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Verkehrspolitik


Zum Verkehrsausschuss


      

4.2.09 - Metrobuslinie 3

Leistungsfähige und bezahlbare ÖPNV-Anbindung für Lurup und Osdorfer Born!

von Karsten Strasser

Lurup/Osdorfer Born. Mit dem Winterfahrplan, der seit dem 14.12.2008 gilt, hat sich die Busanbindung für Lurup verschlechtert: Die Metrobuslinie 3 bedient jetzt nicht mehr Lurup, sondern die Großsiedlung Osdorfer Born. Ihr neuer Linienweg führt jetzt ab der Haltestelle „Bahrenfeld Trabrennbahn“ über die Haltepunkte „Kressenweg – Immenbusch – Achtern Born – Böttcherkamp“ zur Endhaltestelle „Schenefelder Platz“. Seitdem wird Lurup auf dem Linienabschnitt zwischen den Haltepunkten „Luruper Chaussee/DESY“ und „Engelbrechtweg“ nur noch durch die Metrobuslinie 2 erschlossen. Vor allem in den Hauptverkehrszeiten sind die Busse der Linie 2 jetzt überfüllt – seit die Linie 3 für Lurup weggefallen ist.

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8.1.2009 -Bahrenfelder Chaussee - Stresemannstraße:

Radwegerneuerung ohne Verkehrssicherheitsaudit

von Karsten Strasser

Bahrenfeld/Altona-Nord. Voraussichtlich noch in diesem Frühjahr sollen die Radwege im Straßenzug „Bahrenfelder Chaussee – Stresemannstraße“ zwischen dem Abzweig „Von ‑ Sauer ‑ Straße“ und der Kreuzung „Alsenstraße“ für rund 1,2 Mio. Euro erneuert werden. Zu dieser Planung hatten alle Fraktionen gemeinsam in der Sitzung des Verkehrsausschusses am 7.7.2008 die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) aufgefordert, einen sog. Verkehrssicherheitsauditor als unabhängigen Gutachter in den Planungsprozess einzubeziehen. Hintergrund dieser fraktionsübergreifenden Forderung war, dass der Verkehrsausschuss bei Neugestaltung der „Großen Elbstraße“ mit einem unabhängigen Gutachter bereits gute Erfahrungen gemacht hatte: Zahlreiche Schwachpunkte der ursprünglichen Planung konnten so aufgedeckt und behoben werden. An diesem Beispiel zeigte sich, dass es sehr sinnvoll ist, behördliche Planungen von einem externen Gutachter überprüfen zu lassen, der nicht in Loyalitäten und Strukturen der planerstellenden Behörde eingebunden ist.

„Das Planungskonzept in Hamburg ist derart aufgestellt, dass das Sicherheitsaudit ein integraler Bestandteil ist.“, entgegnete die BSU selbstgerecht in ihrer Antwort vom 20.11.2008 an den Verkehrsausschuss. Offenbar hält es die BSU für ausreichend, sich selbst zu kontrollieren. „Es sollen Sicherheitsaudits bei Neu-, Um- und Ausbau von Straßen durchgeführt werden.“, heißt es dagegen in der Koalitionsvereinbarung (vgl. dort S. 36), die CDU und GAL im April 2008 abgeschlossen haben. Die GAL kann anscheinend nicht einmal mehr in der von ihr geführten BSU dafür sorgen, dass ein sinnvolles Ziel der schwarz ‑ grünen Koalitionsvereinbarung tatsächlich durchgesetzt wird.

Dabei hätte die von der BSU zur Verkehrsausschuss-Sitzung am 15.12.2008 vorgelegte Planung für die Radwegerneuerung „Bahrenfelder Chaussee – Stresemannstraße“ eine behördenunabhängige Begutachtung bitter nötig gehabt. So wären einige nicht zielführende bauliche Maßnahmen unterblieben, die jetzt für viel Geld umgesetzt werden und eine wirklich sinnvolle Förderung des Radverkehrs dort für viele Jahre unmöglich machen.

Jetzt wird es wohl bei der bisherigen Planung bleiben: Die Gehwegradwege in Stresemannstraße und Bahrenfelder Chaussee werden für viel Geld „optimiert“. Das bedeutet die Radwege werden oft zu Lasten des Gehwegs verbreitert und komplett neu gepflastert. Schon bald wird das neue Pflaster durch die Wurzeln der Straßenbäume wieder die alten Unebenheiten aufweisen. Zwar beseitigt die Planung viele kleinere Probleme: Z.B. werden bislang störende Maste der öffentlichen Beleuchtung versetzt und Konfliktzonen zwischen Radfahrern und Fußgängern im Bereich von Fahrgastunterständen der Buslinien entschärft. Aber das verfehlte Konzept der Gehwegradwege wird nicht aufgegeben, sondern weiter praktiziert. Viel sinnvoller wäre es dagegen, den Kantstein der Gehwege zu versetzen und den Radverkehr niveaugleich auf der Fahrbahn zu führen. Dazu müssen separate Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert werden. Dies wäre eine wirkliche Förderung des Radverkehrs, die es rechtfertigt öffentliche Gelder dafür auszugeben. Das jetzige Planungsergebnis steht jedenfalls im krassen Gegensatz zur Selbstwahrnehmung der verantwortlichen Planer in der BSU, eine externe Begutachtung nicht nötig zu haben. Wäre dies tatsächlich so, hätte ihr Planungsergebnis anders aussehen müssen.

Karsten Strasser ist verkehrspolitischer Sprecher der Altonaer Linksfraktion.