Zur AG Antifaschismus - antifaschistische Bildungs- & Kommunalpolitik
Bericht von Mf
Zum Tag der Machtübergabe an die Nazis haben wir uns (die Stadtteilgruppe Lurup/Osdorf/Iserbrook und die AG Antifa) am Gedenkstein und der Gedenktafel auf dem Gelände der Emmaus-Kirchengemeinde im Kleiberweg 115, Lurup um 11 Uhr getroffen.

Nachdem wir Gedenkstein und Tafel von Eis und Schnee befreit hatten, gab es eine kurze Anspache.
Danach konnten wir Blumen am Stein niederlegen und der Opfer des Nazionalsozialmus gedenken.

Im Kleiberweg mussten jüdische Frauen und Mädchen die 1944-45 im Lager Friedrichshulderweg, Aussenstelle des KZ Neuengamme, gefangen gehalten wurden, unter unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen Plattenhäuser errichten.
Der Gedenkstein auf dem Gelände der Kirchengemeinde wurde 1979 für die Opfer des Nationalsozialismus aufgestellt, der später um eine Bronzetafel zur Erinnerung an das Außenlager Eidelstedt des KZ Neuengamme ergänzt wurde.
Polizisten schlagen bei Antifa-Demonstration einen Demonstranten krankenhausreif und inhaftieren neun weitere
zur Presseerklärung der Altonaer Linksfraktion
NPD-Stand in Blankenese 22. 8. 09 (12-15 Uhr).
von M. F.
Die Polizei war mit einer Hundertschaft von Eidelstedt angereist, wobei sie den 21iger Bus mit der NPD eskortiert hatte. An der Haltestelle Kindermuseum- Achtern Born wurde der Bus von der Linken.Altona gesichtet, wo die SG Lurup/Osdorf/Iserbrook am Morgen ihren Stand aufgebaut hatte. Der Stand wurde auch bald eingepackt und einige von uns machten sich gleich auf in Richtung Blankenese zur Gegendemonstration.
Die Gegendemonstranten waren zahlreich erschienen! Nachdem die NPD ihren Stand aufgebaut hatte, wurde sofort Nazis raus! skandiert. Die Polizei duldete die Demonstranten nur kurz vor dem NPD-Stand. Unter der Androhung, die Personalien aufzunehmen, mussten wir den Platz verlassen und auf die andere Straßenseite gehen.

Richtung Bahnhof Blankenese baute sich eine Kette mit dem kreativen Schriftzug Antifaschistische Umleitung auf. Auch hier wollte die Polizei die Aktion nicht dulden und fragte nach der Anmeldung der Aktion. Tatsächlich wurde die Anmeldung dann ad hoc beim Einsatzleiter durchgeführt.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatte sich u.a. die Antifa mit Transparent aufgestellt. Dort war auch ein Megafon. Außerdem waren Mitglieder der Blankeneser und Pinneberger jüdischen Gemeinde anwesend.
Neuwiedenthal am 1. August 2009: Mit dem Braunen Sack gegen Nazi-Propaganda
Hamburg, 1. August 2009 – Heute morgen landeten Nazi-Faltblätter direkt im braunen Müllsack. Die NPD hatte einen Infostand in Neuwiedenthal angemeldet, rund 25 Aktive von der Aktion “Brauner Sack” waren auch gekommen und entsorgten den braunen Müll gleich an Ort und Stelle.mehr
Zu diesem Anlass wurden braune Müllsäcke mit dem Logo
produziert und Infomaterial, die in Aktionstüten an ausgewählten Orten zur Abholung bereit stehen.
Die Aktionstüten werden jetzt zu Einrichtungen gebracht, die möglichst in der Nähe sind, wo die NPD Stände in der Vergangenheit gemacht hatte. Bei der Aktion geht es darum, dass über einen SMS-Verteiler bekannt gegeben wird, wo NPD-Infostände sind, dann kann man dort hinfahren, sich in der Nähe die Aktionstüte abholen und gegen die neofaschistische Propaganda agieren, in dem man z.B. mit den braunen Mülltüten die Passanten auffordert, die Nazipropaganda wieder in den Müll zu werfen.
Hat der ein oder andere von Euch Ideen, wo dort in der Nähe Läden, Einrichtungen, Kneipen sind, die so einer Aktion offen gegenüber wären und die man fragen könnte, ob man bei Ihnen die Aktionstüten hinterlegen kann?
Herzlichst
Birgit
0177-7364131
bwulf@hotmail.com
Freitag, 1. August 2008 um 17.00 Uhr
Ort: Hinter dem Amtsgericht Altona auf dem Spielplatz der Siedlung v. Spar & Bauverein Altona zw. Gerichtsstraße und Schnellstraße
Am 1. August fand die Gedenkveranstaltung zum 75. Todestages von August Lütgens, Walter Möller, Karl Wolff und Bruno Tesch (erste Blutopfer der Nazi-Justiz) statt. An dieser Gedenkveranstaltung nahmen wir als LINKE.Altona auch teil und legten einen Kranz nieder. Der Kranz wurde danach von uns auf dem neu eingeweihten Bruno-Tesch-Platz abgelegt.
Vor 76 Jahren fand der Altonaer Blutsonntag statt. Damals gehörte Altona noch nicht zu Hamburg, die Stadt wurde 1937 nach Hamburg eingemeindet.
Beim Altonaer Blutsonntag starben 18 Menschen, 60 wurden verletzt. Kurz vor der Reichstagswahl wollten die Faschisten einen großen Werbemarsch durch das „rote“ Altona durchführen, die mehrheitlich von der kommunistisch oder sozialdemokratischen Arbeiterschaft bewohnt war. Der NS-Aufmarsch ist eine bewusste Provokation gewesen. Das im April 1932 erlassene SS- und SA-Verbot war kurz vorher von der Regierung Papen aufgehoben worden. Insgesamt ziehen 7000 aus ganz Schleswig-Holstein zusammengezogene S
A- und SS-Leute, die meisten uniformiert, durch die Altstadt des damals noch preussischen Altonas. Die Demonstration lief vom alten Altonaer Rathaus, also aus Süden kommend entlang der Gr. Johannisstraße und bog auf diesen Platz in die Schauenburgerstraße ein. Es kommt immer wieder zu Streit und Schlägereien zwischen SA-Leuten und KPD sowie SPD-Anhängern und Passanten. Nach einer Prügelaktion des 1. Altonaer SA-Sturms fallen Schüsse. Zwei SA-Männer sterben, drei weitere werden verletzt. Die Täter fliehen. Offensichtlich hatten die politisch Verantwortlichen ihre rechtliche Handhabe ungenutzt gelassen, diese provozierende Demonstration von vornherein zu verbieten oder den Weg des Zuges wenigstens nicht durch Quartiere zu führen, in denen eine mehrheitlich kommunistisch oder sozialdemokratisch orientierte Bevölkerung lebte. Anrückende Polizisten, es sind nur 200 im Einsatz, glauben, von den Dächern beschossen zu werden und schießen wild um sich. 2 Polizisten werden verletzt, 16 Menschen, die meisten oder gar alle unbeteiligt, sterben. Bei den anschließenden Durchsuchungen mehrerer Gebäude werden 90 Personen festgenommen, meist KPD-Anhänger.
Nach einem Prozess mit fragwürdigen Beweisen, die auf einseitige Ermittlungen der Staatsanwälte von 1932 zurückzuführen sind, wurden die den Kommunisten zugerechneten Bruno Tesch, Walter Möller, Karl Wolff und August Lütgens vom Altonaer NS-Sondergericht zu Tode verurteilt und am 1. August 1933 auf dem Hof des Gerichts (heute residiert dort das Amtsgericht Altona) mit dem Handbeil geköpft, ohne dass ihre Schuld erwiesen war. Dies waren die ersten Hinrichtungen im Dritten Reich.
Diese Todesurteile wurden im November 1992 in einem gerichtlichen Verfahren aufgehoben.
Ein Video mit Originalaufnahmen des Nazi-Aufmarsches gibt es hier