 7 aber das Zwei- Säulen-Modell: Hier Gymnasium,      da Stadtteilschule (Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Technische und      Wirtschaftliche Gymnasien). Kein Sitzen bleiben und Abschulen mehr. Kein Büchergeld      keine und nachgelagerten Studiengebühren. </p></li><li class="MsoNormal"><p>Darob      erhob sich lauter Protest bei den Gutbetuchten, vor allem in den      Elbvororten und den Walddörfern. Ihre Initiative „Wir wollen Lernen (WWL)“      unter Anführung des alerten Anwalts Scheuerl sah das Gymnasium und das      Elternwahlrecht in Gefahr. Mit Hilfe des großen Geldes, der Springer      Presse und prominenter Gutbetuchter und Adliger gelang es ihnen, die      Unterschriftshürden zu nehmen und einen Volksentscheid zu erzwingen.</p></li><li class="MsoNormal"><p>Aber      der CDU/GAL-Senat blieb trotz wochenlanger Verhandlungen mit der      Initiative WWL und der Einschaltung des Versandhaus-Chefs Michael Otto als      Schlichter bei diesem ersten Schritt einer gemeinsamen Schule für Alle,      besserte aber durch Einführung des Elternwahlrechts nach. Auch der      dringende Appell der einflussreichen Handelskammer in letzter Minute      bewirkte nicht ihr Einknicken, steigerte aber die Unruhe im rechten Rand      der CDU. Bürgermeister von Beust kritisierte öffentlich die Elite, die nur      an ihre eigenen Kinder dächte. Er wolle nicht, dass erst die Vorstädte      brennen wie in Paris. Um nichts in der Welt wollte WWL die flächendeckende      Einführung der Primarschule. Sie erklärten das Scheitern der      Verhandlungen. Die Zeichen wurden auf Volksentscheid gestellt.</p></li><li class="MsoNormal"><p>Nun      holte Ole von Beust die beiden Oppositionsparteien SPD und LINKE mit ins      Boot für die Primarschule. Heute nun ändern CDU/GAL/SPD und LINKE      gemeinsam das gerade beschlossenen Schulgesetz erneut: Einführung der      Primarschule bis Kl. 6 jetzt mit Elternwahlrecht (also können Schüler auch      entgegen der Schulempfehlung ans Gymnasium wechseln), Wiederabschaffung      des Büchergeldes, Senkung der Klassenfrequenzen bis auf 19 Schüler in      Problemgebieten. Zusätzlich wird ein Sonderausschuss der Bürgerschaft      eingesetzt, der laufend die personellen, räumlichen und qualitativen      Bedingungen evaluiert. Zusatzkosten: 25 Mill. € pro Jahr, Tendenz      steigend. Also: CDU/GAL/SPD/LINKE gegen Scheuerl, Springer und das große      Geld</p></li></ul>
Und nun ist der Schulkampf losgebrochen: Mit Tönen, die an Haider und Berlusconi erinnern, verteidigt die Elite ihr Bildungsprivileg, das ja noch nicht einmal beseitigt, sondern nur angekratzt wird. Da wird der Untergang des Abendlandes beschworen, die Zerstörung des humanistischen Gymnasiums befürchtet, der CDU-Bürgermeister als Anführer der Volksfront bezeichnet. In den Clubs an der Alster, beim Klipper Hockeyclub und Jacobs in Nienstedten rumort es. Schon stürzt die CDU in Meinungsumfragen um 14, 6% ab. Die FDP, mit 4,6 % seit der letzten Wahl nicht in der Bürgerschaft vertreten, steigt auf 9%. Sie unterstützt Scheuerl. Die SPD, deren Führung sich noch vor 14 Tagen gegen die Primarschule ausgesprochen hatte, schwenkt um, während andere Scheuerl unterstützen. Auch sie sackt in der Wählergunst ab: Von 34, 1 % auf nun 28 %. 
Es geht fast schon nicht mehr um diese zwei Jahre längeren gemeinsamen Lernens. Sondern darum, ob ein kleiner, nachholender Modernisierungs- Reformschritt von der Geldelite im Verein mit der Springer-Presse verhindert werden kann. Ob Reform in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit möglich bleibt. Ob ein Reformbündnis aus einem aufgeklärten Teil des Bürgertums, einem Teil der Sozialdemokratie, der Mehrheit der CDU, Gewerkschaften, Wissenschaftlern, den LINKEN und Schüler- wie Lehrerkammer die Klugheit aufbringen, zusammenzuhalten, die Kraft entfalten, eine Mehrheit von 250.000 Wahlberechtigen in Hamburg zum Volksentscheid an die Wahlurne zu bringen und gegen Scheuerl zu stimmen. Die spannende Frage, ob der Aufstand der Elbvororte und aus dem Alstertal/ den Walddörfern, wo nur 5 % der Kinder unter 6 Jahren von Sozialhilfen leben, mit einem Aufstand der Hamburger Banlieus, wo 50 % der unter 6 Jährigen auf öffentliche Hilfe angewiesen sind, beantwortet wird. Ob die Unterschicht und die MigrantInnen kämpfen. Die Einzigen, die in diesen Vierteln etwas tun können, sind die LINKEN. Die anderen haben dort wenig Einfluss. Dafür muss die LINKE sich aber erst einmal daran gewöhnen, dass es Konstellationen gibt, in denen ein gesellschaftlicher Reform-Schritt eben auch mit einer Reform-CDU gegangen werden kann, den eben die neoliberal verkommene SPD noch verhindern wollte. 25 Mill. € pro Jahr mehr für Bildung, das ist was. Büchergeld mit der CDU wieder abgeschafft, wo es anderswo sogar unter Mitwirkung von LINKEN eingeführt wurde, hat sogar etwas Pikantes. Zwei Jahre längeren gemeinsamen Lernens für Alle als erster Schritt- dafür lohnt der Einsatz. Und wenn das jetzt in Hamburg nicht durchgesetzt werden kann, wo denn dann? In NRW und Bayern z. B. hält die CDU ja immer noch erbittert an der Dreigliedrigkeit im Schulsystem fest. Von Klassenfrequenzen mit 19 Schülern träumt man anderswo. Es lohnt also, den Schulkampf aufzunehmen und als Klassenkampf von oben einzuschätzen. Die Frage, ob unsere Gesellschaft trotz tiefer Krisen überhaupt noch fähig zu sozialen Reformen ist, steht zur Entscheidung.<br />&nbsp;]]></content:encoded>
			<category>Bildungspolitik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>horst.bethge@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 11:47:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schwarz-Grün als Perspektive?</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//schwarz-gruen-als-perspektive.html</link>
			<description>Die Grünen schließen neuerdings nicht aus, auf Bundesebene eine Regierungskoalition mit der Union...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Grünen schließen neuerdings nicht aus, auf Bundesebene eine Regierungskoalition mit der Union einzugehen.<b> </b>Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, hält eine schwarz-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen nach der Landtagswahl für eine ernstzunehmende Option. „Es hätte natürlich auch einen Reiz, so etwas zu probieren.“
Das ändere aber nichts daran, dass ihre Partei die größte Schnittmenge noch immer mit der SPD habe. „Deshalb ist das unsere Präferenz.“ Gleichwohl werde man bei einem entsprechenden Wahlergebnis hart mit der CDU verhandeln, um eine „lähmende Große Koalition“ zu verhindern, heißt es bei den Grünen.
Auch die Hamburger Grünen standen 2008 vor dieser Frage. Und entschieden sich aus strategischen Überlegungen dafür, in eine Koalition einzutreten. Denn eine große Koalition sei „von der Anlage her falsch“. Und weil ein Bündnis mit der Sozialdemokratie massive Probleme mit sich gebracht hätte, kam es zu der bis dahin ungewöhnlichen schwarz-grünen Regierungskoalition.
Zwei Jahre nach Gründung des schwarz-grünen Bündnisses sprechen die Umfrageergebnisse eine deutliche Sprache: In Hamburg stürzt die CDU in der WählerInnengunst ab, der schwarz-grüne Senat verliert seine Mehrheit – so die Botschaft zur Halbzeit der Legislaturperiode. Die CDU büßt gegenüber der Bürgerschaftswahl 2008 fast 12% an Zustimmung ein und liegt mit 31% nur mehr knapp über ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl (27,9%). Die SPD verliert gegenüber 2008 3,1% und liegt nun mit der CDU mit 31% gleichauf. Gewinner sind GAL und DIE LINKE. Die GAL gewinnt 6,4% und schöpft damit ihr bei der Bundestagswahl erreichtes Potential (15,6%) voll aus. DIE LINKE liegt mit 10% 3,6% über ihrem Ergebnis der Bürgerschaftswahl und kommt nahe an die 11,2% der WählerInnen heran, die ihr bei der Bundestagswahl ihre Stimme gegeben haben. Die FDP kann mit 7% zwar ihr Bürgerschaftswahlresultat leicht verbessern (+2,2%), der Höhenflug von 13,2% bei der Bundestagswahl liegt aber schon wieder in weiter Ferne, was einerseits Resultat des Absturzes der Bundespartei, andererseits der anhaltenden Zerstrittenheit der hanseatischen FDP ist.
Der Absturz der CDU hat zum einen damit zu tun, dass die finanzielle Lage Hamburgs heute – anders als noch vor zwei Jahren – desaströs ist, die Stadt sich am Rande der Handlungsfähigkeit bewegt. In der illusionären Erwartung einer fortdauernden Prosperitätskonstellation und noch größerer Haushaltsreserven wurden beim Abschluss der schwarz-grünen Koalitionsvertrages reichlich teure Leuchtturmprojekte auf den Weg gebracht, deren Finanzierung sich nun als finanzpolitischer Bumerang erweisen. Sie waren nicht nur schlecht geplant (die Mehrkosten summieren sich inzwischen auf fast 1 Mrd. Euro), sondern haben für die Regionalökonomie, für zukunftsorientierte Wirtschaftsstruktur und Arbeitsplätze, viel zu wenig gebracht.
Die dramatische Wirtschafts- und Finanzkrise hat dieser Politik des „Wachsens ohne Weitsicht“ endgültig den Boden entzogen. Steuermindereinnahmen in Höhe von 6 Mrd. Euro bis 2014, wachsende Sozialausgaben und die unkontrollierte Leuchtturmpolitik haben die finanziellen Reserven der Stadt im Nu in Nichts aufgelöst und zwingen die schwarz-grünen Koalitionäre in eine Neuverschuldung, die das Land an den Rand des Abgrunds drängt. Die Hoffnung ist, dass es 2011 wieder aufwärts geht. Wenn nicht, das weiß auch der Senat, ist alle Finanzplanung Makulatur.
Der zweite Faktor, der den dramatischen Vertrauensverlust der Hamburger CDU erklärt, ist, dass die partielle Modernisierung christdemokratischer Politik (Bildung, Migration, Ökologie), die Voraussetzung für die schwarz-grüne Koalition war, innerhalb des bürgerlichen Lagers von Beginn an umstritten war. Vor allem die Schulreform mit der sechsjährigen Primarschule als Kern, hat den Protest in erster Linie der gehobenen sozialen Milieus hervorgerufen, die den aus ihrer Sicht für sie günstigeren Status Quo verteidigen wollen, und zwingt den Senat jetzt in eine Front mit der LINKEN und der SPD, um das Projekt zu retten. Darüber kommt es im Sommer zu einem Volksentscheid.
Die Hamburger FDP kann von dieser Entwicklung nur sehr begrenzt profitieren, weil sie mit ihren seit Jahren anhaltenden Querelen eher Anlass zum Spott, denn Sammelbecken für unzufriedene BürgerInnen ist. Die Gefahr ist vielmehr, dass sich am rechten Rand der CDU eine neurechte Formation entwickelt. Die Scheurl-Kampagne »Wir wollen lernen« mit ihrer unbedingten Verteidigung von Bildungsprivilegien und dem Impetus der Anti-Bürgerschaftsparteien-Bewegung hatte durchaus rechtspopulistische Züge. Bezogen darauf wäre es interessant zu wissen, wie sich das Nichtwählerpotential entwickelt.
In der Melange aus trüben Konjunktur- und Finanzaussichten und noch drängender werdenden gesellschaftlichen Problemlagen ist die Zukunft des Bildungssystems in Hamburg (wie andernorts) ins Zentrum des politischen Auseinandersetzung gerückt. Exemplarisch (auch für die Republik) wird hier vor dem Hintergrund von Erosionserscheinungen im bürgerlichen Lager die Frage entschieden, ob sich die Parteien, die an notwendigen (auch sozialen) Reformen festhalten, durchsetzen können gegen jene Kräfte, die angesichts der Bedrohungen der Krisenkonstellation rigide an der Verteidigung des Status quo festhalten und den an den Rand der Gesellschaft gedrängten sozialen Schichten auch nur das geringste mehr an sozialer Teilhabe verweigern. Die Sozialdemokratie tut sich schwer dabei, in dieser Auseinandersetzung ihren Ort zu finden.
Schlussfolgerung: Schwarz-Grün hat keine überzeugenden Zukunftsaussichten. Nimmt man den Konflikt über die Modernisierung des Bildungssystems im Kern aber ernst, entscheidet sich über dessen Ausgang die Reformfähigkeit der bundesdeutschen Gesellschaft.]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			<category>Schwarz-Grün</category>
			
			<author>bernhard.mueller@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:37:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Dresden: No pasaran - sie kommen nicht durch!</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//dresden-no-pasaran-sie-kommen-nicht-durch.html</link>
			<description>Seit zwölf Jahren trommelt die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) am Gedenktag der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="MsoNormal"><strong>Kommission politische Bildung aktiv vor Ort</strong></h2>
<p class="MsoNormal">Die bundesweite Kommission politische Bildung hat ihre turnusmäßige Sitzung kurzerhand nach Dresden verlegt ,um gegen den Aufmarsch&nbsp; der Nazis zu demonstrieren.Die Kommission besteht aus bestellten und gewählten Mitgliedern der Bundes-und Landesebene . Ihre Aufgabe ist es ,Bildungs-und Qualifizierungsangebote für alle Ebenen der Partei zu erarbeiten. Für Hamburg sind in das Gremium Regine Brüggemann und Hartmut Obens gewählt und seit 2007 tätig.<em></em></p>
<h2>Bericht von der Blockade am Neustädter Bahnhof</h2>
<p class="MsoNormal">Seit zwölf Jahren trommelt die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) am Gedenktag der Bombardierung Dresdens die rechtsextreme Szene zu einem "Trauermarsch" in der Stadt zusammen.</p>
<p class="MsoBodyText">Ursprünglich wollten die Faschisten anlässlich des 65. Jahrestages der alliierten Bombardierung durch die Stadt marschieren und die Luftangriffe auf die Elbmetropole für ihre Propaganda über einen „Bombenholocaust“ missbrauchen.</p>
<p class="MsoNormal">Dem wollte sich das „Nazifrei!“-Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, Globalisierungskritikern und Linken widersetzen. Bundesweit verteilte Plakate riefen zur Blockade des Gedenkmarsches auf. Die Dresdener Staatsanwaltschaft sah darin die „öffentliche Aufforderung zu einer Versammlungssprengung“ und ließ das Material beschlagnahmen. Dieses fragwürdige Verhalten hat dem Bündnis sogar noch Rückenwind verschafft.</p>
<p class="MsoNormal">Aufgrund der anschließenden Berichterstattung kam es zu einer Flut von Anmeldungen. 200 Busse waren am Samstag aus ganz Deutschland gekommen. Auch Antifaschisten/Innen aus Prag, überwiegend ältere Menschen, haben sich bei Eis und Schnee aufgemacht um gegen den braunen Spuk zu demonstrieren.&nbsp; Dem Bündnis zufolge stellten sich rund 12.000 Bürger bei den Blockaden den Nazis in den Weg.<em></em></p>
<p class="MsoNormal">Abgeordnete der Linkspartei aus Sachsen, Thüringen und Hessen meldeten auf der Hansastraße hinter dem Bahnhof Neustadt spontan eine öffentliche Fraktionssitzung an. Diese muss in jedem Fall genehmigt werden.</p>
<p class="MsoNormal">Für uns Kommissionsmitglieder bedeutete das, bei Eiseskälte ca. 3 Stunden geduldig auszuharren, den Neustädter Bahnhof mit den ankommenden Neonazis fest im Blick und Aug‘ in Aug‘ mit martialisch ausgerüsteten Polizisten. 8000 aus dem gesamten Bundesgebiet waren herangeschafft worden. Der sächsische Landtagsabgeordnete Enrico Stange war unser ständiger Begleiter, um uns&nbsp; in Falle eines Angriffs der Polizei durch seine Immunität zu schützen. <em></em></p>
<p class="MsoBodyText2">In der Dresdner Altstadt schaffen es ebenso viele BürgerInnen mit einer Menschenkette, die Neonazis zahlenmäßig weit zu übertrumpfen. Aus dem einstigen rechtsextremen Dresden-Großaufmarsch wird es an diesem Tag damit nichts - eine deftige Niederlage für die Neonazis. Dies ist ein Sieg der Zivilgesellschaft und einer geschickten Blockadestrategie.</p>
<p class="MsoNormal">Allerdings sollten wir nicht unterschätzen, dass antidemokratisches Denken und „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“( so Wilhelm Heitmeyers Langzeituntersuchung "Deutsche Zustände" ), die auf massiven Vorurteilsstrukturen&nbsp; gegenüber MigrantInnen und an den Rand der Gesellschaft gedrängte soziale Gruppen beruht, sich nicht nur auf Neonazis beschränken, sondern bis weit in die Mitte der Gesellschaft existieren. Dahinter lauert die (durchaus reale) Angst vor sozialem Abstieg und die tiefe Enttäuschung über die politischen Parteien. Westerwelles rechtspopulistische Ausfälle gegen Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, geben einen Eindruck vom aktuellen rechten Bedrohungspotential in dieser Republik.</p>]]></content:encoded>
			<category>Antifaschismus</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>regine.brueggemann@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 15:42:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Veranstaltung mit Malalai Joya. </title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//veranstaltung-mit-malalai-joya.html</link>
			<description>Malalai Joya war Ende 2003 international bekannt geworden, als sie vor der Loya Jirga...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Acht Jahre Krieg in Afghanistan!<br></h2>
Malalai Joya war Ende 2003 international bekannt geworden, als sie vor der Loya Jirga (verfassungsgebende Versammlung in Afghanistan) eine Rede hielt, in der sie die Anwesenheit von Warlords und Kriminellen in der Versammlung kritisierte. Sie wurde nicht nur aus der Versammlung ausgeschlossen, sondern erhielt seitdem Morddrohungen und musste um ihr Leben fürchten. Dennoch hörte ihr Kampf für die Rechte von Frauen, für Demokratie und gegen die Korruption der Regierung ihres Landes, nicht auf. Bei den Parlamentswahlen 2005 in der Provinz Farah wurde sie auf Grund ihres anhaltenden Kampfes für Gerechtigkeit gewählt und erhielt ein Mandat.
<p class="MsoNormal">Im Rahmen der Vorstellung ihres Buches <em>„Ich erhebe meine Stimme“</em>, ist Frau Joya in verschiedenen europäischen Ländern zu Gast, am Sonntag, den 14 Februar, war sie auf Einladung des afghanischen Frauenvereins in Wilhelmburg und referierte dort vor über 100&nbsp;Menschen - überwiegend AfghanInnen </p>
<p class="MsoNormal">Frau Joya ist eine sehr mutige und politisch sensible Frau mit klarer Vorstellung über die Feinde ihres Landes. Sie nannte drei verschiedene Gegner des afghanischen Volkes, nämlich: Die Besatzungsmächte, das Marionetten Regimes Karzai sowie die Taliban und andere reaktionäre Kräfte, z.B. Warlords: <em>„Wenn die Besatzer unser Land sofort verlassen würden, dann hätten wir einen Feind weniger.“</em>, sagte sie in Wilhelmsburg.</p>
<p class="MsoNormal">Sie kämpft für ein demokratisches und säkulares Afghanistan. Um es zu verwirklichen, appellierte sie an Exil-Afghanen und alle fortschrittlichen Kräfte, gegen die Feinde Afghanistans zu kämpfen. Besonders kritisierte sie die Medien in Afghanistan, die über die Proteste der Bevölkerung nicht berichten, weil sie unter der Kotrolle der Regimes seien. Frau Joya ist begeistert von den Protesten im Iran und warnte gleichzeitig, dass der Unmut der Bevölkerung von den „Grünen Reformern“ missbraucht werde. Sie sprach sich gegen Militäreinsätze der Deutschen in Afghanistan aus und verlangte den sofortigen Abzug der NATO Truppen.</p>
<p class="all">Am Rande der Veranstaltung wurde von Heike Hänsel (MdB DIE LINKE) und Zaman Masudi ein Komitee zur Unterstützung von Malalai Joya gegründet. </p>
<p class="external-document">Ihr Buch „<link http://www.piper-verlag.de/sachbuch/autor.php?id=9558&page=autoraz _blank external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">Ich erhebe meine Stimme</link>“ ist im Piper Verlag erschienen. Im Folgenden &nbsp;einige Informationen aus dem Buch:<br /><br />Es wird Geschätzt, dass es über anderthalb Millionen Witwen in Afghanistan gibt, von denen die meisten in erdrückender Armut leben. Entführungen und sexueller Missbrauch von Frauen und Kindern gehören in den vergangenen Jahren zur Tagesordnung. Schulbesuche werden für Mädchen immer gefährlicher, denn Angriffe auf Lehrerinnen und Schülerinnen nehmen wieder zu.<br />Eine UNIFEM (United Nations Development Fund for Women) Studie ergab, dass 80&nbsp;% aller Afghaninnen mindesten ein Mal im Leben Opfer von Gewalt werden. Oft handelt es sich um häusliche Gewalt. 25&nbsp;% der Frauen sind Opfer von sexueller Gewalt, 60-80&nbsp;% aller Ehen kommen durch Zwangsheirat zustande. Folgerichtig ist Afghanistan weltweit das Land mit der höchsten Zahl von Frauen, die &nbsp;an Depressionen leiden.<br />Weil ihr die Rechten als Abgeordnete genommen worden sind, könne sie leider nicht viel für diese misshandelte Frauen und Mädchen tun, außer ihnen zuzuhören und der Welt mitzuteilen, was sich in Afghanistan abspielt.<br />Leider stellen Gesetze und Tradition bei Vergewaltigungen den Rechten der Frauen entgegen. Oft gelte die vergewaltigte Frau als unrein. Manchmal würden sie von ihren eigenen Familien umgebracht oder begingen Selbstmord.<br />Wenn es die USA und ihre Verbündenten mit der Befreiung der Afghanischen Frauen ernst meinen, würden sie nicht die Warlords und Fundamentalisten beschützen und fördern. Außerdem könnten Frauenrechte weder von außen gespendet noch mit Waffen erzwungen werden. Gleichberechtigung sei viel mehr ein Wert, der durch die Bemühungen der Afghaninnen und Afghanen selbst erreicht werden sollte und werde. Tatsächlich waren Frauenrechten nur der Vorwand und nicht das wahre Motiv für den Krieg.<br />Ihre eigene Situation zeige nur zu deutlich, welchen Schwierigkeiten afghanische Frauen nach wie vor gegenüber stünden: In einem belagerten und ruckständigen Land wie Afghanistan für die Frauenrechte zu kämpfen sei riskant.<br />Die Arbeitslosigkeit wird laut Statistik offiziell mit 60&nbsp;% angegeben, in Wirklichkeit reiche sie an 90&nbsp;% heran.</p>]]></content:encoded>
			<category>Frieden und Antimilitarismus</category>
			<category>Internationale Politik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>zaman,masudi@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 11:35:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>DIE LINKE begrüßt Volksentscheid zur Schulstruktur- und bereitet sich vor</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//die-linke-begruesst-volksentscheid-zur-schulstruktur-und-bereitet-sich-vor.html</link>
			<description>Die quälenden Verhandlungen zwischen Senat und Elbvorortsinitiative sind heute ergebnislos...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die quälenden Verhandlungen zwischen Senat und Elbvorortsinitiative sind heute ergebnislos abgebrochen worden. Es wurde nämlich vollends deutlich, dass die Initiative vor allem das Ziel hat, die flächendeckende Einführung der Primarschule bis Kl. 6 zu verhindern, weil sie die mit der frühen Sortierung der Kinder ab Kl. 5 verbundene Auslese erhalten will. Damit ist nun der Weg frei, dass es ab 18. 7. zu einem Volksentscheid kommen kann.
<p class="MsoNormal">Die LINKE Hamburg begrüßt dies, denn nun haben die Bürger die letzte Entscheidung, ob es überhaupt einen ersten Reformschritt zum längeren gemeinsamen Lernen wenigstens bis Kl. 6 in Hamburg geben soll oder nicht. Auf ihrem Parteitag am 14. November 2009 hat die LINKE bereits beschlossen, dass sie es für besser und demokratischer hält, alle Wähler dies entscheiden zu lassen, als faule Kompromisse hinter verschlossenen Türen auszukungeln. Zwar bleibt die LINKE dabei, dass es für alle Kinder das Beste wäre, sie würden wie in allen Nachbarstaaten auch in einer Schule für Alle bis Kl. 10 gemeinsam lernen können, in kleineren Klassen und besser ausgestattet mit Räumen und PädagogInnen. Aber dieses Ziel rückt in weite Ferne, wenn selbst der erste kleine Schritt in diese Richtung schon von denen gestoppt wird, die nur ihre sozialen Privilegien auch in den Schulen aufrechterhalten wollen. DIE LINKE hatte deshalb beschlossen, bei diesem Volksentscheid alles zu tun, dass der Angriff auf die ersten Strukturreformschritte von einer Mehrheit der Wähler abgewehrt wird. Sie wird jetzt in die Vorbereitung des Volksentscheids gehen, gemeinsam mit der „Initiative Chancen für Alle - Hamburger Allianz für Bildung“, die sich gebildet hat. Sie wird sich auch daran beteiligen, der Einführung der flächendeckenden Primarschule bis Kl. 6 zu breiter Mehrheit in der Bürgerschaft zu verhelfen. Spiegel-Online dürfte Recht haben, dass es zu einer bundesweit einmaligen politischen Auseinandersetzung um die Frage geht, ob überhaupt der Weg freigemacht wird für längeres gemeinsames Lernen. In keinem anderen Bundesland wird eine solche Entscheidung in die Hand der Wähler gelegt. Auch wenn es den Hardlinern in der Handelskammer nicht passt, die noch in die letzte verhandlungsrunde verschärfend hineingegrätscht sind: Diesmal hat nicht der Vorstand der Handelskammer das letzte Wort, sondern der Wähler. Und das ist gut so.</p>]]></content:encoded>
			<category>Bildungspolitik</category>
			
			<author>horst.bethge@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 15:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Hamburg: Schwarz-grün und die soziale Spaltung</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//hamburg-schwarz-gruen-und-die-soziale-spaltung.html</link>
			<description>Die These, dass Hamburg auf einem guten Weg bei der Bekämpfung der Armut ist, muss angesichts der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hamburgs Sozialsenator Wersich (CDU)&nbsp; sieht das Land Hamburg bei der Überwindung der sozialen Spaltung auf einem guten Weg. Die Hamburger Strategie der „aktivierenden Hilfen“ habe erfolgreich die Armut in der Stadt zurückgedrängt. Durch den Ausbau von Kinderbetreuung, stadtteilbezogenen Fördermaßnahmen, Kinder- und Familienzentren, pädagogischen Mittagstischen und 80 zusätzliche neue Stadtteilprojekte habe man es finanziell und sozial benachteiligten Familien ermöglicht, Kompetenzen zu erwerben, die ihnen ein eigenverantwortliches Leben ohne staatliche Finanzzuschüsse ermöglichen. Die Tatsache, dass das Armutsrisiko in Hamburg sinke, sei ein Beleg dafür, dass der schwarz-grüne Senat auf dem richtigen Weg sei. 
Wersich<a href="politik/diskussionen/rss.xml#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> beruft sich bei seiner These auf Daten, die das Statistische Bundesamt im Rahmen seiner Sozialberichtserstattung im Dezember letzten Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Danach liegt die sog. Armutsgefährdungsquote, d.h. der Anteil der Menschen in Privathaushalten, die weniger als 60% des durchschnittlichen Einkommens (Medians) zur Verfügung haben, in Hamburg in 2008 mit 13,1% unter dem Bundesdurchschnitt von 14,4%. Diese Quote sei außerdem seit 2005 kontinuierlich von 15,7% auf jetzt 13,1% zurückgegangen, während bundesweit schon 2007 und 2008 ein erneuter Anstieg der Zahl der in Armut lebenden Menschen zu verzeichnen gewesen sei.
Nun weist das Statistische Bundesamt zwei verschiedene Armutsgefährdungsquoten aus. Die eine, die Herr Wersig zitiert, bezieht die regionalen Einkommen auf den Bundesdurchschnitt, die andere auf den jeweiligen regionalen Landesdurchschnitt. Bezieht man die Einkommen von Hartz IV-Haushalten etc. auf den Landesdurchschnitt ergibt sich ein völlig anderes Bild, als das von Herr Wersig gezeichnete. Dann liegt Hamburg mit einer Quote von 16,1% beim Anteil der armen Schichten der Bevölkerung nach Bremen (18,2%) absolut an der Spitze (Bundesdurchschnitt 14,4%). Auch bei anderen Indikatoren für die soziale Spaltung – der Mindestsicherung- (Anteil aller SozialleistungsempfängerInnen) und der SGB-II- Quote (Anteil der Hartz IV EmpfängerInnen) – weist Hamburg nach den Stadtstaaten Berlin und Bremen die höchsten Anteile aus.
Wir wollen nicht bestreiten, dass die staatlichen Stellen in Hamburg um das Problem einer wachsenden sozialen Spaltung wissen. Unbestritten ist auch, dass mit sehr begrenzten Finanzmitteln gegen eine Tendenz angekämpft wird, die in letzter Konsequenz in ökonomischen Basistrends gründet. Wir bleiben aber dabei: Hamburg hat kein ausgewiesenes Landesprogramm gegen Armutsentwicklung. Schon die Ablehnung einer kontinuierlichen Berichterstattung über Armut und Reichtum in der Hansestadt durch die schwarz-grüne Regierungskoalition behindert einen effektiven Ressourceneinsatz. Bei nüchterner Bestandsaufnahme der Armutsentwicklung in Hamburg würde vielleicht auch eine breite Verständigung in der Zivilgesellschaft auf ein Landesprogramm gegen Armut und soziale Spaltung möglich werden.
Zur schonfärberischen Sichtweise auf die tiefe soziale Spaltung in der Stadt, die die eigene Tatenlosigkeit und politische Prioritätensetzung rechtfertigen soll, gehört, dass Herr Wersich einen anderen vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen Indikator für die wachsende Schwere zwischen Arm und Reich in Hamburg, erst gar nicht zitiert: die Einkommensreichtumsquote. Sie misst den Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von mehr als 200% der Durchschnittseinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten. Hier erreicht Hamburg mit 9,8% den absoluten Spitzenwert. Mit anderen Worten: In Hamburg leben relativ die meisten Menschen mit deutlich über dem Durchschnitt liegenden hohen bis sehr hohen Einkommen. Dieser Anteil von Besserverdienenden und Vermögenden ist auch anders als im Bundesdurchschnitt und in fast allen anderen Bundesländern seit 2005 (9,1%) kontinuierlich gestiegen.
<h2>Verfestigte Armutsstrukturen</h2>
Ende 2008 waren in Hamburg ca. 230.000 Menschen auf Sozialleistungen angewiesen. Das waren 13,0% der Bevölkerung. Der überwiegende Teil (194.000) bezog Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (Hartz IV). Hinzu kamen 27.000 BezieherInnen von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und 3.000 EmpfängerInnen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) außerhalb von Einrichtungen. 7.000 Menschen erhielten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Die Zahl der Hartz IV EmpfängerInnen ist im Zeitraum von 2006-2008 leicht zurückgegangen (-11.000), während die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung vor allem im Alter angewiesen sind, sich seit deren Einführung im Jahr 2003 fast verdoppelt hat (2003: 14.000).
Der Rückgang der BezieherInnen von ALG II hat dabei wenig mit der Politik des schwarzen bzw. schwarz-grünen Senats zu tun, für den die soziale Spaltung immer eher ein Randthema war, sondern verdankt sich in erster Linie den günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis zum Herbst 2008. Dies hat zu einem deutlichen Rückgang der Zahl der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen geführt, die allerdings in erster Linie in prekären Beschäftigungsverhältnissen untergekommen sind. So ist die Zahl der geringfügig Beschäftigten kontinuierlich gestiegen. Im März 2009 waren160.000 Menschen ausschließlich oder im Nebenberuf geringfügig beschäftigt. 34.000 Menschen waren im September 2009 arm trotz Arbeit, also auf zusätzliche Leistungen nach dem ALG II angewiesen. Auch die 7.600 Ein-Euro-JobberInnen aus dem Januar 2010 tauchen in keiner Arbeitslosenstatistik auf.
Seit dem Herbst 2009 macht sich die Wirtschaftskrise auch in Hamburg in einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bemerkbar. Im Januar 2010 waren 83.400 Menschen (offiziell) ohne Arbeit, ein Anstieg von fast 10% gegenüber dem Januar 2009. Erstmals seit Herbst 2008 stagniert dabei die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vorjahr. Bei dem vorauszusehenden Anstieg der Zahl der Arbeitslosen auf über 90.000 allein bis Mitte 2010, ist es keine gewagte Prognose, davon auszugehen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen, und damit der Hartz IV-EmpfängerInnen auf deutlich über 200.000 ansteigen wird.
Zugleich haben sich trotz leichtem Rückgang der LeistungsempfängerInnen nach SGB II die Armutsstrukturen weiter verfestigt. Die BezieherInnen von Sozialleistungen leben sozial-räumlich konzentriert in bestimmten Stadtteilen. Diese Tendenz hat sich noch verstärkt, wie der relativ geringe Rückgang der entsprechenden Anteile in den besonders betroffenen Bezirken (vor allem Mitte, Harburg und Bergedorf) und Stadtteilen zeigt. In Wilhelmsburg, Rothenburgsort/Billbrock und Billstedt sind rund 27% der EinwohnerInnen auf Transferleistungen angewiesen. Knapp ein Fünftel aller Hamburger Statteile weist EmpfängerInnenquote von 18% und mehr auf. Im Gegensatz dazu liegt in einem Drittel aller Hamburger Stadtteile der Anteil der TransferleistungsempfängerInnen unter 8%. Zu diesen Stadtteilen zählen die Elbvororte und Bereiche nahe der Außenalster und die Hafencity.
Diese soziale Spaltung spiegelt sich in den großen Unterschieden im Lohn- und Einkommensteueraufkommen in den Hamburger Stadtteilen, die für das Jahr 2004 ausgerechnet wurden. Danach liegt der Durchschnittswert der zu versteuernden Einkommen bei 32.505 Euro je Steuerpflichtigem. Die höchsten Werte finden sich zum einen in den Elbvororten in Nienstedten (mit 150.000 Euro), Blankenese (94.500), Othmarschen (88 900), Groß Flottbek (62.200) und Rissen (50.500), in den innenstadtnahen Stadtteilen um die Außenalster in Harvestehude (73.800) und in Rotherbaum (51 200) sowie in den Walddörfern, in Wohldorf-Ohlstedt (92.100), in Wellingsbüttel (72.000), Lehmsahl-Mellingstedt (59.100), Duvenstedt (52.900) und in Volksdorf (50.400).
Die geringsten Einkommen verzeichnen insbesondere einzelne Stadtteile des Bezirks Mitte, so Veddel (17.000), Kleiner Grasbrook/Steinwerder (17.800), Rothenburgsort (18.200), Horn (19.600) und Hamm-Mitte (19.700). Hinzu kommen im Bezirk Nord der Stadtteil Dulsberg (18 500) und im Bezirk Harburg der Stadtteil Harburg (19 200).
In den von Armut besonders betroffenen Quartieren ist – dies spiegelt ja gerade die Lohnsteuer- und Einkommensstatistik – auch die Arbeitslosigkeit besonders hoch. Verstärkt wurden diese Tendenzen durch die von Schwarz-Grün unterstützte und geförderte Aufwertung von bestimmten Quartieren (z.B. Ottensen oder St. Georg –ein Prozess, der als Gentrifizierung bezeichnet wird), die vor allem über den Mechanismus der Mietsteigerung zu einer Vertreibung vieler BürgerInnen in die schon bestehenden sozialen Brennpunkte geführt hat.
<p class="MsoNormal">Besonders von Armut betroffen sind vor allem die Kinder. 26% aller Kinder unter 7 Jahren lebt vom Sozialgeld. Auch hier finden wir wieder die typisch räumlich-soziale Konzentration. So sind im Bezirk Mitte 43,6% der Kinder unter 7 Jahren von Armut betroffen. In Stadtteilen wie Billstedt und Wilhelmsburg liegen diese Anteile bei 50-60%.</p>
In der besonderen Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen in den Armutsquartieren (Armutsgefährdungsquote: 26,1%) kommt die besonders schwierige Situation der dort lebenden Familien und Alleinerziehenden zum Ausdruck. So liegt die Armutsgefährdungsquote (gemessen am Landesmedian) bei Familien von drei oder mehr Kindern bei 43,7%, sie wächst seit 2005 stetig an. An zweiter Stelle folgen alleinerziehende Mütter: Ihr Anteil ging zwar von 38,6% (2005) auf 38,2% leicht zurück, stieg jedoch von 2007 auf 2008 wieder deutlich an.
<table class="MsoNormalTable" style="width: 427pt; border-collapse: collapse;" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="569">  <tbody><tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; width: 70pt; height: 12.75pt;" valign="bottom" width="93" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td colspan="5" style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; width: 223pt; height: 12.75pt;" valign="bottom" width="297" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>SozialleistungsempfängerInnen   31.12.2008</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; width: 42pt; height: 12.75pt;" valign="bottom" width="56" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td colspan="2" style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; width: 92pt; height: 12.75pt;" valign="bottom" width="123" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Arbeitslos 9-2009</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Gesamt</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Anteil %</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&lt; 7 Jahre</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Anteil %</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">7--17 Jahre</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Anteil %</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Zahl</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Quote</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Mitte</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>61.134</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>21,1</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>8.193</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>43,4</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>9.865</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>37,1</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>18.992</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>9,4</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Billstedt</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">18.583</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">26,6</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">5.100</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">11,1</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Wilhelmsburg</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">13.737</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">27,4</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">3.961</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">11,8</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Altona</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>30.103</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>11,7</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>3.604</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>20,6</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>4.543</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>18,5</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>11.014</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>6,5</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Altona-Altstadt</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">5.154</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">19,2</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.892</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">9,6</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Lurup</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">6.521</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">19,3</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.860</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">8,6</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Eimsbüttel</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>22.027</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>8,7</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>2.265</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>15,6</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>3.030</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>15,1</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>8.019</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>4,8</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Eidelstedt</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">4.306</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">14,1</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.258</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">6,5</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Nord</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>29.214</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>10,1</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>2.939</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>19,1</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>3.430</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>18,2</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>11.677</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>5,8</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Dulsberg</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">4.406</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">24,1</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.403</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">10,6</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Wandsbek</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>46.094</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>11,2</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>5.692</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>23,1</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>7.520</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>17,9</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>15.311</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>5,8</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Jenfeld</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">6.594</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">26,0</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.624</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">9,8</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Steilshoop</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">4.626</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">24,0</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.217</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">9,5</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Bergedorf</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>16.097</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>13,4</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>2.086</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>26,6</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>2.864</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>19,8</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>5.101</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>6,5</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Allermöhe</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">3.336</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">22,0</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">836</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">7,8</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Harburg</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>24.203</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>15,8</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>3.495</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>34,6</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>3.495</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>24,5</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>8.222</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>8,1</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">davon</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Harburg</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">5.060</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">23,1</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.793</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">11,1</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">Hausbruch</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">3.632</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">20,7</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">1.029</p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal">9,4</p>   </td>  </tr>  <tr style="height: 12.75pt;">   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>Gesamt</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>229.566</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>13,0</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>28.324</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>26,0</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>28.324</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>21,7</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>78.841</strong><strong></strong></p>   </td>   <td style="padding: 0.65pt 0.65pt 0cm; height: 12.75pt;" valign="bottom" nowrap="nowrap">   <p class="MsoNormal"><strong>6,7</strong><strong></strong></p>   </td>  </tr> </tbody></table>
Die dritte Gruppe, die besonders von Armut betroffen ist, sind Menschen mit Migrationshintergrund. Bei ihnen liegt die Armutsgefährdungsquote 2008 bei 33,4% und stagniert damit auf dem 2005 ausgewiesenen Niveau. Ende 2008 waren etwa 66.000 MigrantInnen auf Sozialleistungen angewiesen, das waren etwa 27% der in Hamburg lebenden Menschen ohne deutschen Pass. Charakteristisch auch hier wieder die sozial-räumliche Konzentration. So wies der Bezirk Mitte (ohne Wilhelmsburg) 2007 mit 25,1% den deutlich höchsten Anteil von MigrantInnen ohne deutschen Pass auf. In Wilhelmsburg lag der entsprechende Anteil bei 33,8%.
<h2 class="MsoNormal">Hamburg für Alle – sozial, ökologisch und solidarisch</h2>
Die These, dass Hamburg auf einem guten Weg bei der Bekämpfung der Armut ist, muss angesichts der tatsächlichen Verhältnisse, in den Bereich der Fabel verwiesen werden. Völlig ignorant gegenüber den Lebensverhältnissen der Betroffenen, aber durchaus typisch für die Grundhaltung der schwarz-grünen Koalitionäre, ist auch die Behauptung des Sozialsenators Wersich, Menschen die Sozialleistungen erhielten, lebten nicht in Armut. „Die staatliche Stütze verhindert vielmehr, dass Menschen von Armut betroffen werden.“ Jede seriöse Untersuchung zu Hartz IV etc. hat demgegenüber zu Tage gefördert, dass man von den Regelsätzen nicht menschenwürdig leben kann, sie also dringend aufgebessert werden müssen.
Und: Die schwarzen und schwarz-grünen Senate in Hamburg haben im letzten Jahrzehnt vieles getan, um die soziale Spaltung zu vertiefen und die Arbeits- und Lebensbedingungen der auf öffentliche Leistungen angewiesenen Menschen zu verschlechtern. So hat man in den von Armut besonders betroffenen Quartieren die soziale Infrastruktur demontiert – Schwimmbäder, Bücherhallen und Schulen wurden geschlossen. Die für soziale Stadtentwicklung ausgegebenen Gelder waren demgegenüber nie mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Bis heute verweigert man beispielsweise die Rückgängigmachung des Büchergeldes oder das warme Mittagessen für von Sozialgeld lebende Kinder in Kitas und Schulen.
Und schon ist absehbar, dass angesichts der durch die Wirtschaftskrise drohenden Ausweitung der von Armut betroffenen Teile der Bevölkerung, der schwarz-grüne Senat im Rahmen seiner verfehlten Sparpolitik, erneut einen gewichtigen Beitrag zur weiteren Vertiefung der sozialen Spaltung leisten wird. Die angekündigte Erhöhung der Beiträge fürs Mittagsessen auch für die Kinder von SozialleistungsempfängerInnen oder die Verschiebung der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung ab 2 Jahre auf 2013 sind nur die besonders bitteren Pillen, die erneut die Armen dieser Stadt zu schlucken haben. Und in Sachen Wohnungsmarkt, dem Bau von preiswerten Sozialwohnungen für Menschen mit geringem bis durchschnittlichen Haushaltseinkommen glänzt der Senat durch Tatenlosigkeit. Das Gleiche gilt für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen und Schaffung von Beschäftigungsverhältnissen im öffentlichen Sektor erst die Voraussetzungen schaffen müsste, dass Menschen dem Teufelskreis der Armut entrinnen können.
Sofern war und ist die Bekämpfung von Armut und sozialer Spaltung eine der Hauptaufgaben der Politik der LINKEN in Hamburg. Die vielen Maßnahmen, die zur Bekämpfung der drängendsten sozialen Probleme auf den Weg gebracht werden müssen, sind zugleich zu verbinden mit einem Umbau von Hamburgs Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung einer solidarischen Ökonomie. Erst dann wird am Ende des Armutstunnels die hoffnungsvolle Perspektive eines „Hamburg für alle“ sichtbar und besteht die Chance, diese Menschen, die sich ganz überwiegend enttäuscht und hoffnungslos von der Politik abgewandt haben, zu einem zivilgesellschaftlichen Engagement und sei es nur zur Wahrnehmung ihrer Bürgerrechte, zu motivieren.
<hr> <div id="ftn1"> <p class="MsoFootnoteText"><a href="politik/diskussionen/rss.xml#_ftnref1" name="_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference">[1]</span></span></a> Am 4.2.2010 berichtet das Hamburger Abendblatt: „Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) eröffnete die Diskussion … um Begriffe zu definieren. Seine Botschaft: Entgegen anderer Behauptungen nehme Armut in Hamburg nicht zu. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes ist die &quot;Armutsgefährdungsquote&quot; in der Hansestadt zwischen 2005 und 2008 von 15,7 auf 13,1 Prozent gesunken. Damit liegt Hamburg seit 2007 unter dem Bundesschnitt und auch deutlich unter der Quote anderer Stadtstaaten (Bremen 2008: 22,2 Prozent, Berlin 2008: 18,7 Prozent). Und bisher, so der Senator, habe die Wirtschaftskrise dies nicht wesentlich verändert.“</p> <p class="MsoFootnoteText">In der Welt vom 5..2.2010 heißt es dann: „Dem Senat gelingt es nicht, der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich entgegen zu wirken. Dies war der Tenor auf der ersten Konferenz zur sozialen Spaltung, die die Arbeitsgemeinschaft Soziales Hamburg gestern in Wilhelmsburg veranstaltete. Damit widersprachen die Redner Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU), der zuvor von einem sinkenden Armutsrisiko und einer erfolgreichen &quot;aktivierenden Hilfe&quot; – also der Investition in Stadtteil-Infrastrukturen – gesprochen hatte“. </p> </div>    ]]></content:encoded>
			<category>Sozialpolitik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>bernhard.mueller@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 17:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schwarz-grünes Versagen am Arbeitsmarkt</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//schwarz-gruenes-versagen-am-arbeitsmarkt.html</link>
			<description>Arbeitsmarktpolitik in Hamburg? Das hakt schon bei der Überschrift. Gibt es unter Schwarz/Grün...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Arbeitsmarktpolitik in Hamburg? Das hakt schon bei der Überschrift. Gibt es unter Schwarz/Grün etwas, was diesen Namen verdiente? Eines ist sicher: Die CDU unternimmt schon lange nichts mehr, setzt von jeher auf die angeblichen Wirkungen steuerlicher Begünstigungen und Beihilfen für Unternehmen auf dem „ersten“ Arbeitsmarkt. Der frühere „zweite“ Arbeitsmarkt ist völlig abgeschrieben; die Streichungen bei den Weiterbildungsträgern hat den Qualifizierungs- , Umschulungs- und Reha-Bereich nahezu zum Erliegen gebracht. Und die Grünen? Die berauschen sich an dem Marketingschwindel angeblicher „Wachstums- und Arbeitsmarkteffekte“ des „Wachsende-Stadt“-Konzepts, das jetzt mit dem Wörtchen „nachhaltig“ ausgeschmückt wurde, um den gewaltigen Anteil von „Grün“ an der Hamburger Standortpolitik (für die anzulockenden Besserverdienenden) zu verkaufen, während Familien und Geringverdiener durch die fast völlige Einstellung des sozialen Wohnungsbaus und die enorme Verteuerung städtischen Mietraums hinausgedrängt werden, um die gesichtslosen und sozial gefährdeten Großwohnblöcke zu bevölkern, die dann später das Etikett „soziale Brennpunkte“ verpasst bekommen. „Gentrifizierung“ in den Farben Schwarz und Grün! &nbsp;Es war also kein Zufall, dass die Hamburger Grünen bei der „Gängeviertel“-Bewegung vollständig überrascht wurden und Senatorin Hajduk sich mühsam ins Spiel bringen musste, um überhaupt&nbsp; in die Nachrichten zu kommen. Wilfried Mayer, grüner „Vordenker“ von Springers Gnaden, hatte im Abendblatt noch eine halbe Seite bekommen, um Christoph Twickel, den Autor des stadtpolitischen Manifests „Not in our name, Marke Hamburg“ mit seinem kapitalismusfrommen Mantra zu traktieren. Wie schön, dass solche Leute wie Mayer einmal mehr Lügen gestraft wurden, als es der Künstler-Initiative gelang, eines der Plattmacher-Projekte der „nachhaltig wachsenden Stadt“ zu Fall zu bringen!<br /> Wie man sieht, jenseits aller standortpolitischen Blütenträume und „Leuchttürme“, meldet sich die Hamburger Wirklichkeit doch immer wieder vernehmlich zu Wort; und es verwundert nicht, wenn Senator Gedaschko im Hamburger Abendblatt vom 9. Januar vermelden lässt: „Ohne Konjunkturprogramm würde Hamburg schrumpfen“. Also: staatliche Konjunkturprogramme sind offenbar doch ein wirksameres Instrument als metropolitane Marketing- und Standortkonzepte mit Leuchtturmeffekten, um Krisenauswirkungen zu bremsen, Massenarbeitslosigkeit in Grenzen zu halten und Impulse für ein sinnvolles Wirtschaftswachstum in dieser Stadt anzuregen! Man sieht, dass Gedaschko, einer der feinfühligeren, realitätsnäheren Konservativen dieses Senats, eher als seine grünen Mitläufer spürt, dass sich der Wind gedreht hat und die Leute jetzt wissen möchten, was angesichts der in diesem Jahr hochschnellenden Arbeitslosenzahlen vom Senat getan wird, um die Folgen der Krise auf die Beschäftigungssituation in Hamburg abzufedern. Die 750 Mio. Euro (2010 bis 2012!) für Hamburg, deren Beschäftigungseffekte Gedaschko hat untersuchen lassen, sollen ca 4.000 Arbeitsplätze schaffen.&nbsp; Doch er schmückt sich hier mit fremden Federn, denn diese Gelder sind fast ausschließlich Bundesmittel, die in ihrer Wirkung von vornherein nur den ideologischen Anschein erwecken sollen, als würden sie so etwa wie „Wachstumsförderung“ in den Regionen bewirken. Deshalb bleibt wohl auch Josef Katzer, der Chef der Hamburger Handwerkskammer, der einzige, der dieses Programm für Hamburg so richtig gut findet. SPD und Gewerkschaften haben sich auch prompt kritisch geäußert. Wolfgang Rose, ver.di Hamburg, kommentiert: "Das Konjunkturprogramm des Senats vom Dezember 2008 war nur ein Trippelschritt in die richtige Richtung. Das Eigenlob mit dem bestellten Prognos-Gutachten stinkt, der Senat ist zu kurz gesprungen."<br /> Die offiziellen Dezember-Zahlen der Arbeitslosigkeit in Hamburg sprechen eine deutliche Sprache: Im Dezember 2009 waren 10,8 % mehr Menschen arbeitslos als 2008 (77.200). Und eines ist sicher: In diesem Jahr ist ein Anstieg der offiziell als arbeitslos gemeldeten Menschen auf über 100.000 mehr als wahrscheinlich. Es ist wohl eindeutig, dass Gedaschkos Äußerungen eher als Beruhigungspille wirken soll,&nbsp; anstatt &nbsp;sich dieser gravierenden Herausforderung zu stellen. Doch was kann Hamburg, was könnte der Hamburger Senat tun, wenn ihm die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit wirklich am Herzen läge? In der Hamburger LINKEN hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, die aus arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischer Sicht analysiert hat, dass die tatsächliche Erwerbslosigkeit in Hamburg doppelt so hoch liegt wie in den offiziellen Statistiken ausgewiesen. Wenn es gelänge, die politischen und haushaltspolitischen Weichen zu stellen und eine Hamburger Bewegung politischen Druck erzeugen würde, die die arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Apathie des schwarz-grünen Senat überwinden könnte, dann wäre es möglich, bis zu 50.000 erwerbslose Hamburgerinnen und Hamburger in Arbeit zu bringen. Die AG kommt zu dem Ergebnis, dass dies unter Ausschöpfung aller steuerlichen, haushaltspolitischen und kreditfinanzierten Mittel, die dem Land Hamburg und dem Senat zur Verfügung stehen, möglich wäre &nbsp;– &nbsp;wenn er denn wollte! Als beschäftigungsfördernde Investitionen setzt das Konzept in „niedrigschwelligen“, weniger kapital- und mehr arbeitsintensiven Bereichen an (stadtteilorientierte Bau- und Infrastrukturtätigkeit, dienstleistungs- und ökologisch orientierte Beschäftigungsfelder) , um hohe Beschäftigungseffekte zu erzielen. <a href="politik/diskussionen/rss.xml#_edn1" name="_ednref1">[i]</a><br /> Im September letzten Jahres hat eine arbeitsmarktpolitische Anhörung der Bürgerschaftsfraktion stattgefunden, auf der das Konzept der AG „50.000 Arbeitsplätze für Hamburg“ von namhaften Vertretern aus Gewerkschaften und Politik (u. a. <strong>Ralf Krämer</strong> vom Bundesvorstand ver.di, <strong>Wolfgang Rose</strong> von ver.di Hamburg und <strong>Peter Deutschland</strong> von DGB Nord) begrüßt und gewürdigt wurde. <a href="politik/diskussionen/rss.xml#_edn2" name="_ednref2">[ii]</a></p>
<p class="MsoNormal">Auf dem letzten Landesparteitag wurde der Antrag der „AG 50.000“, im April diesen Jahres eine <strong>arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Konferenz der LINKEN Hamburg</strong> zu veranstalten, einstimmig angenommen.<br /> Auf diesem Kongress am <strong>24. April 2010</strong> sollen die Grundlagen für ein Programm der Hamburger LINKEN zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit im Zeichen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Hamburg erarbeitet werden, das zur Richtschnur unserer parlamentarischen und außerparlamentarischen Aktivitäten bis zur nächsten Bürgerschaftswahl dienen soll.</p>
<hr> <div id="edn1"> <p class="MsoNormal"><a href="politik/diskussionen/rss.xml#_ednref1" name="_edn1"><span class="MsoEndnoteReference"><span class="MsoEndnoteReference">[i]</span></span></a>&nbsp; 50.000 neue Arbeitsplätze für Hamburg! Jahrhundertkrise hat den Hamburger Arbeitsmarkt erreicht und erfordert sofortiges Handeln gegen die Massenarbeitslosigkeit in der Exportstadt Hamburg, zu erhalten bei: <link HObens@t-online.de - mail "Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mail">HObens|at|t-online.de</link></p> </div> <div id="edn2"> <p class="MsoEndnoteText"><a href="politik/diskussionen/rss.xml#_ednref2" name="_edn2"><span class="MsoEndnoteReference"><span class="MsoEndnoteReference">[ii]</span></span></a> Protokoll arbeitsmarktpolitische Anhörung&nbsp; DIE LINKE. Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, 8. September 2009, im Anhang dieses Beitrages als PDF-Download oder zu erhalten bei <link HObens@t-online.de - mail "Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mail">HObens|at|t-online.de</link></p> <p class="MsoEndnoteText">&nbsp;</p> </div>       ]]></content:encoded>
			<category>Arbeitsmarktpolitik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>HObens@t-online.de</author>
			<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 16:09:00 +0100</pubDate>
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			<title>Zum 38. Jahrestag des „Radikalenerlasses“: Die Bundesrepublik ein „Unrechtsstaat“?</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//zum-38-jahrestag-des-radikalenerlasses-die-bundesrepublik-ein-unrechtsstaat.html</link>
			<description>Am 28. Januar jährt sich zum 38. Mal der Tag, an dem die Ministerpräsidenten und der damalige...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 28. Januar jährt sich zum 38. Mal der Tag, an dem die Ministerpräsidenten und der damalige Bundeskanzler Willy Brandt den Beschluss fassten, zukünftig „Radikale“ vom öffentlichen Dienst fernzuhalten. Von allen Beschlüssen, die diese Runde je fasste, war er der folgenschwerste.
Er betraf direkt Mitglieder verschiedener kommunistischer, maoistischer und trotzkistischer Parteien und Gruppen, linke Sozialdemokraten und Liberale, Christen und Friedensaktivisten. 136 wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen, 1250 als Bewerber für den Staatsdienst abgelehnt, 2200 mit Disziplinarverfahren überzogen. Insgesamt waren&nbsp; 11 000 Mitbürger von Berufsverbotemaßnahmen betroffen. 3, 5 Millionen Bewerber und zur Berufung oder Beförderung anstehende Angehörige aller Bereiche des öffentlichen Dienstes zwischen 1971 und 1992 wurden vom Verfassungsschutz durchleuchtet, Regelanfrage genannt. 35 000 Dossiers wurden erstellt. In diesen Jahren&nbsp; vorsorglich angelegte Dateien beim Verfassungsschutz, NADIS genannt, erfassten 18 Millionen Bundesbürger (bis 1992 gezählt).
Indirekt betroffen waren aber hunderttausende von jungen Menschen, die sich politisch eingeschränkt und beobachtet fühlten, ihre Meinung zu sagen. Und Demokraten aller Couleur, die die Grund- und Menschenrechte verletzt sahen. Kein Wunder, dass es zu großen Protestdemonstrationen im In- und Ausland kam, bis hin nach Island und Neuseeland. Es gab ablehnende Beschlüssen vieler Kirchen-, Gewerkschafts- und einiger Parteitage. Ganze Fakultäten und Jugendorganisationen lehnten diese Berufsverbote ab. Ebenso Kongresse der Historiker, Soziologen, Mathematiker, Anästhesisten. Zur materiellen Unterstützung der Betroffenen wurde der Heinrich- Heine-Fonds gegründet, der über 1, 5 Mill. DM sammelte.&nbsp; 
In der UNO-Menschenrechtskommission wurde die Berufsverbotepolitik ebenso kritisierte wie auf den KSZE-Konferenzen in Belgrad, Wien, Madrid und Moskau. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO/IAO) stellte die Verletzung div. ILO-Konventionen fest. Die Bundesregierung geriet wie nie zuvor und seitdem wegen Verletzung des Menschen- und Völkerrechte durch Berufsverbote auf die Anklagebank der internationalen Öffentlichkeit. Schließlich stellte sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass Art. 10 und 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention gravierend verletzt worden ist. Er verurteilte die Bundesrepublik in einem Fall zum Schadenersatz. Das alles hinderte die Bundesregierung jedoch nicht, bis heute eine Annullierung der Berufsverbote und eine Rehabilitierung der Betroffenen zu verweigern- trotz mehrerer Vorstöße im Bundestag in mehreren Wahlperioden. Heute wird alles getan, den Mantel des Verschweigens und Vergessens über die Berufsverbotepolitik zu breiten.
Aber auch die erste Welle der Berufsverbote nach dem so genannten „Adenauer Erlass“ vom 19. 9. 1950 und die Verschärfung etlicher Straftatbestände wegen Geheimbündelei, Landesverräterischer Beziehungen und der so genannten Kontaktschuld darf nicht dem Vergessen anheim fallen. Viele Kommunisten wurden damals verfolgt, und diejenigen, „die Kontakt“ zu ihnen unterhielten oder in die DDR fuhren. Rund 10 000 Strafprozesse gegen KPD-Mitglieder und Linke gab es, davon alleine in Niedersachsen vom 1. 9. 1951 bis zum KPD-Verbot am 17. 8. 1956 2 333 Strafprozesse mit zusammen 1 558 Monaten Gefängnis und 14 593,40 DM Geldstrafe. Auch hier erfolgte bisher keine Rehabilitierung und Entschädigung. Noch in den sechziger Jahren wurden Renten und Wiedergutmachungsbeiträge gekürzt, was seitdem ausblieb. Aber Kommunisten verloren, wenn sie in die Mühlen der politischen Justiz auch nur bei Verdacht oder Ermittlungsverfahren gerieten, ihren Arbeitsplatz. Die zweite Welle von Berufsverboten nach 1972 war dagegen von einer langen Verfahrensdauer und inquisitorischen Befragungen geprägt. In Hamburg wurde ein Berufsverbot einmal erst nach 22 Jahren, ein anderes nach 21 Jahren aufgehoben. In einem Fall musste sich der Betroffene zahlreichen „Anhörungen“ von zusammen 28 Stunden Dauer unterziehen. Die Arbeits- und Verwaltungsgerichtsverfahren gingen fast alle durch mehrere Instanzen, in 13 Fällen auch bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. 
Anstatt nun mit dem Ende des „kalten Krieges“ dessen Schützengräben zu verlassen und durch Wiedergutmachung und Rehabilitierung der Betroffenen zugefügtes Unrecht und systematisch betriebene Menschenrechtsverletzungen aufzuarbeiten, sitzen die Verantwortlichen in den Landesregierungen der alten Bundesländer und der Bundesregierung die Völkerrechtswidrigkeit der Berufsverbote einfach aus. Willy Brandt, Herbert Wehner und Peter Glotz kamen immerhin bedauernde Sätze mit „Irrtum“ oder unser „größter Fehler“ über die Lippen. Aber auch das blieb folgenlos. Und selbst als Gerhard Schröder, Olaf Scholz, Joschka Fischer, Heidi Wieczorek- Zeul, Herta Däubler-Gmelin, Jürgen Trittin und Siegmar Gabriel, die früher selbst aktiv gegen die Berufsverbote protestierten oder dem Anti- Berufsverbote-Komitee angehört hatten, in die Regierungsverantwortung kamen, wollten sie an ihre früheren Einsichten nicht mehr erinnert werden. Es passierte das auch dann nicht. 
Auch der Weg anderer Staaten, die Aufarbeitung einer unheilvollen Vergangenheit vorzunehmen, wurde nicht beschritten, denn Verfolgung von Linken gab es auch anderswo (wenn auch nicht so systematisch und verrechtlicht wie in der alten BRD). In USA, Österreich Italien und der Schweiz wurden die Akten geöffnet. So nahmen in der Schweiz 300 000 Einsicht in die illegal angelegten Akten. 1998 gab es sogar eine Volksabstimmung zur „Abschaffung der politischen Polizei“. In Schweden sind die 22 000 sozialdemokratischen Funktionäre bekannt, die Kommunisten bespitzelt hatten. Seit 1996 ist es gesetzlich verboten, politische Ansichten der Bürger zu erfassen und zu speichern. Eine „Wahrheitskommission“ arbeitete alle Fälle auf. In Norwegen wurden 1996, als die Bespitzelungen aufflogen, durch die so genannte „Lund-Kommission“ alle 49 000 Fälle im Lande aufgearbeitet. Und Länder wie Südafrika, Chile, Brasilien und Argentinien haben „Wahrheits- und Versöhnungskommissionen“ eingerichtet, die öffentlich tagen, alle Fälle behandeln und z. T. „Täter“ und „Opfer“ miteinander konfrontieren. In der alten BRD gibt es noch nicht einmal Akteneinsicht für die Betroffenen in die 35 000 angelegten Dossiers des Verfassungsschutzes, während jetzt die ersten Akten von Ministerien zugänglich sind.
Stattdessen leben die Verantwortlichen in den alten Bundesländern mit der Lebenslüge, dass auf dieser Seite der Mauer immer alles „mit rechten Dingen“ zugegangen sei. Es wird so getan, als hätte es im „kalten Krieg“ nur die Verfolgung von Opponenten in der DDR und das Wirken der Staatssicherheit gegeben. Das wirkt wie eine späte Bestätigung der in der Diskussion um die Berufsverbote aufgestellten Behauptung, dass der Antikommunismus zur konstitutiven Staatsdoktrin der alten Bundesrepublik gehöre. Durch die Vereinigung 1990 wurde er der neuen Bundesrepublik vererbt. Heute ist doppeltes Misstrauen gegenüber denjenigen angebracht, die „Herren der Daten“ sind: Online-Durchsuchung, Rasterfahndungen, flächendeckende Videoüberwachungen, computerisierte Personaldatensammlungen und verdachtsunabhängige Personenkontrollen sowie biometrische Ausweise bieten ungleich größere Möglichkeiten, Personendossiers und Bewegungsprofile zu erstellen, als zu Zeiten, wo umständlich beim Verfassungsschutz mit PZD- Belegen nachgefragt werden musste, was gegen Bürger vorlag, und was erst durch „Anhörungen“ gerichtsverwertbar gemacht werden musste. Schon einmal haben sie trotz weltweiter Proteste und internationaler Verurteilung an ihrer völkerrechtswidrigen Praxis mit rattenhafter Wütigkeit festgehalten. Wer die Freiheit am Hindukusch verteidigen will, sollte erst einmal zu Haus damit anfangen. Auch wenn heute die damals verantwortlichen Politiker nicht mehr im Amt sind und die willigen Vollstrecker der Berufsverbote in Ämtern und Behörden jetzt in Pension gehen, so muss um der historischen Wahrheit willen immer wieder an dieses finstere Kapitel (alt)bundesdeutscher Politik erinnert werden. Die DDR als „Unrechtsstaat“ zu delegitimieren und selbst viel „Dreck am Stecken“ zu haben, belegt der Volksmund mit dem Spruch: „Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte bedenken, dass vier Finger seiner Hand auf ihn zurückweisen“.
<p class="annotation">(Horst Bethge, <br /> Mitglied des Landesvorstandes der LINKEN, <br /> lange Jahre Sprecher der „Initiative Weg mit den Berufsverboten“) </p>]]></content:encoded>
			<category>Innenpolitik</category>
			<category>Geschichte</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>horst.bethge@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 13:25:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Ein Global Player im Kreetslag</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//ein-global-player-im-kreetslag.html</link>
			<description>Kreetslag 10 auf der Elbinsel Finkenwerder in Hamburg ist die Adresse von Airbus, mit 12 800...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 class="CM13">EADS/Airbus: MIK und Stamokap in Hamburg </h3>
<p class="anreisser">Kreetslag 10 auf der Elbinsel Finkenwerder in Hamburg ist die Adresse von Airbus, mit 12 800 Beschäftigten (darunter rund 600 Auszubildenden) plus 4000 Leiharbeitern und 1500 Zulieferbetrieben aus 30 Ländern. Es ist das wichtigste und profitabelste deutsche Werk von Airbus im EADS-Konzern. Airbus, zweitgrößter privater Arbeitgeber in Hamburg, gehört zu den großen strukturbestimmenden Betrieben der Region, vielfältig und einflussreich mit der Politik und dem Militär verflochten. Es wird von den Einen technisch bewundert, von den Anderen stadtentwicklungspolitisch verflucht und den Dritten als hochgefährlich eingeschätzt. Beinahe jede Woche erscheinen in den Hamburger Blättern Werks- oder Flugzeugsfotos oder Erfolgsberichte: „Airbus zieht Millionenauftrag an Land“ oder Ähnliches. Keine Frage: Bei den zivilen Flugzeugen, vor allem mittlerer Größe, stehen Aufträge in den Büchern, die für 5-7 Jahre volle Beschäftigung bedeuten würden, wenn nicht Politik und Firmenleitung weitergehende Ambitionen hätten. Airbus ist der größte Global Player Hamburgs - aber nur die technikfaszinierte Seite ist der breiten Öffentlichkeit bekannt, allenfalls noch, dass Airbus für die teure Zuschüttung des Mühlenberger Loches, des einzigartigen Süßwasserwatts mitten im Elbstrom, und die Vertreibung der Obstbauern aus dem "Alten Land", Europas größtem geschlossenen Obstanbaugebiet, verantwortlich ist. Die Landebahn des Werksflugplatzes wurde nämlich ständig verlängert, mitten ins Obstanbaugebiet hinein. Aber Airbus ist mehr. </p>
<h5 class="CM1">Wer sind Airbus und EADS? </h5>
<p class="CM13">Der Vorläufer von Airbus wurde 1933 als "Hamburger Flugzeugbau HFB" und Tochterfirma der Großwerft und Rüstungsschmiede Blohm +Voß 1) gegründet, Hamburgs bekanntesten und berüchtigtem Unternehmen. 2) Das Werk in Finkenwerder wurde 1936 gebaut. 5000 Beschäftigte stellten für Görings Luftwaffe Flugzeuge und Flugboote her. Die Gebrüder Blohm gründeten es nach dem Krieg als HFB neu. 1969 fusionierte es mit anderen zu "Messerschmidt-Bölkow-Blohm MBB" und 1990 mit Daimler Benz zur DASA, 2000 zu EADS. Heute ist Airbus einer von sechs Konzernen, "Geschäftsfelder" genannt im Konzernverbund "European Aeronautic Defense and Space Company EADS", einer Aktiengesellschaft nach niederländischem Recht, Sitz Amsterdam, mit weiteren Firmensitzen in Ottobrunn (Bayern), Frankreich und Spanien. EADS hat weltweit 118 349 Mitarbeiter (2008), 152 Produktionsstandorte (darunter 29 in der BRD, 40 in Frankreich und 26 in den USA). Sie produzieren zivile und militärische Flugzeuge, Hubschrauber, Träger-Raketen, Satelliten, Flugzeugzubehör und -elektronik, bieten Wartungspakete an, liefern Marinetechnik, Grenzbefestigungssysteme, Raketenwaffen und Sicherheits- und Polizeitechnik. 2, 669 Mrd. € gaben sie für Forschung aus, der Konzerngewinn betrug 2008 1,613 Mrd. €. 3) </p>
<p class="CM2">Es ist nach Boeing das zweitgrößte Luft- und Raumfahrtunternehmen weltweit und größtes deutsches Rüstungsunternehmen (die Hälfte aller deutschen Rüstungslieferungen an die Bundeswehr stammen von EADS). </p>
<p class="external-document"><strong>Neben Airbus hat EADS folgende Geschäftsbereiche und Töchter:</strong><br /> <br /> <strong>DEFENCE AND SECURITY:</strong> Verteidigungs- und Kommunikationssysteme, Verteidigungselektronik, militärische Luftfahrzeuge (Eurofighter, Tornado, Panavia, UCAV Baracuda), Tests aller Art, Grenzsicherung (z. B.9000 km in Saudi-Arabien),mit Tochter MBDA (Lenkflugkörper, weltweit größter Raketenhersteller 4) mit deutschem Ableger LFK)<br /> <strong>EUROCOPTER:</strong> deutsch-französisches Joint Venture, weltweit größter Hersteller von Hubschraubern 5) (seit2003: 207 Tiger, Preis: 45 Mill. $ pro Stück)<br /> ASTRIUM: Satelliten und Trägerraketen (Ariane, M 45 und 46 für französische Atomraketen), Raumlabor Columbus, Satellitenbetreiber GALILEO. Umsatz (2006): 1,6 Mrd. €, davon 1 Mrd. € mit Rüstung. 6)<br /> <strong>AIRBUS MILITARY:</strong> leichte (C 212, C 235 und C 295) und schwere (A 400 M) Militärtransporter, Tankflugzeuge. 7)-siehe auch weiter unten<br /> <strong>TÖCHTER/BETEILIGUNGEN:</strong><br /> <strong>CARGO Lufthansa/EADS:</strong> Joint Venture für den Bundeswehr-Frachtdienst bei Auslandseinsätzen <br /> <strong>EADS Telecom:</strong> von Nokia übernommene Firma für Funktechnik für Polizei und Behörden<br /> <strong>EADS Socata:</strong> Turboprop-Regionalflugzeuge ATR und leichte Sport- und Reiseflugzeuge<br /> <strong>EADS Sogerma Services:</strong> Service und Wartungsdienstleistungen<br /> <strong>EADS Elbe Flugzeugwerke:</strong> In Dresden. Strukturtests für A 380, Umbau von Passagier-, Fracht- und Tankflugzeugen<br /> <strong>Premium Aerotec:</strong> ausgegliederte Werke Varel, Nordenham, Augsburg. Zweitgrößter europäischer Zulieferer für die Luftfahrt mit 6000 Beschäftigten<br /> <strong>Airbus China:</strong> Joint Venture mit 51 %-Anteil Airbus, montiert in Tianjin mit 600 Leuten die kleineren Airbusse. Demnächst: Beteiligung mit Teile-Produktion für den A 380<br /> <strong>EADS Thales Nederland:</strong> Joint Venture je 50 %, Marinesysteme mit Ableger in Wilhelmshaven<br /> <strong>EADS Aeroframe System:</strong> Joint Venture mit Northrop (USA), zu 19 % beteiligt, Tankflugzeuge. Gegründet, um den großen Auftrag der US-Air Force zu den Tankflugzeugen zu erhalten: 179 Stück zu 35 Mrd. $. Dafür soll in Mobile (Alabama) ein Werk gebaut werden. Projekt noch strittig - siehe unten<br /> <strong>PLZ Warzawa:</strong> seit 2001, privatisiertes Staatsunternehmen, 18 % Anteil des polnischen Finanzministeriums, produziert kleine Flugzeuge zur Luftüberwachung, Agrarflugzeuge, Militärtrainer und liefert landwirtschaftliche Dienstleistungen in Europa, Nordafrika, Lateinamerika<br /> <strong>Tetra:</strong> Polizeifunknetze in Kooperation mit Siemens, 34 Mrd. € Volumen<br /> <strong>EADS Russland:</strong> Konstruktionszentrum 7)</p>
<h5 class="Default">Hohe Verflechtung als politisches Prinzip </h5>
<p class="CM13">Aus den genannten vielfältigen Verflechtungen und aufgeführten Geschäftsfeldern geht hervor, dass es sich bei den Verflechtungen bei EADS nicht alleine um eine Konzernstrategie zwecks hoher Profitraten handelt, sondern um ein Stück der Großmachtstrategien des deutschen Großkapitals, was besonders an der Konkurrenz zu den USA deutlich wird. Wie in der EU-und NATO-Politik der Bundesregierung ebenfalls wird ein Methodenwechsel sichtbar: Nachdem die deutschen imperialistischen Kreise zu Kaisers Zeiten und im 1000järigen Reich mit Kriegs-Alleingängen gegen den Rest der Welt und wirtschaftlicher Autarkie gescheitert sind, Nummer Eins in der Welt zu werden, versucht man es jetzt mit Einbinden, Verflechten, Durchdringen, Mehrebenen-Kooperation, Beteiligungen und Joint Ventures. Darum ist Verflechtung und Durchdringung oberstes firmen-, militär- und industriepolitisches Prinzip. Ziselierte Netzwerke ersetzen brachialen Einsatz von Kriegs- und Kapitalmacht. So hat EADS eine komplizierte Aktionärsstruktur. An der Wiege des Konzerns haben Politiker und Militärs gestanden- und deren Industrie- und Rüstungspolitik bestimmen die Konzern-, Geschäfts- und Personalpolitik bis in die Standort- und Investitionsentscheidungen immer mehr und deutlicher. Kern, vergleichbar mit der Vision von Joschka Fischer über ein "Kerneuropa", sind die Rüstungsindustrien Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Sie wurden seit Anbeginn austariert verflochten und geschickt eingebunden. Auch die Beteiligung Polens, Hollands, Russlands, Chinas, Indiens, Dubais und der USA sind so zu sehen. So werden die großen Flugzeuge oder Waffen- und Satellitensysteme nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Kriterien produziert - da könnte es billiger kommen, einen Flugzeugtyp an einem Standort zu bauen, zu montieren und auszuliefern. Nein, sie werden in Segmenten, Modulen oder Teilen an verschiedenen Standorten gebaut und mit eigener Schiffs-, Flugzeug- und Fahrzeugflotte zusammengekarrt. So kostet das beim A 380 alleine 2,5 Mill. € pro Flugzeug! Das bindet auch die jeweiligen Landes- und Kommunalpolitiker ein, heizt den Standortwettbewerb an und presst Subventionen ab, weil einer gegen den anderen ausgespielt werden kann (was auch für die jeweiligen Belegschaften gilt!). So sind z.B. vertraglich die Anteile der Hauptaktionärsländer auf zusammen 50,49 % festgeschrieben, was den politischen Einfluss garantiert und so aufgeteilt ist, dass die deutsche und die französische Seite je über 22,5 %, die spanische über 5,49 % verfügen. In Frankreich teilen sich die Staatsholding und Legarde den Anteil, in Spanien ist das die spanische Staatsholding. In der BRD teilt sich das so auf: 66,67% Daimler AG, 33,33% Konsortium aus sieben privaten Investoren (Allianz, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldmann Sachs, Oppenheim, Morgan Stanley) und acht öffentlichen Investoren (KfW und Landesbanken und Anstalten aus Bremen, Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg). Hamburg hat 2007 für 155 Mill. € 10% davon (= 0,75% an EADS) übernommen, 8) was die HGV (die städtische Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung) verwaltet. Allerdings verzichtet die HGV auf die Ausübung des Stimmrechts, das sie, wie alle anderen staatlichen Beteiligungen auch an die Daimler AG übertragen hat. Mit 3,12% ist Dubai International Capital, mit 6 % die russische Außenhandelsbank WTB beteiligt. 49, 51 % von EADS befinden sich in Streubesitz. 9) </p>
<p class="CM2">Insofern sind Entscheidungen über Spitzenpositionen immer auch politische Entscheidungen. Die meisten werden lautlos erledigt. Aber das gelingt nicht immer. So gab es bis 2007 eine deutsch-französische Doppelspitze. Als diese sich als kontraproduktiv herausstellte, gab es offene Rangelei: Hat die BRD nun das Sagen oder Frankreich? Sorgfältig wurden die Konzernspitzen von der Politik austariert. 10) Das gilt auch für die Joint Ventures oder die Tochterunternehmen, sie sind alle eingebunden, wobei immer auch die Dauerkonkurrenzen mit dem anderen großen Global Player Boeing oder den Satellitensystemen der USA, Chinas oder Russlands eine große Rolle spielen. Dabei kommt perspektivisch dem Aufbau eines eigenen Satellitensystems Galileo eine besondere Bedeutung zu. Es geht um zukünftigen geostrategischen Einfluss. Das wird auch sichtbar an dem Hin und Her über den Riesenauftrag der US-Regierung über die Tankflugzeuge, was noch nicht entschieden ist, oder an dem gegenseitigen Klageverfahren bei der WTO wegen unerlaubter staatlicher Subventionen Boeing/USA gegen Airbus/EU und umgekehrt. Gegenseitig haben sie sich verklagt, dass die staatlichen Subventionen zu hoch und damit wettbewerbsverzerrend sind. Bekanntlich verbietet der weltweite WTO-Vertrag zwischen den 150 Staaten solche Subventionen als Beeinträchtigung des freien Welthandels. Die WTO sieht dafür ein Klageverfahren mit Entschädigungszahlungen vor-völkerrechtlich eine einmalige Sanktion. Marxisten nennen das alles Militär-Industrie-Komplex (MIK) und "staatsmonopolistischer Kapitalismus" (Stamokap), denn auch personelle Verflechtungen zwischen Wirtschaft-, Militär- und Politikerkreisen gehören dazu. So vertrat z. </p>
<p class="CM13">B. Helmut Schmidt (SPD) jahrelang das Land Hamburg im Aufsichtsrat. Jüngst wurde Jürgen Staffelt, der frühere SPD-Vorsitzende aus Berlin, bis 2005 parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Mitglied des Bundestages und dessen Auswärtigem Ausschuss und des Ausschusses für Wissenschaft und Technik zum "EADS-Vorstandsbeauftragten für Politik und Regierungsangelegenheiten" berufen. In Frankreich stolperte EADS-Vizepräsident Gergerin, weil er versucht hatte, Nicolas Sarkozy Beteiligung an Schmiergeldzahlungen anzulasten. 11) Jedenfalls treffen sich die französischen Präsidenten, die deutschen Bundeskanzler und die spanischen und britischen Premierminister, um die Chefs von EADS zu bestellen. </p>
<h5 class="CM1">Firma Corrupta </h5>
<p class="CM13">Wie sehr oft bei Rüstungsgeschäften, sind auch EADS und die Manager und Lobbyisten in zahlreiche Bestechungsskandale und dubiose Geschäftspraktiken verstrickt. So im Falle EADS 2001 in Südafrika und 2007 in Österreich. Dort musste der Kommandant der Luftstreitkräfte abgelöst werden im Zusammenhang mit Bestechungen beim Kauf von 18 Eurofightern. Auch dubiose Gegengeschäfte flogen in Graz und der Steiermark auf (siehe hinten). 2007 platzte auch der Großauftrag von 197 Hubschraubern im Zusammenhang mit "Unregelmäßigkeiten im Bieterverfahren" in Indien. 12) 2006 mussten zahlreiche EADS-Manager, darunter der Co-Chef Forgard und der deutsche Chef Humbert zurücktreten, weil sie sich an unerlaubten Insidergeschäften persönlich bereichert hatten. 13) </p>
<h5 class="CM1">Super-Auseinandersetzungen um den Supervogel A 380 </h5>
<p class="CM14">Trotz der kostenträchtigen Zurschaustellung des größten und modernsten Passagierflugzeuges der Welt, des A 380, gibt es um ihn zahlreiche Auseinandersetzungen. </p>
<p class="external-document">A 380 - Das High-Tech-Instrument, hergestellt zu 40 % aus neuartigen Kohle-Faser-Verbünden und GLARE, das zehnmal leichter als Aluminium ist, kann bis zu 858 Passagiere transportieren. Umwelt- und verkehrspolitisch viel kritisiert - hoher Kerosinverbrauch von 3 Ltr. pro Passagier und weltweit nur in 30-50 Flughäfen einsetzbar, weil die Riesenabmessungen große Umbauten dort erfordern - ist es der Star bei jeder Flugshow. Hunderttausende pilgern nach Finkenwerder, wenn ein A 380 startet. 6000 Leute in 16 Ländern sind direkt an seinem Bau beteiligt, dazu weitere 34 000 bei 100 Zulieferern. So kommen die Flügelnden aus Australien, die Flügel aus Braughton (GB), das Cockpit aus St. Nazaire, die Seitenruder aus Sevilla, Zwischendecks und Notrutschen aus USA, die Triebwerke aus England, die Seitenleitwerke aus Stade. In Hamburg werden der hintere und mittlere Rumpfteil gebaut, die Innenausrüstung montiert und die Lackierung vorgenommen. Die Prüfung erfolgt in Dresden, die Endmontage in Toulouse, die Auslieferung teilen sich Hamburg und Toulouse. Das Zusammensammeln der Einzelteile erfolgt per Bahn, Schiff, Lkw und Flugzeug und kostet allein 2, 5 Mio. € pro Exemplar. Die Entwicklung des A 380 hat 12 Mrd. gekostet bei 3,2 Mrd. Subventionen der deutschen und der französischen Regierung. 14) Der Verkaufspreis (Liste) beträgt 180 Mill. pro Stück bei einem Gewinn von 35 Mio. 15)Bestellt sind 220 Exemplare. Ab 530 verkauften Exemplaren wirft der A 380 Gewinn ab. 16) Die Auslieferung der bestellten Flugzeuge verzögert sich immer wieder, nun um zwei Jahre was in die Kosten geht. </p>
<p class="CM2">Beim Zusammenfügen der einzelnen Segmente erlebte Airbus nämlich eine Überraschung: Die Kabelstränge im Flugzeugboden waren 10 cm zu kurz 17), weil Hamburg und Toulouse unterschiedliche Computer-Software benutzt hatten. Die Betriebsräte hatten zwar schon 2003 darauf aufmerksam gemacht, aber erstens hörte das arrogante Management nicht auf die Betriebsräte und zweitens stand die deutsch-französische Konkurrenz einem Pannen-Management im Wege und drittens, was immer wieder den Ausschlag gibt, lässt sich die Konzernleitung aus imperialem globalem Wettbewerbschauvinismus gegenüber Boeing zu verkürzten Entwicklungs- und Produktionszeiten hinreißen. Sie sind eigentlich permanent zu kurz bemessen. Die nun um zwei Jahre verspätete Auslieferung des A 380 bedeutete einen riesigen Imageschaden. Sie löste auch Konventionalstrafen aus, denn die Fluggesellschaften rechneten ja mit den neuen Flugzeugen. Bekannt wurden Entschädigungen an „Quantas“ in Höhe von 61 Mill.€ und an „Emirates“ von 223 Mill.€ .18) Zahlreiche fertige Segmente mussten in Tag- und Nachtschichten -zeitweilig waren rund 1000 Monteure aus Hamburg zusätzlich in Toulouse -nachgearbeitet werden. </p>
<p class="CM13">Die Zusatzkosten durch die Verspätungen belaufen sich mittlerweile auf 4,6 -4,8 Mrd. €. 19) Die Grenze, ab wann der A 380 Gewinne einfährt, schnellt dadurch auf 530 verkaufte Jets hoch. 20) Die Auslieferungsquote musste aus Kapazitätsgründen von 25 Maschinen auf 21 für 2009 abgesenkt werden. 21) Zeitgleich musste die Firmenleitung einräumen, dass es auch riesige Verzögerungen bei dem neu konstruierten Flugzeugtyp A 350 und dem Military Airbus A 400 M gibt (siehe weiter hinten). Damit war die Euphorie, den Hauptkonkurrenten Boeing vom Platz 1 der weltweit größten Flugzeugbauer dauerhaft verdrängt zu haben, verflogen - seit 2000 lieferte Airbus nämlich mehr Flugzeuge aus als Boeing. An einem Tag stürzten die Aktien von EADS um 25 % ab. 5 Mrd. € an Marktkapitalisierung wurden vernichtet. 22) </p>
<p class="CM13">Das Management reagierte mit einem riesigen Einsparprogramm, „Power 8“ genannt, hatte aber vorher noch schnell eigene Aktien mit Millionengewinn verkauft (weshalb zahlreiche Verfahren wegen Insiderhandel eröffnet wurden, und einige Manager ihren Hut nehmen mussten). „Power 8“ reicht von der Streichung von 10 000 Stellen (davon 3 700 in der BRD, 4 300 in Frankreich, 1000 in Spanien) bis hin zum Verkauf oder der Ausgliederung von Produktionsstätten. Sparvolumen: 2,1 Mrd. €, davon 650 Mill. € bei Airbus, 350 Mill. € bei Eurocopter, beim Personal 350 Mill. €. 23) </p>
<p class="CM13">In Hamburg wurden sofort 1000 der 4000 Zeitarbeiter entlassen. Die SIDUFEX genannte Betriebs-Vereinbarung mit den Betriebsräten trat in Kraft - über Arbeitszeitkonten wurde eine Art Kurzarbeit wirksam und Mehrarbeit ausgeglichen. Nur noch 500 statt vorher 3000 Zulieferer wurden unter Kontrakt genommen, denn 350 Mill. € sollten beim Zuliefermaterial eingespart werden. 24) </p>
<p class="CM15">Die Belegschaft und die Zulieferer mussten nun die eindeutigen Management-Fehler und die Konkurrenz zu Boeing ausbaden und bezahlen. Und das war nicht das erste Mal, dass Airbus diesen Weg beschritt: Schon mit dem ähnlichen Kürzungsprogramm DOLORES Anfang der 90ger Jahre hatte man 7000 Beschäftigte entlassen, die später als Fachkräfte wieder fehlten. Das wirft die Frage auf, wie oft und wie lange es sich die Betroffenen und die Öffentlichkeit eigentlich noch gefallen lassen wollen, für eine Politik zu bezahlen, die imperialem Größenwahn entspringt und dem immer wieder erklärten Ziel geschuldet ist, 20% Profit auf das eingesetzte Kapital erwirtschaften zu wollen. 25) Da zu derselben Zeit offen war, wo der A 350 gebaut und endmontiert werden sollte, kam es zu Massenprotesten der Belegschaften in allen französischen und deutschen Werken. Die Angst um den Arbeitsplatz griff um sich und gebar seltsame Blüten: IG Metall und SPD - wie CDU-Ministerpräsidenten traten auf großen Kundgebungen gemeinsam auf. In Frankreich Präsident Sarkozy mit der sozialistischen FO und der kommunistischen CGT, in Hamburg IG Metall, Bürgermeister Böhrnsen (SPD), Ministerpräsident Oettinger (CDU) und Senator Ulldal (CDU). </p>
<p class="external-document">Der A 350, konzipiert als mittelgroßes Flugzeug in Konkurrenz zu Boeings "Dreamliner" gleicher Größe, sollte ab 2013 ausgeliefert werden. Reichweite: 15 740 km, 8-10 Mrd. € Entwicklungskosten, 270 -350 Passagiere, ganz aus neuartigem Kunststoff gefertigt. 478 feste Bestellungen zurzeit. 26) </p>
<p class="CM13">Erst nach Intervention von Spitzenpolitikern konnte Hamburg als Montageort durchgesetzt werden. 27) Bürgermeister von Beust (CDU) appellierte sogar mit Erfolg "an die patriotische Verpflichtung der deutschen Wirtschaft". 28) Es ist kein Wunder, dass Belegschaft, Politik und Konzernleitung ein wirksames Standort-Kartell bilden, denn es gelingt durch Zugeständnisse an die Belegschaft, diese bei der Stange zu halten: Bei Airbus beträgt die tarifliche Arbeitszeit 35 Stunden die Woche (Werk Hamburg) für die rund 12 000 Festangestellten. Die weiteren 4000 Leiharbeiter bekommen, ziemlich einmalig in der deutschen Wirtschaft, vom 4. Monat an das gleiche Gehalt wie die "Festen". Bei Engpässen greift das flexible Arbeitszeitmodell SIDUFLEX. Da wurde dann schon mal, wie im Werk Varel, sonnabends bis 21 Uhr und sonntags ab 21 Uhr gearbeitet. 29) Erst in diesem Sommer wurde von der Airbus-Firmenleitung allen Auszubildenden mitgeteilt, dass die Zusage, alle nach der Ausbildung fest zu übernehmen, widerrufen wird. Deutlich machte die Jugendvertretung während des Bundestagswahlkampfes darauf aufmerksam: Sie könnten in den flugtechnischen Berufen in der Region Hamburg nur bei der Lufthansa, der Lufthansa-Technik und wenigen Zulieferern Jobs finden. Und sie verwiesen auf die satten Konzerngewinne, trotz aller Krise. Und in der Tat: Airbus allein machte 2005 2, 3 Mrd. € Gewinn, erst 2006 liefen 572 Mill. € Verlust auf, wobei EADS als Gesamtkonzern immer noch 99 Mill. € Gewinn abwarf (gegenüber einem Gewinn von 1, 67 Mrd. € 2005), weil der Umsatz um 14 % einbrach. 30) Die Wertschöpfung bei Airbus ist u. a. auch deshalb so groß, weil die Fertigungstiefe (also wie viel der Konzern selber produziert, anstelle es Zulieferern zu überlassen) insgesamt 70-75 % beträgt, bei Kohlefasern 50 %. Boeing hat nur eine Fertigungstiefe von 20-30 %. 31) </p>
<p class="CM14">Einen zweiten Superkonflikt, Dauer 25 Jahre, verursacht der Streit um den Montagestandort des A 380 (und des A 350) mit den Umweltpolitikern und der Stadtentwicklung in Hamburg. Es geht um die dafür erforderliche Werkserweiterung in Finkenwerder. Schon 1979 wollte MBB, die Vorgängerin von Airbus, die Erweiterung der Betriebsfläche vornehmen und dafür die Elbbucht Mühlenberger Loch zuschütten. Zwei Jahre später verzichtete MBB darauf, weil sich breiter öffentlicher Protest erhob. Der Senat weist 1982 das Loch als "Landschaftsschutzgebiet" aus, sechs Jahre später als "besonderes Schutzgebiet" nach der EU-Vogelschutz-Richtlinie und wenig später als Europäisches Naturschutzgebiet nach der "Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie". 32) Das entpuppt sich als Trick: Die scheinbar besonders strenge Schutzvorschrift erlaubt nämlich Ausnahmeregelungen, die die ganze Vorschrift aufweichen oder aushebeln. Dies erfolgt nun 2000, nachdem sich vorher Bundeskanzler Schröder und EU-Präsident Prodi direkt dafür eingesetzt hatten. Seit 1979 nämlich hatte der Hamburger Senat vehement darauf gedrängt, dass Hamburg die End-Montage des neuen großen Airbus A 380 zugeschlagen erhält, besonders aktiv dabei: Bürgermeister Voscherau (SPD), Wirtschaftssenator Mirow (SPD, gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied bei DASA), Bürgermeister Runde (SPD). Im Juni 1998 bewarb sich der Senat ganz offizielle bei EADS darum, Montagestandort zu werden. 33) Damit wurde die Standort-Konkurrenz verschärft: Hatten sich doch auch Toulouse und Rostock darum beworben. Der damalige Bundeskanzler Kohl und die damalige CDU-Landesvorsitzende Merkel machten sich dagegen für Rostock als Standort stark. </p>
<p class="external-document">Rostock-Laage, 30 km von Rostock entfernt, in Hafen- und Autobahnnähe, hat mit dem 1000 ha großen Areal den damals modernsten Militärflugplatz Europas zu bieten. Ihn hatten die Russen beim Abzug hinterlassen. Die Airbus-Typen A 319 und A 321 absolvierten dort schon Übungsflüge. Ein gültiger Bebauungsplan existierte bereits. Die schon 3 km lange Landebahn hätte problemlos bis auf 4100 m verlängert werden können-600 m mehr, als bei Airbus-Toulouse. Auch genügend Fachkräfte wären vor Ort gewesen (Junckers-Tradition und Wartung von Militärmaschinen). Bis zu 350 Mill. € Fördergelder hatte die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns in Aussicht gestellt. Selbst auf den Vorschlag des damals neu ins Amt gekommenen SPD-Ministerpräsidenten Ringstorff, Hamburg und Rostock sollten sich die Montage teilen, gingen weder Airbus noch der Hamburger Senat ein. 34) </p>
<p class="CM13">Die Bundesregierung unter Schröder, Airbus und der Hamburger Senat boxten den Standort Hamburg durch. So wurde 1998 gleichzeitig die Erweiterung des Werksgeländes in Finkenwerder beantragt, nämlich das Mühlenberger Loch zuzuschütten, eine Kaianlage für die Teileanlieferung zu bauen und die Landebahn zu verlängern. 35) Daran schloss sich eine jahrelange Auseinandersetzung an, die in der Presse, mit Demonstrationen, in rund 270 Gerichtsverfahren aller Art und zahlreichen Diskussionen und Anhörungen ausgetragen wurde. Auf der einen Seite: Einwohnerinitiativen, Umweltverbände, Bewohner des Vororts Neuenfelde (das der Landebahnverlängerung weichen sollte) und Staatsrechtler sowie Teile der GAL- auf der anderen Seite der Hamburger Senat (sei es als SPD/GAL- oder CDU/FDP/SCHILL-Koalition), die IG Metall, die Betriebsräte von Airbus, die EU-Kommission, die Bundesregierung, die Handelskammer und die Landesregierungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Airbus nutzte die jahrelangen Auseinandersetzungen gnadenlos aus, immer weitere planungs- und umweltrechtliche Zugeständnisse und Subventionen abzupressen. Dabei ging es immer schön scheibchenweise vor, erst das Eine durchsetzen, dann das Nächste fordern. Auch investierte Airbus zwecks Erhöhung der Akzeptanz seiner Interessen mehrere ganzseitige Anzeigen in der Hamburger Presse, Schallschutzkosten bei den Hausanwohnern 36), sogar den Druck von Buttons "A3XX-Arbeitsplätze für Hamburg" 37) und die Teilnahme an zahlreichen Einwohner- und Einwenderversammlungen. Der enorme Zeitdruck bewirkte ein Übriges- sollten doch in Hamburg alle Voraussetzungen geschaffen sein, bevor Airbus seine Standortentscheidung traf. Schon Anfang 1998 hatte Airbus dem Senat seinen detaillierten Forderungskatalog (requirement) für die Montagewerksansiedlung vorgelegt, was erst zwei Jahre später durch eine "streng vertrauliche" Senatsdrucksache Nr. 98/610 bekannt wurde 38). Das hinderte Airbus jedoch nicht, immer neue Forderungen, z. B. nach einer Landebahnverlängerung, hinterher zu schieben. Jedenfalls haben sich alle Landesregierungen bemüht, dem nachzukommen. "Hamburg übt den Dauerknicks", nannte das die FAZ. 39) Am 17. 1. 2000 fiel "unter größter Diskretion" die Entscheidung zwischen Kanzler Schröder, DASA-Chef Jürgen Schrempp und dem damaligen französischen Ministerpräsidenten Jospin, Montage und Auslieferung zwischen Hamburg und Toulon aufzuteilen. </p>
<p class="CM13">Damit begann eine neue Runde der Auseinandersetzungen: 300 betroffenen Privatpersonen klagten gegen die Planfeststellungsbeschlüsse zur Werkserweiterung. Mittel und Darlehen mussten bewilligt werden, zeitweilig aufschiebende gerichtliche Baustops zwangen zu Umwegen, Gesetze wurden geändert, Gutachten erstellt - eine ellenlange Geschichte und eine detaillierte Illustration zum MIK und Stamokap. Als zentraler Hebel der Erpresser stellte sich die Behauptung von Airbus heraus, die der Senat übernahm, dass 4000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden würden und weitere 4000 zusätzlich bei Zulieferern in der Region. 40) Mit diesem vagen Versprechen wurden ökologische und wirtschaftliche sowie stadtplanerische Argumente beiseite gewischt, demokratische Prinzipien ausgehebelt und die Öffentlichkeit belogen, dass die Balken bogen. Da es gegen den A 380 einen so langen und breiten öffentlichen Widerstand mit zahlreichen Verfahren und auf verschiedene Weise gegeben hat, wurden nach und nach auch immer mehr Einzelheiten des großen Coups bekannt. So wurde durch interne Papiere aus Finkenwerder und Toulouse öffentlich, dass das Arbeitsplatzargument erfunden war: „Außer Zeitarbeitskräften solle kein zusätzliches Personal für den A 380 eingestellt werden. Mit Rücksicht auf die hohen Zuschüsse aus Steuergeldern müsse jedoch unter allen Umständen die Sprachregelung für ca. 3000 neue Arbeitsplätze beibehalten werden.“ 41) In der Tat waren die öffentlichen Zuschüsse gerade beim A 380 beträchtlich: Im September 2000 beschloss der Hamburger Senat, 665 Mill. € für die Flächen der Werkserweiterung, die Zuschüttung des Mühlenberger Loches, den Hochwasserschutz sowie die Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung (diese alleine 942 Mill. €), Frankreich und Spanien sicherten zusammen 3,2 Mrd. € als Darlehen zu -erst rückzahlbar, wenn der A 380 Gewinn abwirft. Der nach Zustimmung der Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD, CDU und GAL - nur die 5 Regenbogen-Abgeordneten stimmten mit Nein -abgeschlossene Vertrag, lastete der Stadt alle Schadenersatzkosten bei Bauverzögerungen auf. Sogar "DIE WELT" fragte: "Wer kontrolliert das Milliarden-Projekt Airbus?" Der Senat habe von Airbus offenbar keine Garantien für die versprochenen "eindeutig zusätzlichen Dauerarbeitsplätze ohne Umwandlung bisher bestehender Zeitarbeitsplätze" erhalten. 42) Kritiker errechneten, dass nur 48 Arbeiter für Lackierungsarbeiten und 360 für die gesamte Innenausstattung zusätzlich nötig wären. Dazu der damalige Airbus-Chef in einer Diskussion: "Was reiten Sie da auf den 400 Arbeitsplätzen…rum? Darauf kommt es gar nicht an. Es kommt nur darauf an, dass Hamburg ein Delivery Center (Auslieferungszentrum) bekommt. Sonst ist Hamburg kein Key-Player mehr." 43) Prestige für Hamburg und die BRD, nun auch als einer der drei größten Luftfahrtstandorte neben Seattle und Toulouse zu gelten, das war und ist ausschlaggebend, nicht wirtschaftliche Vernunft oder die Interessen der Bevölkerung. Im Gegenzug wollte Airbus sich nicht einmal vertraglich verpflichten, auch nur 100 zusätzliche Arbeitsplätze einzurichten. Dann hätte die Kirchengemeinde Neuenfelde ihr für die Startbahnverlängerung benötigtes Sperr-Grundstück sofort verkauft. So scheiterte der Deal. 44) Denn bei den Investitionen der Stadt bedeutet das, dass jeder der angeblich 4000 neuen Arbeitsplätze mit 332 000 € subventioniert ist. 45) Heute, durch die inzwischen aufgetretenen Verzögerungskosten, ist jeder neue Arbeitsplatz schon mit gut 400 000 € subventioniert. Hamburg gibt im Rahmen seiner Wirtschaftsförderung 23,5 Mill. € zusätzlich für die Luftfahrt aus. 46) Hinzu kommen noch 16,4 Mill. € Zinsen für die Zwischenfinanzierung 2001-2003, denn die Ausgaben für die Zuschüttung des Mühlenberger Loches sollten laut Finanzierungskonzept des Senats hauptsächlich aus dem Verkauf der damaligen Hamburger Beteiligung an der DASA (das waren 5,949%) für 400 Mill. € erbracht werden (die DASA hat die Hamburger Beteiligung zurückgekauft). Das sollte 2002 erfolgen, verzögerte sich aber und erfolgte erst 2003. Daher die zusätzlich erforderlichen Zinsen. Aber es kam noch mehr hinzu: Die realen Kosten der Zuschüttung des Mühlenberger Loches beliefen sich laut Rechnungshof auf 750 Mill. €. Darüber hinaus muss Hamburg wie alle anderen Airbus-Standorte auch einen Teil der 2004 eingenommenen Gewerbesteuern zurückzahlen, denn der Konzern hatte in seiner Gesamtbilanz Verluste in anderen europäischen Standorten geltend gemacht. 47) </p>
<p class="CM2">Da Daimler-Chrysler 2003 mit der Stadt ein Optionsgeschäft vereinbart hatte -450 Mill. € Kaufpreis für das Aktienpaket oder Gegenwert an neuen Aktien, was Hamburg 2004 hätte einfordern müssen, aber nicht eingefordert hat -fielen weitere Zinsen für die Stadt an, denn Airbus musste vertraglich den Kaufpreis erst 2007 bezahlen. „Ein gelungener Politcoup: Hamburg verkauft Airbus, erhält den Erlös vier Jahre später, baut in der Zwischenzeit auf eigene Kosten für Airbus ein Werk für den Superjet A 380, den Airbus jetzt in Frage stellt und will nun wieder Airbus-Anteile kaufen,“ kommentiert die TAZ. 48) Die neu hergerichteten Flächen werden anschließend an Airbus vermietet - die Miete aber erst nach einer Testphase fällig werden, wenn sich der Boden nicht mehr senkt. </p>
<h5 class="CM1">Lex Airbus - oder: Privatgewinne als öffentliches Interesse? </h5>
<p class="CM15">Für die Erweiterung des Firmengeländes wurden zugunsten von Airbus völkerrechtliche Verträge umgangen: Die von der Ramsar-Konvention (1971 von der BRD unterzeichnet) geforderte Einrichtung von Ausgleichsflächen, wenn Naturschutzgebiete bebaut oder aufgegeben werden, wurden bis heute nicht eingerichtet. 2002 wurde sogar für Airbus ein Hamburger Sondergesetz beschlossen: Das Gesetz zur Sicherung des Luftfahrtstandortes. Als dieses juristisch keinen Bestand hatte, wurde ruck-zuck das Bundesluftverkehrsgesetz von Bundestag und Bundesrat geändert, das nun erlaubte, leichter Enteignungen vornehmen zu können. „Wir müssen für dieses wichtige Vorhaben alle jurischen Register ziehen“, so Michael Freytag (CDU), damals Umwelt- und Bausenator, heute CDU-Landesvorsitzender, Finanzsenator und Kronprinz des 1. Bürgermeisters, nach dem vom Verwaltungsgericht verhängten Baustopp für die Werkserweiterung. Sie diene ausschließlich privatwirtschaftlichen Interessen des EADS-Konzerns, nicht dem Wohle der Allgemeinheit. Der Senat wollte durch das Sondergesetz die Gemeinnützigkeit der Werkserweiterung nachträglich festschreiben. „Demokratisch fragwürdig, verfassungsrechtlich zweifelhaft und in seiner sachlichen Kernaussage schlicht falsch“ - so der GAL-Abgeordnete Maaß. Auch die FDP, damals noch in der Bürgerschaft, hatte Bauchschmerzen. 50) Mit diesem Gesetz könnte jede Industrieansiedlung als gemeinnützig anerkannt werden - und der Widerstand sinnlos. Im Falle Airbus hatte das insofern eine große Bedeutung, als Airbus immer wieder nach und nach eine weitere Verlängerung der Landebahn beantragte, sozusagen stückchenweise, um den Widerstand im Alten Land nicht gar so groß werden zu lassen. </p>
<p class="external-document">Im „Alten Land“, einer Elbmarsch an der südlichen Elbe, bauten ab 1140 ins Land geholte Holländer auf den frisch eingedeichten Flächen Obst an. Das entwickelte sich zum größten geschlossenen Obstanbaugebiet Europas. Die Höfe wurden in der Familie weitergegeben, z. T. bis heute bis in die 14. Generation. Der Absatz des Obstes war durch die nahe Großstadt gesichert. Schon seit Jahren wehrten sich die Altländer erfolgreich dagegen, dass die Autobahn 26 im Süden und die Hafenumgehungsstrasse im Norden ihr Obstanbaugebiet zerschneidet. Nun sollte die verlängerte Landebahn für den Werksflughafen mitten durch das Alte Land und den Ort Neuenfelde (5000 Einwohner) gehen. </p>
<p class="CM13">Die Obstbauern, deren Grundstücke in der Einflugschneise lagen, wehrten sich. So blieb der Stadt nur, die Grundstücke teuer aufzukaufen oder zu enteignen. Airbus verlangte eine Landebahnverlängerung auf 3273 m, da die geplante Frachtversion des A 380 wegen höheren Gewichts eine längere Landebahn benötige. Der Senat befürchtete, dass Airbus die Entscheidung, den A 380 in Hamburg zu bauen, zurückziehen könnte, wenn es die Landebahn nicht bekäme wie verlangt. So sicherte er in Geheimschreiben die Landebahnverlängerung zu. Darum geriet er in die Bredouille, als das Verwaltungsgericht 2002 den Planfeststellungsbeschluss (Genehmigung für die Werkserweiterung) generell aufhob. Das „Gesetz zum Erhalt und zur Entwicklung des Luftfahrtstandortes Hamburg“ (Lex Airbus) hätte es zum Zeitpunkt des Planungserlasses noch nicht gegeben, und im Übrigen sei der Bundesgesetzgeber zuständig. Anwohner müssten nur den Lärm öffentlicher, nicht privater Werksflugplätze hinnehmen. So der Urteilstenor. </p>
<p class="CM2">Also beeilte sich das Land Hamburg unter Assistenz des Bundeskanzlers Schröder um die Änderung des § 28 des Luftverkehrsgesetzes: Nun wurde den Bundesländern erlaubt, private Werksflughäfen einfach für gemeinnützig zu erklären. In abgekürzten Ausschussberatungen wurde diese „Lex Airbus 2“ durchs Parlament gepeitscht, denn inzwischen waren für den 29.02.04 in Hamburg vorgezogene Neuwahlen für das Landesparlament angesetzt. Der Bürgermeisterkandidat Mirow (SPD) bot der CDU an, in der Bürgerschaft gemeinsam für das Gesetz zu stimmen. Das geschah dann auch am 11. 2. 04 gegen die Stimmen der GAL, der letzten Sitzung der alten Bürgerschaft vor den Wahlen. 51) </p>
<p class="CM13">Inzwischen hatte die Stadt 51 Häuser und Obsthöfe in Neuenfelde überteuert aufgekauft - für 30 Mill. €. 52)-und begann, sie abzureißen. Auch, um die Verkaufsunwilligen einzuschüchtern. Treckerdemos in die Innenstadt, Straßenfeste und Lichterketten auf dem Elbdeich waren die Antwort der Anwohner. Die Obstbauern standen auf. Der „Ball der Elbregion“ war ein gesellschaftliches Ereignis, das Tausende zusammenführte. Gewerkschaften und andere Stadtteile allerdings hielten still. Der Senat erstellte ein Planungspapier „Maßnahmekonzept Süderelberaum“, in dem das ganze Alte Land im Zuge des Senatskonzepts von der „Wachsenden Stadt“ als „Zukunftsgebiet mit den Wachstumsmotoren Containerumschlag und Airbus“ bezeichnet wurde und das den Zurückbau des Neuenfelder Hauptdeiches vorsah. Damit wollte der Senat am Himmelfahrtstag beginnen, um nicht durch Eil-Gerichtsentscheidungen gestoppt zu werden. Aber das misslang. Das Verwaltungsgericht verhängte wieder einen Baustopp, bis die 236 anhängenden Klagen Neuenfelder Bürger entschieden sind. Das Oberverwaltungsgericht (OVG), von Airbus angerufen, hob diesen noch in der Nacht in einer vorläufigen Eilentscheidung auf. Darum wirkte es wie ein Paukenschlag, dass das OVG dann im Hauptsacheverfahren den Ausbau der Landebahn verbot. Unverhältnismäßig sei es, wegen der Auslieferung von zwei Flugzeugen der Frachtversion (denn nur so viele waren zu dem Zeitpunkt bestellt, heute ist der Bau des A 380 Fracht ganz eingestellt!) zehn Grundeigentümer, darunter die Kirchengemeinde, zu enteignen. Eine nennenswerte Zahl von zusätzlichen Arbeitsplätzen sei nicht nachgewiesen und zukünftige technische Entwicklungen (Nachfolgemodelle des A 380) könnten durch konzerninterne Vorgaben gesteuert werden. Eine Enteignung auf Vorrat sei nicht zulässig. Der gemeinnützige Zweck eines Vorhabens lasse sich nicht dadurch begründen, „die Arbeitsplätze am Standort zu erhalten und die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes auch für die Zukunft zu sichern oder zu fördern.“ 53) </p>
<p class="CM13">Aber Airbus erkannte das Urteil nicht an und stellte der Stadt zweimal Ultimaten: In zwei Monaten sollte sie die Verlängerung der Werkspiste sicherstellen - oder Airbus verlagert die ganze Auslieferung des A 380 nach Toulouse. Diesen Druck gab die Stadt an die verbliebenen, verkaufsunwilligen Obstbauern und die Kirchengemeinde weiter; Bis zum 1. Oktober 2004 sollten sie alle gemeinsam verkaufen, dann würde die Stadt für die benötigten 40 ha Land 25 Mill. € zahlen. Bürgermeister von Beust flog zu EADS nach Toulouse. Nach 35 Minuten war das Gespräch zu Ende: „Bis Ende Oktober muss es ein Ergebnis geben.“ 54) </p>
<p class="CM13">Was nun einsetzte, hatte man in Hamburg noch nicht gesehen: Airbus, Senat, Springer-Presse, CDU und SPD inszenierten ein wochenlanges Trommelfeuer gegen die Neuenfelder. BILD: „Tollhaus Deutschland. Apfelbauer gefährdet 4000 Arbeitsplätze“. Die Ex-Bürgermeister Voscherau und Dohnanyi (beide SPD) appellierten auf allen Titelseiten 55), die Namen, die Gehälter und die Fotos der Verkaufsunwilligen wurden abgedruckt, ihre Höfe belagert. Die Sitzung des Kirchenvorstandes wurde besucht - und manche Küche in den Obsthöfen. Airbus organisierte 10 000 Mitarbeiter auf den Elbdeich vor Neuenfelde. Airbus versprach dem Ort Neuenfelde 3 Mill. € extra für Gemeinschafstaugaben. Und pausenlos verhandelten die Anwälte des Senats im Verborgenen, um den Verkau der Flächen doch noch zu erreichen. Schon forderten SPD, CDU und der Senat ein neues Planungsrecht, dass mit infrastrukturfeindlichen Paragraphen aufräumt. Senator Uldall (CDU) setzte eine „Kommission zur Beschleunigung und Effizienzsteigerung der Planfeststellungen“ ein, die schon nach drei Monaten 2005 einen Bericht vorlegte. Parallel verlangte Airbus von der Bundesregierung ein neues Darlehen über 650 Mill. € für die Entwicklung des A 350, der auch in Hamburg gebaut werden sollte, um mit weiteren Produktionen am Standort zu winken. Dennoch weigerte sich die Kirchengemeinde, ihr Grundstück zu verkaufen. Nun brach ein Sturm los, zumal die Kirche diesen Schritt damit begründete, dass Airbus nicht einmal für nur 100 zusätzliche Arbeitsplätze eine schriftliche Verpflichtungserklärung abzugeben bereit wäre. 56). Landesbischöfin Jepsen schaltete sich ein. Aber als sie die Kirchengemeinde nicht unter den gewünschten Druck setzen wollte, sagte der Bürgermeister von Beust den Neujahrsempfang der Bischöfin ab und verlangte ihren Rücktritt. 57) Völlig entnervt und zerrüttet gaben die drei letzten Grundstückseigentümer auf und verkauften. </p>
<p class="CM15">Wenn man bedenkt, dass die zwei Besteller des A 380 Fracht inzwischen storniert haben und jetzt gar keine Frachtversion mehr gebaut wird, dann werden diese Fragen zwingend: Welche Sonderrechte bekommt eigentlich ein Global Player, um alleine nach Art absolut regierender, autoritärer Herrscher entscheiden zu können? Welche Stadtentwicklungsentscheidungen bleiben eigentlich einer Stadtregierung, wenn kurzfristige Konzernüberlegungen solchen Vorrang genießen? Welche Rolle spielen eigentlich die Gewerkschaften in so einem Konflikt sind sie Co-Manager oder Interessenvertreter der Leute? Und wie ernst nimmt eigentlich die Opposition ihre parlamentarische Kontrollfunktion? Immerhin ist die Werkerweiterung Hamburg extrem teuer gekommen - und bezahlt haben das alle Bürger mit ihren Steuern. </p>
<p class="external-document">Das alles macht insgesamt an Kosten für Hamburg:<br /><br />750.000.000 Zuschüttungskosten Mühlenberger Loch real1<br />6.900.000 Zinsen Zwischenfinanzierung<br />20.000.000 Zinsen Optionsgeschäft<br />23.900.000 Wirtschaftsförderung<br />5.000.000 Gewerbesteuerrückzahlung (geschätzt)<br />111.000.000 Landebahnverlängerung (Grundstückskäufe, Gerichtskosten)<br />155.000.000 Kauf Anteile 2007 (Übernahme der Anteile der Daimler Chrysler AG)<br />1.081.800.000 € Gesamtkosten </p>
<h5 class="CM1">Der Militär-Industrie-Komplex EADS </h5>
<p class="CM13">Airbus und EADS lassen sich in der Öffentlichkeit gerne als Produzenten von Technikwundern feiern. Jede Auslieferung eines A 380 wird als modernes Volksfest mit Technikfaszination arrangiert und gefeiert. Jährlich gibt es Familientage, wo alle Airbusmitarbeiter ihre Familien und Verwandtschaft aufs Firmengelände mitbringen dürfen. Wöchentlich bereichte das „Hamburger Abendblatt“ über neue Flugzeugbestellungen bei Airbus- und die Wirtschaftsspalten deutscher Blätter feiern Airbus als Jobwunder. Dabei wird die militär-industrielle Seite völlig ausgeblendet, verdrängt, verschwiegen. Doch sie ist konstitutiv, unabdingbares Konstruktionsmerkmal des großen Konzerns, Lebenselixier und Luft zum Atmen. Ohne militärischpolitische Zusammenarbeit gäbe es den Konzern gar nicht. Und diese Seite wird immer bedeutsamer. </p>
<p class="CM13">Seit den 60ger Jahren werden bei Airbus in Hamburg Militärflugzeuge gebaut und konstruiert. Am Beginn stand die Lizenzmontage von Transportern. Und alle Hamburger Senate haben genau gewusst, dass das Werk eines der wichtigsten Rüstungsproduzenten in Hamburg ist, haben das allerdings nie groß breit getreten. Die Stadt war auch immer Anteilseigner und entsprechend im Aufsichtsrat vertreten: So z. B. durch die Senatoren Alfons Pawelcyk (SPD), Volker Lange (SPD) und seit 1990 eben Helmut Schmidt. 58) Im Gegensatz zur Kriegsschiffsschmiede Blohm + Voß, die sich immer der Kritik der Linken und der Friedensbewegung ausgesetzt sah und sieht, segelte das Werk Finkenwerder, ob es nun als HFB, MBB, DASA oder Airbus firmierte, in der Öffentlichkeit unter ziviler Luftfahrt. Bis heute hält sich das Gerücht hartnäckig, dass dort keine Rüstung produziert würde. Dabei war das Werk immer in die Planung und Konstruktion wie Produktion von Militärflugzeugen eingebunden, ja hatte sogar die Systemführerschaft. So produzierte es den deutsch-französischen Militärtransporter Transall C 160, der bis heute das Rückgrat für die Bundeswehr-Transporte darstellt. Er stellt ein mobiles taktisches System dar, das rasch Ausrüstungs- und Truppenverlegungen erlaubt, auch das Absetzen von Fallschirmjägern. Die Transall ist bei mehreren Armeen im Dienst. 208 Exemplare wurden in zwei Tranchen seit den sechziger Jahren bis 1985 gebaut (90 für die Bundeswehr, 79 für Frankreich- davon vier für die Atomstreitmacht- und weitere für Südafrika, die Türkei und Indonesien. Eingesetzt wurde es in den Kriegen in Zypern 1974, im Tschad, Angola, im 2. Golfkrieg 1991. Konzipiert in der Zeit der Blockkonfrontation, wo das Kriegsbild von einem Krieg mit der Sowjet-Union ausging und deshalb leichtes Gerät und Truppen über mittlere Distanzen schnell transportiert werden musste (während die schweren Panzer ja über den Landweg bis Moskau bei Temperaturen bis Minus 40 Grad fahren können mussten), genügen für den weltweiten Einsatz auch schweren Geräts heute weder die Reichweite noch die Ladekapazität der Transall. Also wurde der neue Militärtransporter A 400 M konzipiert, wo die Systemführerschaft immer auch in Finkenwerder lag und liegt (mehr dazu siehe hinten). Aber auch der A 310 ist in seiner Militärvariante mindestens seit 1974 als Tankflugzeug zur Luftbetankung, als Seeaufklärer, Minenleger oder Kommandozentrale gebaut worden. Der Typ A 320 wurde in der Hamburger Entwicklungsabteilung als U-Boot-Jäger konzipiert. 59) Vom A 300, dem A 310 und A 340 gibt es die jeweilige Version ATT, das heißt Airbus Tanker Transport. Der Umbau erfolgt in Hamburg und Dresden. 60) Im Einsatz sind sie in Kanada, Frankreich, der BRD, Thailand. Seit Jahren bemüht sich EADS in den USA, das Tankflugzeug KC 45 A an die US Air Force zu verkaufen - das ist die militärische Variante des A 330, geeignet zur Luftbetankung. Das wäre ein Großauftrag von 179 Flugzeugen. Volumen: 40 Mrd. $, Lieferung in den nächsten 10 Jahren. Dazu ist EADS ein Joint Venture mit Northrop eingegangen. 61) </p>
<p class="CM14">Immer haben sich die Hamburger Senate, in welcher Koalition auch immer, aktiv um Rüstungsaufträge bemüht. So wurde 1988/89 bei den Verhandlungen mit Daimler als Gegenleistung für die Zustimmung zur Übernahme von MBB durch Daimler die Zusicherung verlangt und erhalten, dass Hamburg bei Airbus die Systemführerschaft aller A –Typen behält. 62) Das blieb so, auch als die europäischen Planungen 1991 für ein weltweit nonstop einsetzbares, großes neues Transportflugzeug in Rom begannen. Im Zuge der neuen weltweiten NATO-Strategien nach dem Ende der Blockkonfrontation brauchten viele NATO-Armeen größere Transporter. „Out of Area“-Einsätze in eigener Regie sind nur bei entsprechender, jederzeit verfügbarer Transportkapazität möglich- und gerade die Bundeswehr will nicht auf die USA oder gar auf die sechs von der Ukraine gecharterten und in Leipzig stationierten riesigen Antonows An 124-100 angewiesen sein. Bis heute ist das so. Und auch der Afghanistan-Einsatz wird mit den Antonows abgewickelt. 63) Also kamen 1991 unter Assistenz und Druck von Militärs und Regierungen Rüstungsfirmen aus fünf Ländern zusammen (Frankreich, GB, Italien, Spanien, BRD) und brachten ihre Kooperationspartner aus Portugal, Belgien und der Türkei mit. „Euroflag“ wurde gegründet, das Projekt „Future Large Aircraft“ gestartet (April 1996 in: Future Transport Aircraft umbenannt) und die neue Gesellschaft „Airbus Military Corporation“ gegründet. Sofort setzte sich der Hamburger Senat dafür ein, dass das Werk in Finkenwerder an der Produktion des neuen „Kampfzonentransporters A 400 M“ beteiligt wird. Seitdem sind 200 Mitarbeiter aus Hamburg mit Entwicklungsaufgaben, Tests und dem Handbuch für den A 400 M beschäftigt. 64) Im Juni 2001 schloss die im Lissabon-Vertrag im Zuge der Militarisierung der EU gegründete europäische Rüstungsbehörde OCCAR mit Airbus Military einen Vertrag ab über die Lieferung von 196 A 400 M, der am 27. 5. 03 modifiziert wurde: Lieferung von 180 Maschinen zum Festpreis von 20 Mrd. €. Frankreich sollte 2010 die erste Tranche, die BRD 2011 die zweite (60 Maschinen für einen Preis von 8, 607 Mrd. €) erhalten. Wegen Gewichts- und Antriebsproblemen wurden Erstflug und Auslieferung immer wieder um jeweils sechs Monate nach hinten verschoben. Jetzt steht das ganze Projekt auf der Kippe: Wenn sich die Kunden, also die abnehmenden Länder, nicht bereit finden, von den angelaufenen Mehrkosten in Höhe von 5 Mrd. € wenigstens einen Teil zu übernehmen, will EADS die Produktion des A 400 M ganz einstellen. Airbus-Chef Thomas Enders „würde die durch den Militärauftrag gebundenen Ingenieurkapazitäten lieber in der Entwicklung des zivilen Langstreckenjets A 350 einsetzen, um wenigstens diesen termingerecht liefern zu können.“ 65) </p>
<p class="external-document">Der A 400 M soll sechs Geländewagen mit Anhängern oder acht Wiesel 2-Panzer oder zwei Hubschrauber „Tiger“ oder einen Panzer „Puma“ transportieren, jedoch keinen Leopard 2, der zu schwer ist. Reichweite nonstop: 3100 km, bei Zuladung von 20 t jedoch sogar 6600 km (also bis ins südliche Afrika oder in das mittlere Asien). Er braucht nur 100 m lange Landebahnen, notfalls auch mit Gras- oder Lehmboden. Bestellungen liegen vor aus der BRD, Frankreich, Spanien, England, Belgien, Luxemburg, Südafrika und Malaysia. Entschieden hatte man sich für neu zu entwickelnde Antriebe eines europäischen Konsortiums, um nicht von den USA oder Kanada abhängig zu sein. Der A 400 M ist also konzipiert entsprechend der neuen NATO-Doktrinen für einen weltweiten Einsatz. 66) </p>
<p class="CM13">Inzwischen steht, wie gesagt, das ganze Projekt auf der Kippe. 67)Am 31. 3. 09 hätten die Regierungen den Vertrag kündigen können, dann wäre EADS regresspflichtig geworden. Sie verzichteten jedoch darauf, weil sie keine militärtechnische Alternative gehabt hätten. Sie hätten dann den großen Düsentransporter C 17 von Boeing oder die kleinere, propellergetriebene C 130 Hercules aus den USA kaufen müssen. OCCAR zahlt für den A 400 M monatlich 200 Mill. € an Entwicklungskosten. Bei Vertragskündigung müsste EADS bereits geleistete Anzahlungen in Höhe von 5 Mrd. € zurückzahlen. Der Preis pro Flugzeug ist inzwischen von 110 Mill. € auf 145 Mill. € gestiegen. Die Verzögerung hat EADS bereits 2, 3 bis 5 Mrd. € gekostet. 69) Für evtl. Vertragsstrafen hat EADS in der Bilanz bereits 1, 7 Mrd. € zurückgestellt. 70) So droht denn nun der A 400 M zu einem zweiten großen Flop zu werden. Die Frage ist nur, ob aus militärstrategischen Gründen die Militärs auf einen eigenen Transporter bestehen und die Politik bereit ist, dafür zu zahlen. </p>
<p class="CM13">Eurocopter, die zweite große Rüstungssparte dagegen, macht schwarze Zahlen. Der Welt größter Hubschrauber-Produzent macht 51 % des Umsatzes mit Rüstungsgütern. Allerdings ist auch hier EADS im Verzug: Die Entwicklung des neuen „UHU“-Kampfhubschraubers hat sich vier Jahre verspätet. Die abnehmenden Regierungen sollen 630 Mill. € mehr hinblättern als vorgesehen. 71) Auch hier gilt die multinationale Verflechtung und Durchdringung als Prinzip: So haben sie eine russische Tochtergesellschaft mit dem russischen Rüstungsbetrieb IRKUT gegründet, der Kampfflugzeuge (Suchoi-Jets) und Amphibienfahrzeuge herstellt. </p>
<p class="CM2">Das Galileo-Satellitenprogramm des Astrium-Geschäftsbereiches von EADS, an dem auch Thales (F), Alcatel (F), EADS und Finmecanica (It) und ein deutsches Konsortium 73) beteiligt sind, soll mit 30 Satelliten Europa unabhängig von den Konkurrenznetzen der USA (GSM und GPS, das militärisch dominiert ist), dem russischen GONASS und dem chinesischen COMPASS mit Satelliten-Info-Systemen versorgen. Daran sind 17 Länder beteiligt. Auch hier gelten das integrierte Forschungs- und Produktionsprinzip und die militärstrategischen Interessen. 3, 8 Mrd. € sind bereits investiert, 2008 sollte Galileo starten, nun heißt es, dass es 2014 losgeht. 74) Gestritten und verhandelt wird über die Risikoaufteilung zwischen Astrium und den beteiligten Regierungen. Zuletzt noch der Hinweis, dass Astrium auch die Raketen für die französischen Atomwaffen liefert (die M 45 und M 46) </p>
<p class="CM13">Defence und Security, ein weiterer Geschäftsbereich von EADS, quasi ein eigener Mischkonzern, floriert kontinuierlich, allerdings auch mit hohem militärischem Anteil (Eurofighter, Tornado, Baracuda) und zahlreichen „dual-use“-Produkten (also denen, die sowohl zivil wie militärisch eingesetzt werden können). Er ist weltweit der größte Anbieter von Lenkwaffen aller Art (siehe vorne). </p>
<h5 class="CM2">Konzentration und Quersubventionierung </h5>
<p class="CM13">Rüstungsproduktion ist bekanntlich deshalb so lukrativ, weil es bei Rüstungsgeschäften üblich ist, die ja meistens mit Staaten/Regierungen abgeschlossen werden, dass Vorauszahlungen geleistet werden und die Erstattung von Zinsaufwendungen und Entwicklungskosten übernommen werden. Zudem ist die Abnehmerseite übersichtlich. Gewöhnlich ist es die Regierung des eigenen Landes plus deren Verbündete, in Europa zunehmend die Rüstungsagentur SOCCAR. Die Regierungen drängen auf Konzentration, Kooperation, Monopolbildung, wenige ihnen bekannte und zuverlässige (d. h. vertrauensvolle) Lieferanten. So liefert EADS rund 50% aller Rüstungsgüter für die Bundeswehr. Für den A 400 M erhielt EADS bereits 5 Mrd. € Vorschuss und die Erstattung von 543 Mill. € Zinsaufwendungen 75) sowie 25 Mrd. € aus dem europäischen Militäretat. Diese Extraprofite sind enorm, weshalb EADS mit einer Verzinsung von 20 % auf das eingesetzte Kapital rechnet. Auch die Langfristigkeit von Lieferverträgen mit nachfolgenden Reparatur- und Instandsetzungsverträgen garantiert hohe Profite. So kostet die Modernisierung der in früheren Jahren gelieferten Hubschrauber CH 53 bei Eurocopter 535 Mill. € und läuft bis 2013. 76) </p>
<p class="CM13">Neuentwicklungen mit hohem Risiko werden eher begonnen, wenn die Entwicklungskosten vom Kunden voll übernommen werden, was ja sonst nicht üblich ist. Da den Regierungen für ihre Armeen das Beste gerade genug ist, finden wir viele technische Neuentwicklungen zuerst bei Militärgütern, versprechen sie doch die Chance eines taktischen oder strategischen Vorteils in einer militärischen Auseinandersetzung. Das allein lässt Regierungen ihre Staatssäckel bereitwilliger öffnen. Bei Nachforderungen, wie z. B. beim A 400 M, ist der Produzent ganz schnell in einer Erpresserrolle: Will er die Entwicklung aus kalkulatorischen Gründen einstellen, haben die abnehmenden Armeen aus technologischen oder strategischen Gründen keine Alternative. Das erhöht die Bereitschaft, die geforderten Preise oder Aufschläge zu bezahlen. Und nicht zuletzt versprechen Rüstungsgüter später eine zivile Nutzung, zumindest als „spin off“ bei Erfindungen, Werkstoffen, Verfahren, Know-how. So sind 40 % der Materialien beim A 380 aus Kohlefaserverbünden (leichter als Aluminium) und Glare, der neue Verbundwerkstoff ist sogar 10-mal leichter als Aluminium. Für den A 400 M wird ein ganz neuartiger Antrieb entwickelt. Man kann darauf wetten, dass er früher oder später in zivilen Produkten auftaucht. </p>
<p class="CM13">Rüstung erleichtert verborgene Kompensationsgeschäfte. So wurde aus Österreich 2006 bekannt, dass EADS als Gegengeschäft im Wert von 20 Mill. € für den Kauf von Eurofightern an der Steirischen Fachhochschule Joanneum und an der Technischen Universität in Graz zwei Stiftungslehrstühle eingerichtet hat. In Zusammenarbeit von EADS und der Steiermark wurde dort der Studiengang Luftfahrt/Aviation aufgebaut, in Graz am Institut für Thermische Turbomaschinen und Maschinendynamik. Die Öffentlichkeit hätte davon nichts erfahren, wenn EADS und die Hochschulen sich nicht gestritten hätten, welche Summe als Gegengeschäft angerechnet werden sollte. 77) </p>
<p class="CM13">Die globale Konkurrenz mit imperialem Charakter, nämlich weltumspannend Einfluss auszuüben, treibt auch zu einer aggressiven geschäftlichen Expansion und technisch riskanten Konstruktionen. Die Folgen: Steigerung des Luftverkehrs und Konzentration auf die größten Flughäfen bei Großflugzeugen wie A 380 und A 350 (im zivilen Bereich). Konzentration in immer größeren Konzernen und Verbünden sowie Beteiligungen im militärischen Bereich. Denn diese Zusammenschlüsse erfolgen auf Veranlassung, Druck oder mit Assistenz der Regierungen der einzelnen Länder oder der NATO. Im Inneren führt das zu verstärkter hierarchischer Struktur, kommandoartigem Verhalten, Einfluss der Geheimdienste bei Einstellungen und ständiger Kontrolle nach NATO-Kriterien, verminderter Mitbestimmung der Gewerkschaften und Belegschaften. Life und in Farbe konnte man das alles miterleben, wenn führende Manager sich bei gesetzlich vorgeschrieben Erörterungs- oder Anhörungsterminen bequemen mussten, Firmenplanungen darzulegen oder sich gar Anwohnerversammlungen von Obstbauern stellen mussten. Kein Wunder, dass bei rechtsstaatlich verfügten Baustopps sofort der Ruf nach „Vereinfachung“ des Planungsrechts aufkommt. Mit welchen harten Bandagen auch innerhalb des MIK gekämpft wird, erhellt die Passage, mit der der damalige Bundeswirtschaftsminister Glos (CSU) dem Mutterkonzern drohte, Rüstungsaufträge zu entziehen, wenn „wesentliche Teile der Airbus-Produktion nach Frankreich verlagert werden“. 78) </p>
<p class="CM13">Umgekehrt drücken die Anforderungen der Militärs auf Entwicklungs-, Zeit- und Fertigungspläne wie –verfahren und setzen die Techniker unter Druck. Ein Teil der Probleme des A 400 M rühren z. B. daher, dass seine Ladefähigkeit geringer ist als von den Militärs gefordert. Der PUMA, die „Zukunftswaffe des Heeres für Auslandseinsätze“ wiegt 31, 45 t, der A 400 M trägt bisher aber nur 25 t. So klagt die Bundeswehr: „Wir müssen ein durchsetzungsfähiges und hoch wirksames Waffensystem rasch in ein Krisengebiet verlegen können und damit glaubwürdig zur Durchsetzung des eigenen politischen und militärischen Willens betragen“, und, um die Motoren nicht in USA und Kanada kaufen zu müssen, wurde ein europäisches Konsortium gegründet und gezwungen, neuartige Antriebe zu bauen. Die für den MIK typische Symbiose wird daran deutlich, dass, wenn EADS den A 400 M einstellt, die Militärs und die Politik die ungeliebten US-Produkte ordern müssten. 80) </p>
<p class="CM13">Spionage findet natürlich auch statt, auch wenn darüber nichts berichtet wird. Anlässlich der Eröffnung des Airbus-Werkes in Tianjin (China) 2007, wo der A 320 zusammenmontiert wird und für den A 380 Türen gebaut werden, wurde berichtet: „Man macht sich Sorgen in Hinblick auf den Wissenstransfer und eventuelle Folgen auf längere Sicht. Daher fordere man das Management auf, Vorkehrungen gegen einen möglichen Ideenklau zu treffen.“ 81) </p>
<h5 class="CM2">Ausblick </h5>
<p class="CM13">Man kann trefflich streiten, wer in dieser Symbiose wen treibt: Die Politik, also Bundesregierung und Senat die Flugzeugbauer, oder umgekehrt- oder ob die Militärs beide treiben und selber Industriepolitik machen. Bei der engen auch personellen Verwobenheit spricht man deshalb auch vom Militär-Industrie-Komplex (MIK), der in diesem Fall jedenfalls eine ganze Region drangsaliert und Stadtentwicklung bestimmt, der riesige Steuergelder verbraucht und bindet und mit organisierter Technikfaszination einen Begriff von wissenschaftlichtechnischem Fortschritt transportiert, der kriegerische Einsätze weltweit erst möglich macht. Jedenfalls, das wird aus dieser Fallstudie deutlich, müssen Investitionsentscheidungen dieses Ausmaßes wieder wirklich demokratischer Kontrolle und Entscheidung unterworfen werden. Das schließt auch ein, dass bei Investitions- und Standortentscheidungen die Mitbestimmung der Belegschaften und ihrer Gewerkschaften eingeführt werden muss. Hätte sie es bei Airbus gegeben, wären milliardenschwere Fehlausgaben vermieden worden, die letzten Endes die Belegschaft und die Steuerzahler tragen mussten. Auch ist die Frage deutlich, ob so große und so strukturbestimmende Schlüsselindustrien, an denen ja etwa zur Hälfte die öffentliche Hand als Miteigentümer beteiligt ist, nicht ganz vergesellschaftet gehörten. Schon jetzt müsste aber auf jeden Fall der öffentliche Druck dahin gehen, die Mittel für Rüstungsgüter drastisch zu reduzieren. Wenn z. B. der A 400 M sterben würde, würden den öffentlichen Haushalten Ausgaben in Höhe von 25 Mrd. € erspart, bzw. würden bereits gezahlte Vorschüsse von 5 Mrd. € sofort zurückfließen und die wöchentlich gezahlten 200Mill. € Entwicklungskosten. Das Argument mit den Arbeitsplätzen sticht hier gar nicht, da der Airbus-Chef diese Techniker gerne einsetzen würde, den anderen Flugzeugtyp A 350 pünktlich fertig zu stellen. Konversion ist also angesagt. Das schlösse auch ein, bei Konzentration auf die kleineren Airbusreihen A 319 und A 320 usw. die umweltbelastenden und die Verkehrsströme vergrößernden und konzentrierenden Großflugzeuge nicht bauen zu müssen. Es ist, das zeigt diese Fallstudie ebenfalls, an der Zeit, zu den alten Tugenden der Handwerker- und Ingenieursethik zurückzukehren, nicht alles zu machen, was technisch machbar ist, sondern zu fragen: Wem nützt es? Es ist auch überfällig, dass sich die Gewerkschaften und Betriebsräte aller EADS-Standorte zusammensetzen und versuchen, gemeinsam zu agieren und die Frage zu diskutieren, was öffentliche Interessen sind und ob die Gewerkschaften nicht auch hier Verantwortung zu übernehmen hätten. Es kann doch nicht sein, dass das vernetzte Großkapital, die in der NATO kooperierenden Militärs und die seit dem Lissabon-Vertrag in der OCCAR zusammenarbeitenden Regierungen als MIK zusammenarbeiten, die Beschäftigten aber nicht. Und nicht zuletzt müssen die Friedensbewegung und die kritische Öffentlichkeit EADS als wichtiges Problem wahrnehmen, aufklären und sich damit beschäftigen, auch über Ländergrenzen hinweg. Es kann nicht länger sein, dass Hunderttausende aus Begeisterung über moderne Technik jedem A 380-Flug zujubeln und die Presse ganze Sonderseiten über das fröhliche Volksfest veröffentlicht und die andere Seite, dass EADS die Instrumente für zahlreiche Kriege geliefert hat und liefert, dass sie Flugzeuge und Raketen für die französischen Atomwaffen herstellt und mit ihren Transportflugzeugen erst ermöglicht, dass deutsche Soldaten in aller Welt agieren können, völlig ausgeblendet wird. Und es darf nicht länger sein oder gar Schule machen, dass Gesetze geändert werden, um Privatpisten zu öffentlichen Flugplätzen zu machen, dass ganze Dörfer umgesiedelt werden, nur weil der MIK daran interessiert ist, um privatnützigen Profiten Vorrang vor dem Gemeinwohl einzuräumen. </p>
<p class="annotation"><strong>Horst Bethge</strong><br />Hamburg, Lehrer a. D., Mitglied des Landesvorstandes DIE LINKE, aktiv bei PädagogInnen für den Frieden, International Association Educators for Paece (IAEP<br />(Redaktionsschluss: 3. 12. 09, bitte Hinweise, Fehlerkorrekturen, Ergänzungen an: <link horst.bethge@die-linke-hh.de - mail "Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mail">horst.bethge@die-linke-hh.de</link>)</p>
<p class="MsoNormal"><strong></strong></p>
<hr><p class="MsoNormal"><strong>Quellen, Materialhinweise, Anmerkungen</strong></p> <ol><li>Näheres dazu in Hans Walden „Wie geschmiert- Rüstungsproduktion und Waffenhandel im Raum Hamburg“, Komzi-Verlag, Idstein, 1997, S. 21-150</li><li>vgl. Walden, a. a. O. ,S. 235/6</li><li>mehr siehe: <link http://www.eads.net/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.eads.net/</link> sowie: Wikipedia: <link http://de/wikipedia.org/wiki/EADS _blank external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://de/wikipedia.org/wiki/EADS</link>, <link http://www.airbus.com/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.airbus.com</link></li><li><link http://www.de.eads.net/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.de.eads.net/</link></li><li><link http://www.eurocopter.com/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.eurocopter.com/</link></li><li><link http://www.arianespace.com/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.arianespace.com/</link> sowie:<link http://www.astrium.eads.net/de/raumfahrt - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.astrium.eads.net/de/raumfahrt</link></li><li><link http://de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A400M - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A400M</link> -da <link http://www.airbusunlitary.com/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">www.airbusunlitary.com</link> z. Zt. nicht verfügbar und: <link http://www.eads.net/1024/de/businet/airbus/airbus_military/airbus_military.html - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">www.eads.net/1024/de/businet/airbus/airbus_military/airbus_military.html</link>, sowie: Handelsblatt 6. 4. 05 und Hamburger Abendblatt HA 29./30. 11. 08 und 1. 11. 06</li><li>SPIEGEL online 12. 1. 07</li><li><link http://www.n-tv.de/719409.html%20vom%209.10.%2006 - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.n-tv.de/719409.html vom 9.10. 06</link></li><li>DIE ZEIT 16. 7. 07</li><li>siehe Fußnote 3</li><li>SPIEGEL 7. 12. 07</li><li><link http://www.finanznachrichten.de/ - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://www.finanznachrichten.de</link></li><li>U. Westphal/R. Nimtz-Köster „Das Mühlenberger Milliardenloch- wie ein Flugzeug die Politik beherrscht“, Nautilus, 2005, S. 202-204</li><li>junge welt 21. 1. 05</li><li>U. Westphal u. a., a. a. O., S. 206</li><li><span lang="IT">STERN 43/2006, S. 196, HA 25. 7. 06</span></li><li><span lang="IT">HA 27. 12. 06</span></li><li><span lang="IT">STERN 43/2006, HA 4. </span>10. 06</li><li>HA 20. 10. 06</li><li>HA 17. 11. 08</li><li>Neues Deutschland 6. 2. 07</li><li>HA 10. 9. 06 + 23. 2. 07</li><li>HA 7. 11. 06</li><li>junge welt 25. 1. 05</li><li>HA 15. 1. 09, FAZ 17. <span lang="IT">7. 06, HA 18. 7. 06</span></li><li><span lang="IT">HA 28. 2. 07</span></li><li>STERN 43/2006, S. 204</li><li>HA 17./18. 2. 07 + 10./11. 3. 07</li><li>HA 10./1. 3. 07</li><li>Neues Deutschland 30. 3. 07 </li><li>der ganze Konflikt ist Etappe für Etappe aufgearbeitet in: U. Westphal…, siehe Fußnote 14), S. 8 ff</li><li>U. Westphal u. a., a. a. O. S. 15, S. 22, S. 211</li><li>ebenda S. 31 </li><li>ebenda S. 32 ff</li><li>ebenda S. 41</li><li>A 3 XX war anfangs die Typenbezeichnung für den späteren A 380, Westphal a. a. O. S. 43</li><li>Westphal a. a. O. S. 48</li><li>ebenda S. 49</li><li>ebenda S. 65 ff</li><li>zitiert bei Westphal a. a. O. S. 66, S. 136 und 137</li><li>ebenda S. 71</li><li>Diskussion am 23. 9. 03 in Berlin, abgedruckt bei Westphal, a. a. O. S. 77</li><li>Westphal a. a. O. S. 107</li><li>ebenda S. 78</li><li>WELT 1. 10. 05: „In den letzten fünf Jahren sind mehr als 6300 Arbeitsplätze in diesem Industriezweig entstanden, maßgeblich durch die Produktion des A 380 in Hamburg, so Senator Uldall (CDU)“</li><li>Westphal a. a. O. S. 81</li><li>TAZ 14./15. 10. 06</li><li>Westphal a. a. O. S. 119</li><li>ebenda S. 121</li><li>ebenda S. 124-141</li><li>ebenda S. 153</li><li><span lang="PT-BR">ebenda S 168/9</span></li><li><span lang="PT-BR">ebenda S. 176</span></li><li><span lang="PT-BR">HA 14. </span>10. 04</li><li>Westphal a. a. O. S. 197</li><li>HA 4./5. 12. 04</li><li>vgl. H. Walden „Wie geschmiert“…a. a. O. S. 176 und S. 235 <br> Angerer/Schmitt-Eenboom „Rüstung in Weißblau“, Starnberg, 1988, S. 38 ff</li><li>vgl. H. Walden a. a. O. S. 177 und TAZ 10. 7. 86</li><li>HA 5./6. 7. 97, SPIEGEL 13. 5. 96, Soldat + Technik Nr. 3/1996 </li><li>HA 3. 3. 90</li><li>Bürgerschaftsdrucksache 13/4807- Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft vom 21. 11. 89</li><li><link http://.de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A400M - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">http://.de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A400M</link>, S. 2</li><li>Bürgerschaftsdrucksache 15/3367- Anfrage der GAL, vgl. auch H. Walden, a. a. O. S. 179+ HA 3.12.O9 </li><li>die Schritte von sechs Monaten ergeben sich daraus, dass der Vertrag einen Abnahmeausstieg bei Fristüberschreitung von sechs Monaten vorsieht</li><li>66)vgl. Fußnote 63)</li><li>de.reuters.com, 22. 4. 08, Financial Times Dt. 10. 1. 09, SPIEGEL online 3.2. 09, Süddeutsche online 20. 1. 09, HA 3. 12. 09</li><li><span lang="EN-GB">Financial Times: </span><link http://www.ftd.de/unternehmen/:Tanz-um-A400M-EADS - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster"><span lang="EN-GB">www.ftd.de/unternehmen/:Tanz-um-A400M-EADS</span></link><span lang="EN-GB">, vom 4. 3. 09</span></li><li>Financial Times 19. 11. 09, HA 3. 12. 09</li><li>HA 3. 3. 2009</li><li>Neues Deutschland 10. 12. 08</li><li>Politische Berichte 17/ 2005</li><li>das sind neben EADS TeleOp, T-Systems, DLRZ Braunschweig und die bayrische Förderbank, vgl. Neues Deutschland 6.12. 05</li><li>Neues Deutschland 20. 3. 07 und Welt am Sonntag 4. 3. 07</li><li>Hamburger Morgenpost 2. 4. 03</li><li>junge welt 21. 1. 08 + WELT 9. 2. 07</li><li>Standard Wien 6. 11. 06 + Mail der Vors. der Fakultätsvertretung f. Psychologie Wien vom 5. 12. 06</li><li>HA 5. 2. 07</li><li>Militärtransporter finanziert A 380, junge welt 21. 1. 05</li><li>So Heeres-Inspekteur Hans- O. Budde lt. WELT v. 7. 9. 05 + HA 14. 1. 09 + 3.12. 09</li><li>HA 26. 6. 07 + 29. 9. 08</li></ol> <p></p>  ]]></content:encoded>
			<category>Frieden und Antimilitarismus</category>
			<category>Wirtschaftspolitik</category>
			
			<author>horst.bethge@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 12:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.die-linke-hh.de/uploads/media/EADS_Airbus_Broschuere_Endfassung.pdf" length ="158219" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>bauer media group kennt nur den Profit! DIE LINKE solidarisch mit den Beschäftigten </title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//bauer-media-group-kennt-nur-den-profit-die-linke-solidarisch-mit-den-beschaeftigten.html</link>
			<description>Ende September hat die Bauer Media Group (Heinrich Bauer Verlag) den Betriebsrat und die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Nach dem Antritt der schwarz-gelben Bundesregierung lassen viele Unternehmer die Maske fallen. Das ist beim Bauer-Verlag nicht anders.</p>
<p class="MsoNormal">Ende September hat die Bauer Media Group (Heinrich Bauer Verlag) den Betriebsrat und die Belegschaft von bauer druck Köln darüber informiert, dass bauer druck Köln geschlossen werden soll. Zwischenzeitlich hat die Bauer Media Group mitgeteilt, dass die Schließung zum 30. Juni 2010 erfolgen soll. Dadurch sind 380 Beschäftigte vom Verlust ihres Arbeitsplatzes und ihre Familien in ihrer Existenz bedroht.</p>
<p class="MsoNormal">Die AG betrieb & gewerkschaft DIE LINKE. Hamburg solidarisiert sich mit den Kolleginnen und Kollegen von bauer druck in Köln. Hier in Hamburg bei der Konzernzentrale ist der richtige Platz den Protest und den Widerstand zum Ausdruck zu bringen.</p>
<p class="MsoNormal">Die Verhandlungen um eine Standortsicherung wurden abgebrochen. Die Verhandlungen um einen Sozialplantarifvertrag wurden verweigert.</p>
<p class="MsoNormal">>Es ist offensichtlich, dass die Konzernleitung eine selbstbewusste Belegschaft los werden will. So hat die Belegschaft von bauer druck Köln noch vor Monaten erfolgreich für ihre Tarifabsicherung gestreikt.</p>
<p class="MsoNormal">Die Probleme, die nun zur Schließung von bauer druck Köln herangezogen werden sind bewusst herbei geführt worden. Aufträge wurden abgezogen. Es wird jetzt in Polen gedruckt.</p>
<p class="MsoNormal">Bauer Media Group beweist: Im Kapitalismus zählt nur der Profit und nichts Anderes. Dagegen können sich die abhängig Beschäftigten nur gemeinsam zur Wehr setzen. Wie mit dieser Demonstration heute.</p>]]></content:encoded>
			<category>Gewerkschaftspolitik</category>
			
			<author>ag-bg@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 16:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>„Das Elektroauto ist der letzte Versuch der Konzerne, so weiter zu machen wie bisher!“ </title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//das-elektroauto-ist-der-letzte-versuch-der-konzerne-so-weiter-zu-machen-wie-bisher-bericht-z.html</link>
			<description>Dies ist eine der wesentlichen Erkenntnisse, die von den gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Bericht zur umweltpolitischen Konferenz am 28.11.2009 in Hamburg</h3>
<p class="bodytext">„Das Elektroauto ist der letzte Versuch der Konzerne, so weiter zu machen wie bisher!“ </p>
<p class="bodytext">Dies ist eine der wesentlichen Erkenntnisse, die von den gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der umweltpolitischen Konferenz am 28.11. 2009 in Hamburg erarbeitet wurden. Thema waren die "Auswirkungen einer Einführung von Elektrofahrzeugen auf die Klimagasemissionen und die Konsequenzen für die Autoindustrie". Initiiert wurde die Konferenz der GUE/NGL (Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke) von Sabine Wils, der Hamburger Europaabgeordneten der LINKEN. </p>
<p class="bodytext">Der europäische Verkehrssektor emittiert einen bedeutenden und im Vergleich wachsenden Anteil aller CO2 Emissionen in der EU. Während die meisten technischen Geräte mit steigendem Know-how kleiner und effizienter werden, geht die Autoindustrie mit ihren Fabrikaten einen anderen Weg. Die Pkws werden immer größer und schwerer. Technische Innovationen führen zu immer leistungsstärkeren Motoren und umfassenderen Ausstattungen, aber nicht zu effizienten und energiesparenden Bauweisen. Dies hat zur Folge, dass Pkws ihren Schadstoffausstoß in den letzten 20 Jahren nicht signifikant senken konnten. </p>
<p class="bodytext">Die europäischen Autoproduzenten sind aufgrund des Klimawandels seit einigen Jahren erhöhtem politischem und gesellschaftlichem Druck ausgesetzt, die Schadstoffemissionen ihrer Pkws deutlich zu senken. Nach erfolglosen Versuchen mit Wasserstoff und "Bio"-Kraftstoffen gelten die von der Politik massiv geförderten Elektrofahrzeuge als neues Allheilmittel emissionsarmer Mobilität.&nbsp; </p>
<p class="bodytext">Kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen befasste sich die Konferenz nun mit der Frage, ob Elektroautos tatsächlich einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten können und welche Interessen hinter dem Thema "Elektromobilität" stehen. Ein weiterer Aspekt war das Problem, wie mit einem grundlegenden Wandel der Verkehrssysteme die Arbeitsplätze der Autoindustrie europaweit gesichert werden können. </p>
<p class="bodytext">Das zur Konferenz erstellte Gutachten von Dr. Axel Friedrich und Prof. Dr.-Ing. Rudolf Petersen sowie die Diskussionen auf der Konferenz verdeutlichen, dass das Elektroauto zumindest in den kommenden drei Jahrzehnten nicht zur Reduzierung von Schadstoffen im Verkehrssektor beitragen kann! Ob die oft auch unsinnigerweise als "Nullemissionsfahrzeuge" propagierten Elektroautos schadstoffärmer als Verbrennungsmotoren fahren, hängt überwiegend von der Stromproduktion ab. Prof. Dr. Petersen hat gezeigt, dass die Stromproduktion in Deutschland noch bis 2040 so weit auf der stark Umwelt schädigenden Braun- und Steinkohle basiert, dass Elektroautos bis dahin pro km mehr CO2 ausstoßen werden als vergleichbare Pkws mit Verbrennungsmotor. Die bis dahin hergestellte erneuerbare Energie ist bereits "verplant". Da die Produktion erneuerbarer Energien noch sehr begrenzt ist, müsste der von Elektroautos verursachte Zusatzverbrauch zumindest bis 2040 vom "schmutzigen" Strom gedeckt werden. </p>
<p class="bodytext">Neben diesem grundsätzlichen Problem wurden weitere, technische Schwierigkeiten von den Experten erläutert, die einer flächendeckenden Einführung von Elektroautos entgegenstehen: Die Reichweiten modernster Batterien liegen bei 80km. In kälteren Jahreszeiten oder wenn andere elektronische Geräte eines Autos in Anspruch genommen werden (Heizung, Fensterheber, CD-Player usw.) halbiert sich die Reichweite. Gleichzeitig dauert es bis zu acht Stunden, um eine leere Batterie aufzuladen. Das Autofahren, so wie wir es kennen, wird mit Elektroautos auch in Zukunft nicht möglich sein. Die Batterien werden sich weiter verbessern, aber nicht dahingehend, dass sie Verbrennungsmotoren ersetzen können. </p>
<p class="bodytext">Von verschiedenen Referenten wurden Szenarien der Industrie beleuchtet, mit denen das Problem der schwachen Batterien entkräftet werden soll, aber keine Lösung darstellen. Batteriestationen etwa, an denen Autofahrer eine Leere Batterie umtauschen können. Dabei wird aber unterschlagen, dass die Batterien 200-300 kg wiegen und oft im ganzen Auto (Unterboden!) verteilt sind. </p>
<p class="bodytext">Als Ergebnis dieser Konferenz steht fest, dass Elektroautos bis 2040 definitiv keinen positiven Effekt auf den Klimawandel haben werden. Was danach kommt, hängt auch von aktuellen politischen Entscheidungen in Bezug auf den Bau neuer Kohlekraftwerke ab. Der andere wichtige Aspekt ist der Kostenfaktor. Um eine Tonne CO2 mit Hilfe von Elektroautos einzusparen (sobald dies möglich ist), würde über 200 € kosten. Das Einsparpotenzial durch Elektroautos wäre aber insgesamt verschwindend gering. Andere Maßnahmen, um CO2 einzusparen, sind erheblich günstiger oder sparen sogar Geld. Dazu gehören leicht umzusetzende Schritte wie eine Änderung der Dienstwagen-Verordnung, aber auch mehrere kleine technische Aspekte (Leichtbau, schmale Reifen, langsam fahren, Motor-"Downsizing" etc.). </p>
<p class="bodytext">Wolfgang Lohbeck, Experte von Greenpeace, hat dann noch das Greenpeace Projekt SmILE vorgestellt und gezeigt, dass industriell gefertigte Autos wirtschaftlich und sparsam sein können. Der SmILE ist ein Auto auf Basis des Renault Twingo und wurde bereits 1993 von Greenpeace und der Firma Wenko mit dem Ziel der Effizienzsteigerung und des "Downsizings" entwickelt. Mit Hilfe von sofort einsetzbarer Technik und ohne signifikante Mehrkosten bei gleicher Leistung und Komfort wurde ein Verbrauch von 2,5 L erreicht. Der SmILE unterstreicht die Möglichkeiten des Verbrennungsmotors, höchst effizient und sparsam zu arbeiten, wenn auf hohes Gewicht, großen (unnötigen) Hubraum und den unzähligen elektronischen Sonderausstattungen verzichtet wird. </p>
<p class="bodytext">Gefordert ist ein radikaler ökologischer Umbau, der das generelle Strukturdefizit der europäischen Autoindustrie behebt. Dabei müssen die Hersteller mittels strenger Regulierung dazu bewegt werden, eine Verantwortung für ihre Produkte zu übernehmen und umweltfreundliche Pkws zu produzieren. </p>
<p class="bodytext">Dieser Umbau muss auch ein sozialer sein und stellt eine wichtige Aufgabe für die Gewerkschaften und die LINKEN dar. Dies betonte Uwe Fritsch, Betriebsratsvorsitzender von VW-Braunschweig, und verwies auf die Kolleginnen und Kollegen in den entsprechenden Betrieben. Auch die Frage der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und die Umverteilung von Arbeit sind hier von zentraler Bedeutung. Die hoch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen aus der Automobilbranche werden für einen radikalen ökologischen Umbau der Wirtschaft dringend benötigt. </p>
<p class="bodytext">Diese Konferenz, bei der Aktive aus Umweltverbänden und Gewerkschaften ins Gespräch kamen, war ein gelungener Auftakt, um die Debatte über Konversion weiter zu entwickeln. Es wurde deutlich, dass der Nutzen des Elektroautos für die Umwelt gegenüber den Kosten, die die Gesellschaft zu tragen hätte, unseriös gering sind. Ökonomisch und ökologisch sind Elektroautos momentan ein Desaster und dienen der Autoindustrie lediglich dazu, den Status quo zu erhalten. Dieser ist zurzeit für die Hersteller extrem rentabel, da die größeren Pkws deutlich mehr Rendite bringen als effiziente Kleinwagen. </p>]]></content:encoded>
			<category>Verkehrspolitik</category>
			<category>Umweltpolitik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>sabine.wils@europarl.europa.eu</author>
			<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 14:49:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Herr Ahlhaus und das Schweizer Minarett-Verbot</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//herr-ahlhaus-und-das-schweizer-minarett-verbot.html</link>
			<description>Hamburgs Innensenator Ahlhaus (CDU) hat sich nach dem Schweizer Anti-Islam-Verdikt für „eine offene...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hamburgs Innensenator Ahlhaus (CDU) hat sich nach dem Schweizer Anti-Islam-Verdikt für „eine offene Debatte in Deutschland ausgesprochen. Hamburg sei eine weltoffene Stadt. Moscheen dürfen aber nicht von radikalen Islamisten missbraucht werden.“ Wir finden hier ein sattsam bekanntes politisches Reaktionsmuster, das hilflos und gefährlich ist. Statt über die Ursachen solcher ressentimentgeladener Stimmungslagen nachzudenken, werden diese aufgegriffen und durch die Anwendung repressiver Ausgrenzungsstrategien faktisch bestätigt und verfestigt. Damit ist kein Problem gelöst, sondern nur die nächste Runde im Abbau demokratischer Grundrechte vorbereitet.
<h3><strong>MigrantInnen als Sündenböcke</strong></h3>
Mit deutlicher Mehrheit haben die Schweizer BürgerInnen dafür gestimmt, den Bau von Minaretten zu verbieten. Die Initiative zweier rechtspopulistischer Parteien wurde mit mehr als 57 Prozent der Ja-Stimmen angenommen. Neben der Mehrheit der etwa fünf Millionen Stimmberechtigten votierte auch die erforderliche Mehrheit der 26 Kantone für das Verbot. Nur in vier Kantonen fand sich eine Mehrheit gegen das geplante Bauverbot für Minarette. Die Wahlbeteiligung war mit 54 Prozent unerwartet hoch. Im Durchschnitt gehen in der Schweiz bei Volksabstimmungen nur 44 Prozent der BürgerInnen zur Urne.
<p class="MsoNormal">Bemerkenswert an diesem Vorgang ist weniger, dass hinter der Initiative zwei rechtspopulistische Parteien, die Schweizerische Volkspartei (SVP) und die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU), stehen. Denn die SVP verdankt ihren Aufstieg zur mit Abstand stärksten politischen Partei (29%) der Schweiz und eine der einflussreichsten Parteien der europäischen Rechten vor allem der für den Rechtspopulismus charakteristischen Mischung aus einer vernichtenden Kritik am politischen System und der Abgehobenheit und Korruptheit der „classe politique“, einer massiven Ausländerfeindlichkeit und der Bedienung nationalistischer Vorurteilsstrukturen. Der Erfolg der Anti-Minarett-Initiative hat erneut bestätigt, wie erfolgreich Blocher und seine SVP auf der Klaviatur der Fremdenfeindlichkeit spielen können.</p>
<p class="MsoNormal">Bemerkenswert ist vielmehr die für Schweizer Verhältnisse hohe Mobilisierung und Zustimmung zu einer aggressiven Politik der Ausgrenzung, die weit über das traditionelle Klientel der SVP hinausgreift und quer durch die politischen Lager geht. Diese Mobilisierungs- und Zustimmungsfähigkeit waren im Vorfeld völlig unterschätzt worden. In den letzten Umfragen war von 37% Zustimmung die Rede.</p>
<p class="MsoNormal">Nun steht die politische Klasse der Schweiz (erneut) wie ein begossener Pudel dar, der nicht begreifen kann oder will, dass sich die Kluft zwischen dem Souverän und seine Repräsentanten inzwischen zu einer manifesten Krise des politischen Systems ausgewachsen hat. Und fast reflexhaft reagiert die politische Elite darauf in bekannter Manier: Schon wird wieder überlegt, wie man die Ausländergesetze weiter verschärfen kann, um den Souverän gnädiger zu stimmen.</p>
<p class="MsoBodyText">Diese wachsende Distanz eines immer größeren Teils der Bevölkerung zum politischen System (Selbstbedienungsmentalität der politischen Klasse, ihre Unfähigkeit, den gesellschaftlichen Wandel zu steuern) bildet im Verbund mit Abstiegsängsten den Nährboden für die Ausbreitung von Vorurteilsstrukturen und deren Instrumentalisierung durch die extreme Rechte. Dabei hat sich in den letzten 30 Jahren vor dem Hintergrund einer starken Migrationsbewegung Islamophobie als eine moderne Facette des Alltagsbewusstseins herausgebildet. Entlang der religiösen Symbole der islamischen Kultur wie Minarette, Burka und Kopftuch hat sich ein Set von Vorurteilen entwickelt, mit dem die eigene Unsicherheit und Angst bearbeitet und kanalisiert wird.</p>
<p class="MsoNormal">Auch bei der Anti-Minarett-Initiative haben wir es mit ressentimentgeladener Schuldzuweisung zu tun. In der Schweiz, wo etwa 400.000 Muslime unter zusammen mehr als sechs Millionen katholischen und protestantischen Christen leben, gibt es derzeit ganze vier Minarette. Und die Zustimmung zur Verbotsinitiative war im ländlichen Raum, wo der MigrantInnenanteil niedrig ist, hoch, während sie in den meisten großstädtischen Ballungsräumen mit relativ hohem MigrantInnenanteil eine deutliche Ablehnung erfahren hat.</p>
<p class="MsoNormal">Die politischen Klassen der anderen europäischen Länder haben keineswegs Grund, das Schweizer Minarett-Verdikt als Sonderfall abzutun. In den Ländern, wo heute schon starke rechtspopulistische Parteien und Bewegungen existieren (Österreich, Italien, Niederlande oder Dänemark), wird der Erfolg von Blocher und Co. als Steilvorlage für eigene rassistische Ausgrenzungskampagnen gefeiert. In den anderen Ländern ist die Krise der politischen Repräsentanz auch so weit fortgeschritten, dass ein Misserfolg bei der Bewältigung der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise ähnlich gelagerte ausländerfeindlichen Initiativen und politische Bewegungen neue Nahrung geben kann. Die weite Verbreitung rassistisch-fremdenfeindlicher Vorurteilsstrukturen, auf denen der Rechtspopulismus aufsetzen kann, ist in fast allen europäischen Ländern nachweisbar. (Siehe dazu z.B. die aktuelle Veröffentlichung „Europäische Zustände. Ergebnisse einer Studie über gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Europa“ der Amadeo Antonio Stiftung)</p>
<h3><strong>Schlussfolgerungen für Hamburg</strong></h3>
Anders als sein Innensenator, sieht Hamburgs erster Bürgermeister, Ole von Beust, den Schweizer Volksentscheid und die darin zum Ausdruck kommende, auch hierzulande vorhandene Stimmungslage eher mit Sorge. „Ich sehe aber, dass schon verstärkt die Sorge vor einer Islamisierung artikuliert wird. Das Emotionale, die Vorbehalte und Ressentiments nehmen eher zu, das ist ein Problem.“
Allerdings hätte auch er selbst viel Grund darüber nachzudenken, inwieweit die Politik seiner schwarz-grünen Koalition einen Beitrag zur Verstärkung von Ressentiments, die dann politisch instrumentalisiert werden können, leistet. So hält sie trotz schwerer Wirtschafts- und Finanzkrise unverdrossen an den eigenen Leuchtturmprojekten fest und für die Mehrheit der BürgerInnen Abstriche an oder die Verteuerung von sozialen Dienstleistungen bereit. Da werden den Managern der HSH-Nordbank großzügig Aufschläge für ihre Gehälter gewährt und damit der Eindruck von Selbstbedienung bestätigt, während gleichzeitig selbst den auf Sozialleistungen angewiesenen Kindern ein teueres Mittagessen in der Kita abverlangt wird.
Wer die sozialen Nöte und Abstiegsängste der Menschen nicht ernst nimmt, die Bekämpfung der sozialen Spaltung zur nachrangigen Aufgabe erklärt und gleichzeitig mehr Transparenz im Parlament behindert und den BürgerInnenwillen immer wieder mit Füßen tritt, muss sich nicht wundern, wenn sich die BürgerInnen enttäuscht von ihm abwenden.]]></content:encoded>
			<category>Innenpolitik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>bernhard.mueller@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 11:59:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Springer und das große Geld in die Schranken weisen!</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//springer-und-das-grosse-geld-in-die-schranken-weisen.html</link>
			<description>Es war zu erwarten, dass das nötige Quorum von rund 62 000 Unterschriften von der Initiative „Wir...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>10 Thesen zum Volksbegehren und seinen Folgen</h2>
Es war zu erwarten, dass das nötige Quorum von rund 62 000 Unterschriften von der Initiative „Wir wollen lernen“ erreicht werden würde. Überraschend allerdings ist die deutlich höhere Zustimmung.
<ol><li>Dadurch hat sich die Lage im Hamburger „Schulkampf‘ verkompliziert- für den Senat, aber auch die Reformlinke. Es herrscht sowohl im Bildungsbürgertum und bei der rechten CDU- Klientel wie im schulfortschrittlichen Lager eine breite Unzufriedenheit:<br> Bei den einen, dass am Bildungsprivileg, also dem herkömmlichen Gymnasium, überhaupt gekratzt werden soll, bei den anderen, dass selbst die kleine Strukturreform mit vielen ungedeckten Schecks belastet ist: Weder sind die von den regionalen Schulkonferenzen, die sich zumeist mit organisatorischen Fragen (welche Schüler wo beschult werden sollen) beschäftigten, für erforderlich gehaltenen Zu- und Umbauten gesichert, noch die für einen inklusiven Unterricht in der Primarschule und den neuen Stadtteilschulen erforderlichen kleineren Klassenfrequenzen, zusätzlichen LehrerInnen und erforderlichen Fortbildungen haushaltsmäßig abgesichert worden, noch ist vom Abbau der Arbeitsüberlastung der Lehrer die Rede. Und die Gesamtschulen gehen in der zweiten Säule, der Stadtteilschule auf.</li><li>Dass die GAL, ihre Wahlkampfforderung „neun macht klug!“ (also längeres gemeinsames Lernen bis Kl. 9 für alle) aufgab, die SPD sich auf das zwei- Säulen- Modell einließ und beide deshalb nicht die Volksinitiative „Eine Schule für Alle“ unterstützten, dass es den Gewerkschaften und der LLNKEN nicht gelang, alle notwendigen Sammler zu organisieren, machte politisch den Raum für die Gegenoffensive der „Gucci- Fraktion mit dem Volksbegehren „Wir wollen lernen“ erst frei. Dass die SPD-Führung populistisch diese Initiative unterstützte, tat ein Übriges.</li><li>Es bewahrheitet sich die Erfahrung, dass es leichter ist, ein Volksbegehren gegen „die da oben“ durchzubringen als für etwas Neues. Zahlreiche Kritiker bestehender Schulverhältnisse konnten so zur Unterzeichnung eingefangen werden.</li><li>So konnte die vom Kapital und der Springer-Presse unterstützte Initiative geschickt alle Arten von Kritik bündeln. Interessant, dass die Kritik am Zwei-Säulen-Modell / Stadtteilschule keine Rolle gespielt hatte. Wo Befürworter der kleinen Reform und Reformgegner aufeinander trafen, herrschte Pogromstimmung und üble Polemik. Allenfalls beim Bildungsstreik konnten weitergehende linke Kritik sich öffentlich artikulieren, was hier aber nicht zählbar ins Gewicht fiel. Wie Öl ins Feuer musste deshalb wirken, dass aus der Senats-Haushaltsklausur durchsickerte, dass bei Kitas und Lehrerstellen Kürzungen angedacht wurden (Streichung des Rechtsanspruchs auf Kita- Betreuung ab Kl. 2 und Streichung von 250 — 300 Gymnasiallehrerstellen). Zudem erklärte Senator Freytag, dass auch der Kinder- und Bildungsbereich nicht von den Kürzungen ausgenommen werden würde. Damit wurde selbst die kleine Reform in Frage gestellt.</li><li>Wenn der Senat bis März nichts anderes beschließt, kommt es zwischen dem 17. Juli und 22. August 2010 zu einem Volksentscheid, bei dem die Mehrheit der abgegebenen Stimmen für das Anliegen der Initiative stimmen muss. Mindestens ca. 250 000 wahlberechtigte Hamburger müssen sich beteiligen, damit der Volksentscheid gültig ist. Vier Möglichkeiten gibt es jetzt- keine anderen:<ul><li>Der Koalitionssenat einigt sich nicht über das weitere Vorgehen. Die Koalition platzt. Es kommt zu Neuwahlen oder zur großen Koalition.</li><li>Der Senat macht Zugeständnisse und die Initiatoren verzichten auf das Volksbegehren.</li><li>Es kommt zu einer Art Runden Tisch- Vorschlag ist, dass den Michael Otto (Versandhauschef) moderiert- und am Ende steht ein Kompromiss mit der Initiative. Dazu könnte auch der SPD- Vorschlag führen, Allparteiengespräche aufzunehmen und für 10 Jahre einen Bildungskonsens zu vereinbaren.</li><li>Es kommt zum Volksentscheid im Sommer 2010.</li></ul></li><li>Ole von Beust und Christa Goetsch haben erklärt, dass die Primarschule nicht verhandelbar sei. Die SPD will nach Bremer Vorbild einen Schulkompromiß - eine Art große Bildungskoalition (bekanntlich trägt die Bremer LINKE diesen nicht mit, weil unsozial). Die GAL hat erklärt, sie wäre froh, wenn die Hamburger über die Reform abstimmen könnten. Bei den Vorschlägen für die Runde bei M. Otto fällt auf, dass die Gewerkschaften nicht bei den beteiligten Gruppen genannt werden. Die GEW hat sich am 23. 11.für einem Volksentscheid ausgesprochen: „Volksentscheid statt Verwässerung am Runden Tisch,“ heißt es. „Wir fordern den Senat auf, keinen Abstrich am Kernstück der Schulreform, dem gemeinsamen Lernen in der Primarschule bis Kl. 6 vorzunehmen“. Auch unter Schulleitern kursiert eine ähnliche Erklärung.</li><li>Das ist die Ausgangslage am heutigen Tag. Da sofort nach Bekanntwerden des Ergebnisses des Volksbegehrens Diskussionen um das „wie weiter in der Schulpolitik“ eingesetzt haben, ist DIE LINKE gefordert, jetzt Position zu beziehen, nicht erst im März oder Sommer. Darum soll folgende Prognose gewagt werden:<ul><li>Es ist wohl sehr unwahrscheinlich, dass die Koalition platzt, und dann ausgerechnet an der Schulfrage. Das ist in deutschen Landen noch nie passiert, wie auch an der Schulfrage noch nie Koalitionsbildungen gescheitert sind (siehe Sachsen oder Saarland in jüngster Zeit). Dafür ist bei CDU und Grünen das Modell einer schwarzgrünen Koalition als strategische Option zu hoch angesiedelt.</li><li>Ein Kompromiss mit den Initiatoren, dass sie auf einen Volksentscheid verzichten, ist wohl nicht zu erwarten. Das hieße, dass die GAL jegliche Glaubwürdigkeit verlöre und Ole von Beust das Gesicht. Hatte er sich doch für diese Reform mächtig ins Zeug gelegt. Allenfalls die Einführung des Elterwahlrechts nach Kl. 6 ist im Gespräch, was sich als Phyrrussieg entpuppen könnte, denn die Gymnasien sollen in Zukunft ja alle bei ihnen angemeldeten Schüler behalten müssen.</li><li>Ein wie immer gearteter Kompromiss von Herrn Otto könnte nur eine Verschiebung zum Konservativen bedeuten, ebenso der Vorschlag der SPD zu einem Burgfrieden nach dem Vorbild der rot-grünen Senatskoalition in Bremen - eine Art große Bildungskoalition (bekanntlich trägt die Bremer LINKE diesen nicht mit, weil unsozial: die anderen Parteien waren nicht bereit, gemeinsame eine bessere Finanzierung einzufordern, weigerten sich, einzelne Schulen mit größerer Integrationsleistungen besser mit Personal auszustatten und den Oberschulen (so heißen dort die Stadtteilschulen), die dies wünschen, die Trennung in Gymnasial- und Sekundarschulklassen zu erlauben). </li></ul></li><li>Bliebe der Volksentscheid. Wenn also das Kapital, Springer- Verlag und Elbchaussee die Wähler fragen wollen, und der Senat bei seiner kleinen Reform bliebe, dann sollten wir diesen Schulkampf annehmen. Dann entscheiden eben die Wähler, ob es in Hamburg Schulstrukturreformen überhaupt geben&nbsp; und in welche Richtung sie gehen sollen: Zur Zementierung des Bildungsprivilegs oder in Richtung längerem gemeinsamen Lernens. Den Kampf müssen wir aufnehmen, weil er die Notwendigkeit bietet, überall in dieser Stadt über Schulreform, ihre Schritte und materiellen und personellen Voraussetzungen zu diskutieren. Gerade in Billstedt, Wilhelmsburg, Jenfeld, Allermöhe, Harburg, Steilshoop, Osdorfer Born, Mümmelmannsberg, Lohbrügge, Tegelsbarg und Neugraben. Dann müssen diese Stadtteile gegen die Elbchaussee und die Walddörfer eben mobilisiert werden. Und zwar von einem breiten Schul-Reformbündnis, bis hin zu GAL, SPD-Linken, Gewerkschaften, Wissenschaft und Jugendverbänden. Sie alle müssen springen, nämlich entscheiden, ob sie es zulassen können, dass auf dem Wege zu einer längeren gemeinsamen Schule für Alle der erste kleine Schritt (Primarschule) gestoppt wird. Ob Springer, konservatives Kapital und reaktionäre Eltern bestimmen können, wo es in der Schulpolitik hingeht. Wie schränkt man ihre Macht ein? Uns gehört auch die Stadt! Und natürlich haben wir weitergehende Ziele, fordern wir Zusagen für die materielle und personelle Absicherung dieser kleinen Reform. Und in der dann großen Diskussionsschlacht müssen wir diese auch immer einfordern. Aber: Im Juli/August 2020 zählt nur das Ja oder Nein zur Verhinderung der Reform. Weitergehende Ziele stehen nicht zur Abstimmung. Um ein Bild zu&nbsp; gebrauchen: Wie isst man eine übergroße Orange? Indem man die Schale abpellt und die Orangensektionen einzeln und nacheinander verspeist! Keiner käme auf die Idee, sich die ganze große Orange auf einmal in den Mund zu stecken.</li><li>Eine breite Kampagne wäre, vor allem in bestimmten Stadtteilen, in Betrieben und Vereinen, auf Strassen und Plätzen zu starten: „Für längeres gemeinsames Lernen, darum stimmt mit Nein! Springer und das große Geld stoppen, darum beteiligt Euch und sagt: Nein!“ Diese Kampagne also muss die Reformlinke jetzt starten. Und einfordern, dass die Kosten und das erforderliche Personal auch wirklich kommen und im Haushalt eingestellt werden. Insofern müssen Bildung und Kinder bei den Kürzungsmaßnahmen ausgenommen werden. Denn gerade Reformen müssen materiell und personell „versüßt“ werden, sollen sie Erfolg haben und glaubwürdig sein. Denn Reformen auf dem Rücken der Beteiligten- das gab es schon mehr als genug.</li><li>Haben die Reformlinken für diese Kampagne genügend Kräfte, die erforderlichen „Bataillone und Waffen“, die auch in Allermöhe und Neugraben, am Osdorfer Born und Tegelsbarg „zünden“ und „einschlagen“? Jetzt muss das diskutiert werden. Jetzt muss orientiert werden: Wir nehmen den Schulkampf an. Wir setzen darauf, dass eine genügend große Anzahl von Wählern sagt: Wir wollen diesen ersten kleinen Reformschritt. Weil wir mehr wollen, verteidigen wir das längere gemeinsame Lernen wenigstens bis Kl. 6 gegen das Kapital und Springer, Denn es ist auch unsere Stadt.</li></ol>
<p class="MsoNormal">Um Friedrich- Karl Wander, den Vorkämpfer der demokratischen Lehrer- und Volksbewegung 1848 zu zitieren: “Lieber an der Front des Volkes als im Arsch der Reaktion.“</p>]]></content:encoded>
			<category>Bildungspolitik</category>
			<category>Startseite</category>
			
			<author>horst.bethge@die-linke-hh.de</author>
			<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 15:56:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Energiepolitik von links</title>
			<link>http://www.die-linke-hh.de/politik/diskussionen/detail/artikel//energiepolitik-von-links.html</link>
			<description>ihre grundlegende Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung im 21. Jahrhundert.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 class="anreisser"><strong>ihre grundlegende Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung im 21. Jahrhundert. </strong></h3>
<h2>Energie und Klima</h2>
<p class="MsoNormal">Werden die fossilen Energieträger weiter im bisherigen Ausmaß genutzt, führt der globale Klimawandel zu Katastrophen nicht beherrschbaren Ausmaßes.</p>
<ul><li>Der Anstieg der CO2-Emissionen hat in den letzten 30 Jahren zugenommen, mit steigender Geschwindigkeit</li><li>Folgen der globalen Erwärmung: Meeresspiegelanstieg um 2 Meter bis 2100, Verknappung der Trinkwasservorräte für Milliarden Menschen, drastischer Rückgang der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ...</li></ul>
<p class="MsoNormal">Sollen die Folgen der Erderwärmung auf ein vielleicht noch beherrschbares Ausmaß begrenzt werden, muß der Höhepunkt der CO2-Emissionen bis allerspätestens 2020 erreicht und bis 2050 die Emissionen global mindestens um 50%, hierzulande um 80-90% reduziert werden.</p>
<h2><span lang="EN-US">Peak oil</span><span lang="EN-US"> </span>(=Höhepunkt der Ölförderung)</h2>
<p class="MsoNormal">Die Öl- und Gasreserven gehen in den nächsten Jahrzehnten zur Neige – und damit auch die energetische Grundlage des kapitalistischen Wachstumsmodells der letzten 2 Jahrhunderte. </p>
<ul><li> <span lang="EN-US">Peak oil</span> global ist jetzt, lokal fand er in vielen Ländern schon vor Jahren statt.</li><li>Kohlevorräte sind deutlich größer, aber Kohleverstromung beschleunigt noch die globale Erwärmung. </li><li>Atomkraftwerke sind wegen der Belastung der Bevölkerung im Normalbetrieb ((Kinderkrebs-Studie), wegen der Gefahr unbeherrschbarer Unfälle (Tschernobyl), wegen der Möglichkeit, über „friedliche“ Atomtechnologie auch an Atomwaffen zu kommen und wegen der völlig ungelösten Endlagerfrage keine energetische Alternative, sondern ein Verbrechen.</li><li>Energie aus Wasser, Wind, Sonne usw. ist eine reale Alternative. Auf dem gegenwärtigen Stand der Technik steht sie allerdings nicht in so verschwenderischen Mengen zur Verfügung, wie scheinbar die fossile Energie. Nur wenn der Energieverbrauch deutlich gesenkt wird, kann die regenerative die fossile Energie ersetzen.</li></ul>
<h2>Energie und Krieg</h2>
<p class="MsoNormal"><strong>Die deutsche und europäische Außenpolitik unterliegt einer zunehmenden Militarisierung zum <br /> Zwecke der Ressourcensicherung für die "Festung Europa".</strong></p>
<ul><li>In der Sicherheitsdoktrin der NATO (1999) erklärt sich die Allianz für die militärische Rohstoffsicherung zuständig</li><li>Die Europäische Sicherheitsstrategie (2003) konkretisiert das auf die Sicherung der Versorgung mit Erdöl und –gas.</li><li>Das Weissbuch der Bundeswehr (2006) macht die „Sicherheit der Energieinfrastruktur“ zur Aufgabe der Bundeswehr</li><li>Die Kriege im Irak und Afghanistan praktizieren diese Politik. </li></ul>
<h2>Energie und soziale Gerechtigkeit</h2>
<h4>Im Inland</h4>
<ul><li>Während Energie in gewaltigem Ausmaß verschwendet wird, sind die steigenden Preise etwa für Heizenergie ein zunehmendes Problem für immer mehr arme Menschen.</li></ul>
<h4>Weltweit</h4>
<ul><li>Energie und globale soziale Gerechtigkeit. Die Energieressourcen stehen vor allem den reichen Industrieländern (und Schwellenländern) zur Verfügung, deren transnationale Konzerne sie weitgehend kontrollieren.</li></ul>
<blockquote><ul><li> Bis zu 2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu elektrischem Strom.</li><li>Energiekosten werden für immer mehr Länder unerschwinglich – verschärfen folglich auch dort die ohnehin großen sozialen Gegensätze</li></ul></blockquote>
<h2>Energie und Arbeitsplätze</h2>
<ul><li>Der geplante Bau von ca. 30 Kohlekraftwerken würde 40-50.000 Arbeitsplätze kosten, da moderne Kohlekraftwerke mit viel weniger Arbeitskräften auskommen. Regenerative Energieerzeugung würde demgegenüber neue Arbeitsplätze schaffen.</li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">Die weltweiten Überkapazitäten in der Automobilindustrie führen zu massenhaften Arbeitsplatzverlusten. Die gefährdeten Arbeitsplätze sind nicht durch Subventionen (Abwrackprämie, Milliarden für Opel) dauerhaft zu sichern, sondern nur durch ein energisches Umsteuern in der Verkehrspolitik, das dem Öffentlichen Personenverkehr (Bahn, ÖPNV) und dem Güterverkehr auf der Schiene den Vorrang einräumt. In diesen Bereichen sind gewaltige Investitionen notwendig, die&nbsp; viele Tausend Arbeitsplätze schaffen würden. </p></blockquote>
<h2>Energie und Demokratie</h2>
<p class="MsoNormal">Die fossile Energiewirtschaft und die mit ihr verbundenen Konzerne stellen eine ungeheure Konzentration von wirtschaftlicher und politischer Macht dar, die jeglicher demokratischer Kontrolle entzogen ist</p>
<ul><li>Die vier großen EVUs RWE, E.on, Vattenfall und EnBW kontrollieren 80% des Marktes</li><li>Mit der fossilen Energiebereitstellung eng verbunden sind die Unternehmen, die mit der Produktion, dem Vertrieb und Betrieb von Autos und Flugzeugen verbundenen sind, z. B. Airbus u. Boeing, Fluggesellschaften, Automobilkonzerne, Logistiker, Rüstungskonzerne.</li><li>Die größte Konzentration von Reichtum und Macht gibt es weltweit im Energie- und Transportsektor, der zusammengenommen fast ein Drittel der Gesamtumsatzes der 500 größten und mächtigsten Unternehmen auf sich konzentriert.</li></ul>
<h1>Was ist zu tun – die Aufgaben der LINKEN</h1>
<ul><li>In den eigenen Reihen und der Öffentlichkeit verständlich machen, dass die Klima- und Energiekrise die größte Bedrohung für die Menschheit ist, dass sie zu einer sozialen Katastrophe in vielen armen Ländern schon heute wird und auf mittlere Sicht auch in den reichen Ländern werden wird, wenn nicht schnell und radikal gegen gesteuert wird.</li></ul>
<ul><li>Die Ursachen offenlegen </li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">Die Profitinteressen der Energie- und Transportkonzerne </p></blockquote>
<blockquote><ul><li>haben zu einer gigantischen Verschwendung von fossilen Energieträgern geführt,</li><li>die globale Erwärmung bis heute immer stärker beschleunigt,</li><li>die Bevölkerung großer Landstriche ihrer Lebensgrundlagen beraubt, sie vertrieben, viele ermordet</li><li>machen Energie selbst in den reichen Ländern für immer mehr Menschen unbezahlbar</li><li>führen zu einer ungeheuren Machtkonzentration bei wenigen Konzernen</li></ul></blockquote>
<blockquote><p class="MsoNormal">Für die Chemie- Bau- und Agrokonzerne gilt ähnliches.</p></blockquote>
<ul><li> „Die Systemfrage stellen“ (Lafontaine).</li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">Gerade in der gegenwärtigen&nbsp; tiefgreifenden Krise können wir deutlich machen, dass die fossile Energiepolitik der großen Konzerne die ökologischen, sozialen und demokratischen Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung mit Füßen tritt – und dies tun muss, weil es im Kapitalismus immer zuerst um einen möglichst hohen Profit („Rendite“) geht und nicht um die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.</p></blockquote>
<ul><li>Die Konzerne in den Fokus nehmen. </li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">Die Energiekonzerne betreiben globale Erwärmung, Lohnsenkung und Arbeitsplatzvernichtung. Sie beschränken den Zugang zu Elektrizität und Mobilität für immer mehr Menschen.</p></blockquote>
<blockquote><p class="MsoNormal">Die Energiekonzerne sind, neben der Auto- und Flugzeugindustrie, die wichtigsten industriellen kapitalistischen Machtzentren und sie stehen in weiten Teilen der Bevölkerung in der Kritik.</p></blockquote>
<blockquote><p class="MsoNormal">Von den 500 größten Unternehmen (weltweit wie auch in der EU) ist etwa ein Drittel in genannten Bereichen tätig. </p></blockquote>
<ul><li>Alternativen deutlich machen.</li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">Konzerne können in ihrer Bewegungs- und Profitfreiheit eingeschränkt werden. Letztlich gehören sie in dezentralisiertes gesellschaftliches Eigentum, das von den BürgerInnen, einschließlich der Beschäftigten, kontrolliert wird und dessen Unternehmensziele ausschließlich auf eine ökologische und soziale Unternehmenspolitik ausgerichtet ist.</p></blockquote>
<ul><li>Veränderung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse befördern</li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">Dazu gehört vor allem die konsequente Unterstützung gesellschaftlicher Bewegungen, die sich gegen Kohleverstromung, Braunkohletagebaue, Atomkraftwerke usw. richten und die Macht der Energiekonzerne einschränken wollen. Linke Alternativen sind nur mit massivem außer-parlamentarischem Druck durchsetzbar. Parlamentarische Arbeit und Regierungsbeteiligungen sind stets daran zu messen, inwieweit sie die Bedingungen für den außerparlamentarischen Kampf verbessern, Gegenöffentlichkeit herstellen und die Entwicklung der gesellschaftlichen Bewegungen von unten fördert. Die Koalitionsvereinbarung in Brandenburg z. B. wird diesen Kriterien in keiner Weise gerecht.</p></blockquote>
<ul><li>Die Klima- und Energiekrise – als Teil einer umfassenden ökologischen Krise – muss zu einem zentralen Feld der Politik der Linken und auch der LINKEN werden. </li></ul>
<blockquote><p class="MsoNormal">In der Energiepolitik wird die Verbindung zwischen sozialen und ökologischen Fragen, von Ökologie und Frieden, von Gegenwarts- und Zukunftsinteressen so deutlich wie kaum irgendwo sonst. Erfolgversprechende Veränderungsstrategien, tragfähige Lösungsansätze können nur von einer kapitalismuskritischen Linken kommen. Deshalb trägt DIE LINKE hier eine gewaltige Verantwortung&nbsp; </p></blockquote>
<blockquote><p class="MsoNormal">Politik kann sich heute nur noch als „links“ im Sinne von sozial, antikapitalistisch emanzipatorisch, zukunftsfähig, auf einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts ausgerichtet bezeichnen, wenn sie auch die ökologischen Lebensinteressen der Menschen in ihren Mittelpunkt stellt; die Klima- und Energiefrage gehören zuallererst dazu.</p></blockquote>]]></content:encoded>
			<category>Umweltpolitik</category>
			<category>Wirtschaftspolitik</category>
			<category>Programmdebatte</category>
			
			<author>g.siegler@web.de</author>
			<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 14:06:00 +0100</pubDate>
			
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